Fehlendes Fußballwissen

„Wusste nicht, was eine Rote Karte ist“: Trump sorgt mit irrer WM-Aussage für Spott

Staatsaffäre Rote Karte: Trump interveniert bei der FIFA für einen gesperrten Stürmer – und offenbart eklatante Regellücken.

Die Fußball-WM 2026 hat ihren ersten handfesten Skandal – auf höchster politischer Ebene. Die Akteure: US-Präsident Donald Trump, FIFA-Präsident Gianni Infantino und der US-amerikanische Nationalstürmer Folarin Balogun. Letzterer bekam einen Platzverweis. Und Trump schockierte mit einer Aussage, die Zweifel an seinem Fußballwissen erlaubt.

Die WM in den USA ist für Donald Trump ein ganz besonderes Ereignis.

Dabei nahm das Unheil im Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina seinen Lauf, als Balogun vom Schiedsrichter des Feldes verwiesen wurde. Wie ZDFheute in seiner Berichterstattung hervorhebt, machte Trump aus dieser rein sportlichen Entscheidung umgehend ein massives Politikum, da er der festen Überzeugung war, dass überhaupt kein regelwidriges Verhalten vorlag.

Fußballregeln sind Trump unbekannt: Spott nach Pressekonferenz

Trump polterte demnach, es sei für ihn ganz klar „kein Foul“ gewesen. Jedoch: Bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Oval Office gab Trump unumwunden zu, von den grundlegendsten Fußballregeln kaum Ahnung zu haben. Er tätigte die „irre Aussage“ – so formuliert es die Bild –, dass er bis zu diesem Vorfall schlichtweg „nicht wusste, was eine Rote Karte ist“ und welche Konsequenzen diese nach sich zieht.

Das sorgt jetzt für einigen Spott. Ein paar Beispiele aus den Youtube-Kommentarspalten: „Also ist er Arzt, Wissenschaftler, Jesus, Profi-Golfer, ein Möchtegern-König und heute ist er FIFA-Schiedsrichter“, witzelt zum Beispiel @Dabeachguy. „Die FIFA lässt sich von einem Typen beraten, der auf seinem eigenen Golfplatz beim Golfen betrügt“, meint @TheSevyn7up zu der Sache. Und @criticvoter gibt sich andeutungsreich:Don Donaldo und sein italienisch-schweizerischer Capo“ – mit Blick auf Infantino.

UFC Freedom 250: Trumps Kampfsportspektakel am Weißen Haus in Bildern

Trump lässt Kampf-Arena bauen – Startschuss vor dem Weißen Haus
Szene aus dem Oval Office: US-Präsident Trump bei einem Pressetermin mit Mixed-Martial-Arts-Kämpfern (6. Mai 2026)
Der Weltmeisterschaftsgürtel der UFC für UFC Freedom 250
Das Logo für das Kampfsportspektakel UFC Freedom 250 ist bereits entworfen und wird hier vor dem Weißen Haus installiert.
UFC Freedom 250: Trumps Kampfsportspektakel am Weißen Haus in Bildern

Denn, so die Vorgeschichte: Die FIFA-Führung griff nach Trumps Beschwerde direkt ein, nachdem der US-Präsident persönlich zum Hörer gegriffen und eine Lösung für seinen gesperrten Star-Stürmer verlangt hatte. Die FIFA setzte daraufhin die eigentlich vollautomatische Sperre für das anstehende Spiel gegen Belgien „zur Bewährung“ aus – ein Vorgang, der das Regelwerk des Weltverbands faktisch beugt und in der Geschichte des Turniers einmalig ist, wie AP News berichtete.

Trump bei der Fußball-WM: „Habe Infantino um Überprüfung gebeten“

Warum Trump diese automatische Sperre so vehement ablehnte, verdeutlichte er in weiteren Ausführungen. Der Guardian zitierte den US-Präsidenten mit seinem völligen Unverständnis über das standardisierte Sanktionssystem des Fußballs. Für Trump entbehrte es jeder Logik, wie man einen Spieler „für ein Spiel bestrafen kann, das noch gar nicht gespielt wurde“.

Dass es sich bei den Berichten über das Telefonat nicht um Gerüchte handelte, wurde wenig später offiziell bestätigt. Das SRF betonte insbesondere die Tatsache, dass Trump keinerlei Hehl aus seiner Einmischung machte. Er bestätigte ganz offen vor der Presse: „Ich habe Infantino um eine Überprüfung gebeten.“

Das SRF kommentierte, dass diese offene Bestätigung der Einflussnahme die so oft propagierte Unabhängigkeit des Sports von der Politik schwer beschädigt und ernsthafte Fragen zur Integrität der FIFA aufwerfe. (Quellen: Bild, AP News, Guardian, SRF) (frs)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/PA Wire | Suzanne Plunkett

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