Schiffe sitzen weiterhin fest

US-Verbündeter zwingt Trump zur Hormus-Kehrtwende: Project Freedom kollabiert

Trump stoppt seinen Hormus-Einsatz „Project Freedom“ nach nur zwei Tagen. Einem Bericht nach soll Saudi-Arabien den USA den Luftraum gesperrt haben.

US-Präsident Donald Trump hat im Iran-Krieg überraschend sein angekündigtes „Project Freedom“ ausgesetzt. Am Montag startete der Einsatz, um eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus zu gewährleisten. Bereits am Mittwoch setzte der US-Präsident den US-Einsatz „für kurze Zeit“ aus, wie Trump auf Truth Social schrieb. Laut einem Bericht von NBC News soll für die rasche Kehrtwende des US-Präsidenten vor allem der Druck eines Verbündeten im Nahen Osten ausschlaggebend gewesen sein.

Das iranische Containerschiff Hamouna ankert in der Straße von Hormus vor Bandar Abbas. 2. Mai 2026.

Demnach soll Saudi-Arabien den USA die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts „Prince Sultan“ südöstlich von Riad sowie den Durchflug durch den saudischen Luftraum verweigert haben – als direkte Reaktion auf Trumps überraschend angekündigtes „Project Freedom“. Das geht aus Aussagen zweier US-Regierungsbeamter hervor. Ein anschließendes Telefonat zwischen Trump und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman brachte keine Einigung, sodass der Präsident das Projekt pausieren musste, um den Zugang zum strategisch wichtigen Luftraum nicht dauerhaft zu gefährden, wie NBC News weiter berichtet.

Druck aus Saudi-Arabien: „Project Freedom“ wenige Tage nach Start vor dem Aus

Auch andere Golfstaaten hatte die Ankündigung überrumpelt: Mit Katar sprach Trump erst, nachdem die Operation bereits begonnen hatte. Ein omanischer Diplomat bestätigte gegenüber NBC News: „Die USA gaben eine Erklärung ab und stimmten sich anschließend mit uns ab“ – koordiniert worden sei erst nach der öffentlichen Bekanntmachung, Verärgerung darüber gebe es jedoch nicht.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Iran-Krieg - Iran
Angriff auf den Iran - Iran
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
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Ein saudischer Regierungsvertreter wies den Vorwurf mangelnder Abstimmung indirekt zurück: „Das Problem bei dieser Annahme ist, dass sich die Dinge in Echtzeit sehr schnell entwickeln.“ Saudi-Arabien sei den diplomatischen Bemühungen Pakistans, einen Deal zwischen Iran und den USA zu vermitteln, „sehr hilfsbereit“.

Befürchtungen vor neuer Eskalation im Iran-Krieg – Straße von Hormus bleibt blockiert

Nach gegenseitigen Angriffen in der Straße von Hormus seit Montag waren Befürchtungen gewachsen, die seit rund einem Monat geltende und von Trump zuletzt einseitig auf unbestimmte Zeit verlängerte Waffenruhe könnte scheitern. Mit dem „Project Freedom“ wollten die USA die blockierte Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnen. Die Meerenge ist für die Weltwirtschaft unter anderem wegen der Exporte von Öl und Flüssiggas aus den Staaten am Persischen Golf von entscheidender Bedeutung.

Im Rahmen von „Project Freedom“ hatte die US-Marine lediglich zwei der rund 1600 festsitzenden Schiffe durch das 34 Kilometer breite Nadelöhr geleitet – darunter ein Frachter des dänischen Konzerns „Maersk“, der seit Ausbruch der Kämpfe im Februar im Persischen Golf eingeschlossen war, wie CNN berichtet. Trotz eines Waffenstillstands fliegen weiterhin Raketen über die strategisch bedeutende Wasserstraße.

Reedereien wollen im Iran-Krieg kein Risiko eingehen

Reedereien und Versicherer bleiben zurückhaltend und wollen kein Risiko eingehen, durch den Iran unter Beschuss zu geraten. Kriegsklauseln in Versicherungsverträgen schließen Deckungsschutz für Schiffe in aktiven Konfliktzonen aus, was einen Transit ohne finanzielle Absicherung für die Unternehmen zum existenziellen Risiko macht. Gene Seroka, Geschäftsführer des Hafens von Los Angeles, bringt die Stimmung in der Branche gegenüber CNN auf den Punkt: „Nur ein echtes Friedensabkommen, das sich in der Praxis bewährt, wird das Vertrauen der Handelsschifffahrt gewinnen.“ Seroka zufolge habe er keinen einzigen Reederei-Chef gefunden, der bereit sei, Ladung oder Personal selbst unter Schutz des US-Militärs zu bewegen.

Hapag-Lloyd, eine der weltgrößten Containerreedereien, hatte laut eigenen Angaben geprüft, die US-Militäreskorte für seine verbliebenen vier Schiffe in der Straße zu nutzen. Nach der Aussetzung von „Project Freedom“ steht das Unternehmen erneut vor Ungewissheit. „Da sich die Lage über Nacht erneut geändert hat, müssen wir abwarten, ob und wie das funktionieren wird“, sagte Nils Haupt, Senior Direktor Kommunikation bei Hapag-Lloyd.

Mögliche Annäherung zwischen Washington und Teheran im Iran-Krieg

Unterdessen zeigt sich Trump weiter optimistisch, den Iran-Krieg bald beenden zu können. Washington wartet auf Teherans Antwort auf ein 14-Punkte-Memorandum, das Trumps Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner aushandeln, wie das US-Medium Axios zuerst berichtete. Das Dokument sieht ein iranisches Moratorium auf Urananreicherung, US-Sanktionserleichterungen sowie die Freigabe eingefrorener Gelder vor. Trump drohte bei Scheitern offen mit Militärschlägen: „Wenn sie sich nicht einigen, beginnen die Bombardements, und diese werden leider in viel größerem Umfang und mit viel größerer Intensität stattfinden als zuvor.“ Irans Außenministerium bestätigte, den Vorschlag noch zu prüfen. (Quellen: NBC News/dpa/CNN/Axios) (sischr)

Rubriklistenbild: © AMIRHOSSEIN KHORGOOEI/ISNA/AFP

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