Geburtstag mit Symbolkraft
UFC-Käfigkämpfe am Weißen Haus: Trump inszeniert 80. Geburtstag als Machtdemonstration
Donald Trump macht seinen 80. Geburtstag zur Machtdemonstration. Vor dem Weißen Haus steigen UFC-Kämpfer in den Käfig. Kritiker sind entsetzt.
Wo sonst Staatsgäste empfangen werden und Präsidenten zu Marine One laufen, steigen nun Kämpfer in den Käfig. Donald Trump macht seinen 80. Geburtstag zum Spektakel und verwandelt den Südrasen des Weißen Hauses in eine Arena für Mixed Martial Arts. Die Bilder gehören schon vor dem ersten Kampf zu den außergewöhnlichsten Szenen, die das politische Zentrum der Vereinigten Staaten je erlebt hat.
Wie AP berichtet, stehen sieben Kämpfe unter dem Titel „UFC Freedom 250“ auf dem Programm. Die Veranstaltung soll zugleich den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit feiern. Reuters schreibt, dass sich Sport und politische Inszenierung bei dem Event so eng wie kaum zuvor miteinander verbinden.
Trump feiert 80. Geburtstag mit UFC-Kämpfen am Weißen Haus
Die New York Times notiert, dass rund 4300 Zuschauer direkt auf dem South Lawn Platz finden. Überragt wird die Arena von einer fast 30 Meter hohen Stahlkonstruktion namens „The Claw“, die sogar höher als Teile des Weißen Hauses aufragt. Weitere Zehntausende Fans sollen die Kämpfe außerhalb des Geländes auf Großbildschirmen verfolgen, berichtet Reuters.
Trump hatte seine Begeisterung für die Veranstaltung nie verborgen. Gegenüber Journalisten erklärte er nach Angaben der WELT auf die Frage nach dem ungewöhnlichen Geburtstagswunsch schlicht: „Ganz einfach: Ich mag es.“ UFC-Chef Dana White kündigte laut AP an, dass die Show „bei Regen oder Sonnenschein“ stattfinden werde.
UFC Freedom 250: Trumps Kampfsportspektakel am Weißen Haus in Bildern




UFC Freedom 250: Trumps Machtdemonstration mit Käfigkämpfen
Die Verbindung zwischen Trump und UFC-Chef Dana White reicht mehr als 25 Jahre zurück. Reuters berichtet, dass Trump der damals umstrittenen Liga Veranstaltungen in seinem Taj Mahal Casino in Atlantic City ermöglichte, als andere Veranstalter den Sport mieden. White sagte später über Trump: „Er gab uns unseren Start, als niemand mit uns reden wollte.“
Aus der geschäftlichen Beziehung wurde eine enge politische Partnerschaft. Die New York Times bemerkt, dass White Trump im Wahlkampf unterstützte und Kontakte zu bekannten Influencern vermittelte. Reuters zufolge gilt die UFC mit ihrer jungen und überwiegend männlichen Anhängerschaft als eine Zielgruppe, die Trump besonders erfolgreich ansprechen konnte.
„Blut und Spiele“: Kritik an Trumps Mega-Event
Nicht alle Amerikaner können dem Spektakel etwas abgewinnen. Die Protestbewegung „No Kings“ hat nach Angaben der Tagesschau zu Demonstrationen rund um Trumps Geburtstag aufgerufen. Bürgerrechtler Al Sharpton erklärte demnach: „Die wollen zurück in eine Zeit, in der Menschen anderen zur eigenen Unterhaltung beim Kämpfen zugesehen haben.“
Auch Umfragen zeigen Skepsis. Bloomberg verweist auf eine Erhebung von YouGov, wonach 51 Prozent der Amerikaner die Kämpfe am Weißen Haus ablehnen, während nur 27 Prozent sie befürworten. Kritiker sprechen deshalb von „Blut und Spielen“ im Herzen der amerikanischen Demokratie.
Trumps „UFC Freedom 250“ im Überblick
| Punkt | Details |
|---|---|
| Anlass | Trumps 80. Geburtstag, 250 Jahre USA |
| Ort | Südrasen des Weißen Hauses |
| Kämpfe | Sieben UFC-Duelle |
| Zuschauer | 4.300 vor Ort, Zehntausende außerhalb |
| Kosten | Über 60 Mio. Dollar |
| Gastgeber | Trump und Dana White |
| Besonderheit | 28 Meter hohe „The Claw“-Arena |
| Gerichtsstreit | Klage gescheitert |
Gericht stoppt Käfigkämpfe vor dem Weißen Haus nicht
Juristisch wurde versucht, die Veranstaltung in letzter Minute zu verhindern. Zwei Kläger argumentierten vor Gericht, das Weiße Haus und andere nationale Wahrzeichen würden für kommerzielle Zwecke missbraucht. Zudem sei die enge Verbindung zwischen Trump und UFC-Chef Dana White problematisch.
Bundesrichter Amit Mehta lehnte den Antrag jedoch ab. Nach Angaben der New York Times verwies er auf die monatelangen Vorbereitungen, die Beteiligung mehrerer Behörden und bereits investierte mehr als 60 Millionen Dollar. Gleichzeitig äußerte der Richter Bedenken über eine mögliche „kommerzielle Ausbeutung“ geschützter nationaler Wahrzeichen.
Maskulinität und Härte: Wie Trump sein politisches Bild inszeniert
Für Beobachter ist die Veranstaltung weit mehr als ein Sportereignis. Einige erkennen in den Kämpfen eine Symbolik Amerikas, das Trump als stark, maskulin und hart präsentieren wolle. Bilder von Käfigkämpfern vor dem Weißen Haus sollen Teil seines politischen Vermächtnisses werden.
Die New York Times beschreibt die gewaltige Arena als ein Stück Las Vegas mitten in Washington. Historiker Douglas Brinkley sagte der Zeitung, Trump verwandle den Regierungssitz in „eine Art High-Energy-Drink-, Hulk-Hogan-Werbung“. Für Unterstützer symbolisiert die Show Stärke, Kritiker sehen darin eine bewusste Provokation.
Mehr als 60 Millionen Dollar: Kosten und Sponsoren des UFC-Spektakels
Nach Angaben diverser US-Medien kostet die Veranstaltung mehr als 60 Millionen Dollar. Offiziell übernimmt die UFC die Ausgaben, gleichzeitig sind zahlreiche Bundesbehörden an Organisation und Sicherheit beteiligt. Dazu gehören unter anderem Secret Service und Heimatschutzministerium.
Reuters berichtet über Sponsoren wie Crypto.com und den Autobauer Ram. Die Nachrichtenagentur verweist außerdem darauf, dass Trumps Finanzangaben einen Aktienkauf bei TKO Group Holdings, der Muttergesellschaft der UFC, ausweisen. Die Trump Organization erklärte, die Investitionen würden unabhängig verwaltet.
Trump setzt auf Bilder für sein politisches Erbe
Für Trump geht es an diesem Abend um mehr als Sport. Die Bilder von Käfigkämpfen vor dem Weißen Haus sollen in Erinnerung bleiben. Der frühere Obama-Berater Ben Rhodes sagte der WELT: „Trump hat eine Geschichte zu erzählen. Und diese Geschichte handelt vor allem von ihm selbst.“
Auch außerhalb der USA blickt man mit Skepsis auf das Spektakel. Die South China Morning Post verweist etwa darauf, dass die UFC in nur wenigen Jahrzehnten den Weg von einem einst als „menschlicher Hahnenkampf“ verspotteten Nischensport bis auf den Rasen des Weißen Hauses geschafft habe. Gleichzeitig findet das Spektakel vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts, hoher Energiepreise und sinkender Zustimmungswerte für Trump statt. Für MAGA-Anhänger ist die Show ein Zeichen amerikanischer Stärke, für Kritiker dagegen ein Symbol für die zunehmende Vermischung von Politik, Unterhaltung und persönlicher Machtdemonstration. (Quellen: AP, Reuters, New York Times, WELT, Bloomberg, South China Morning Post, Tagesschau) (chnnn)
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