Unterstützung für Harris

US-Wahl: Nach Swift-Beitrag strömen Hunderttausende zur Registrierungsseite

Nachdem der Musik-Star auf Instagram Kamala Harris und die US-Wahl unterstützt hatte, erlebte die Seite zur Wählerregistrierung einen Besucheransturm.

Washington D.C. – Über 400.000 Menschen lockte Superstar Taylor Swift innerhalb von 24 Stunden mit ihrem Instagram-Post auf die Wählerregistrierungsseite für die US-Wahl im November. Die Zahlen wurden von den Betreibern der Seite vote.gov gegenüber variety bestätigt. Die 34-Jährige postete einen benutzerdefinierten Link für ihre über 284 Millionen Fans auf Instagram. Zum Vergleich: In der Woche zuvor hatte die Seite durchschnittlich rund 30.000 Besucher pro Tag.

Harris erhält Unterstützung von Mega-Star im US-Wahlkampf: Swift wirbt auf Instagram für die Demokratin

Nicht bekannt, ist hingegen, wie viele dieser Besucher sich anschließend als Wähler registriert haben. Die Betreiber der Seiten schätzen jedoch, dass es am 11. September (Mittwoch) über 27.000 Neuregistrierungen über die Website gegeben hat und über 80.000 Menschen ihren Registrierungsstatus bestätigten.

Denn Benutzer können sich nicht bei vote.gov registrieren. Stattdessen werden die Einwohner auf die Wahl-Websites ihrer Bundesstaaten weitergeleitet, wo sie sich direkt bei ihrem Bundesstaat registrieren müssen.

Neben dem Aufruf im November seine Stimme abzugeben, warb Swift auch für die Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris (Demokratin). Gleich nach dem TV-Duell der beiden US-Präsidentschaftskandidaten Harris und Donald Trump verkündete Megastar Swift auf Instagram, dass sie die Demokratin Harris wählen werde.

Swift bricht ihr langes Schweigen zur US-Wahl und stichelt gegen Trumps Vizepräsidentenkandidaten

Damit brach die US-Sängerin ihr langes Schweigen, das bei einigen Fans bereits für Irritation gesorgt hatte. Swift hat sich die gut anderthalbstündige Debatte nach eigenen Angaben angeschaut und äußerte sich in ihrem Instagram-Post überzeugt, dass Harris „eine begabte Anführerin mit ruhiger Hand“ sei und dass die Menschen in den USA „so viel mehr erreichen, wenn wir von Ruhe und nicht Chaos geleitet werden“.

Fans hatten lange warten müssen: Nun positioniert sich Taylor Swift im US-Wahlkampf.

Mit einem Lob für Harris‘ Vizepräsidentenkandidaten Walz zeigte die Pop-Sängerin zugleich, welche politischen Positionen zu ihrer Wahlentscheidung beigetragen haben. Walz setze sich schon lange für „LGBTQ+-Rechte“ und das „Recht einer Frau über ihren eigenen Körper“ - also das Recht auf Abtreibung - ein, schrieb sie.

Die 34-Jährige unterzeichnete ihren Post mit „Taylor Swift, kinderlose Katzenfrau“, eine ironische Anspielung auf eine despektierliche Äußerung von Trumps Vizepräsidentenkandidaten J.D. Vance über Anhänger der Demokratischen Partei - und stellte ein Foto von sich in schwarzem Pulli mit einer flauschigen Katze auf dem Arm dazu.

Reichweite Swifts wird ausgenutzt: KI-generierte Videos werben für Trump

Wegen Swifts enormen Einflusses wird sie allerdings immer wieder zum Objekt von politischer Desinformation und Verschwörungsmythen der politischen Rechten. Kürzlich habe sie eine mit Künstlicher Intelligenz generierte Fälschung gesehen, in der sie angeblich zur Wahl von Trump aufrief, schilderte Swift in ihrem Instagram-Post nach dem TV-Duell. Dies habe sie zu dem Schluss kommen lassen, „dass ich sehr transparent hinsichtlich meiner aktuellen Pläne für diese Wahl als Wählerin sein muss“.

Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Mit dem Verzicht von Joe Biden auf die Kandidatur der Demokraten rückt seine Stellvertreterin Kamala Harris vor der US-Wahl 2024 in den Fokus.
Nachdem die Demokraten die Vizepräsidentin aufgestellt haben, hat Harris die Chance, als erste Frau in der Geschichte der USA das Präsidentenamt zu übernehmen. Damit wäre sie die mächtigste Frau der Welt.
Harris wurde am 20. Oktober 1964 in Oakland im Bundesstaat Kalifornien geboren. Ihr Vater war aus Jamaika in die USA eingewandert, um Wirtschaft zu studieren. Ihre Mutter, eine 2009 verstorbene Brustkrebsforscherin, kam aus Indien in die USA. Sie kam aus Indien und lernte Harris‘ Vater in den 60er Jahren in den USA kennen. 
Harris und ihre jüngere Schwester Maya wuchsen bei ihrer Mutter auf, zeitweise lebten sie im kanadischen Montreal. „Sie erzog uns zu stolzen, starken Schwarzen Frauen. Und sie hat uns beigebracht, unser indisches Erbe zu kennen und darauf stolz zu sein“, sagte Harris 2020 in einer Rede. Darin betonte sie auch, dass die USA einen Präsidenten brauchten, „der uns alle zusammenbringt – Schwarze, Weiße, Latinos, Asiaten, Indigene – um die Zukunft zu erreichen, die wir gemeinsam wollen“.
Bilder einer Karriere: Kamala Harris strebt Präsidentenamt in den USA an

Swift betonte, ihre Wahlentscheidung für Harris sei das Ergebnis einer gewissenhaften „Recherche“ über die Kandidaten und ihre Pläne. Sie rief ihre Fans auf, sich ebenfalls über die Präsidentschaftskandidaten zu informieren. Außerdem warb sie dafür, Möglichkeiten einer frühen Stimmabgabe schon vor dem eigentlichen Wahltermin am 5. November zu nutzen und auf jeden Fall vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Als Beitrag dazu verlinkte sie ihre Botschaft mit der Online-Registrierung als US-Wähler.

Trump wettert gegen Swift: Für Unterstützung der Demokraten werde sie „einen Preis bezahlen“

Eine Wahlempfehlung sprach der Superstar also nicht aus. Swift kann allerdings davon ausgehen, dass viele ihrer zahlreichen treuen Fans sich von ihrer Entscheidung für Harris beeinflussen lassen. Der Abschiedsgruß von Swifts Botschaft lautete „Mit Liebe und Hoffnung“ - und binnen einer halben Stunde bekam ihr Plädoyer für Harris mehr als zwei Millionen Likes.

Trump sagte am Mittwoch (11. September) im rechtsgerichteten Sender Fox News, er sei ohnehin kein „Fan“ von Swift gewesen. Die Sängerin sei „eine sehr liberale Person“ und scheine „immer einen Demokraten zu unterstützen, und dafür wird sie wahrscheinlich auf dem Markt einen Preis zahlen“ (bg/dpa).

Rubriklistenbild: © Pedro Ugarte/AFP

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