„Wenn sie keinen Deal machen“

Nach Abwurf auf Irans Atomfabrik: USA ordern neue Bunkerbrecher – Trump droht mit „traumatischen“ Folgen

Das US-Militär rüstet weiter auf, Donald Trump droht dem Iran erneut. Zunächst pocht der US-Präsident aber noch auf Verhandlungen.

Das US-Militär will nach dem ersten Kampfeinsatz seiner massiven bunkerbrechenden Bomben vom Typ GBU-57 im Iran neue Exemplare der Munition bestellen. Die Neuanschaffungen seien notwendig, „um die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen“, begründete das US-Verteidigungsministerium unter Präsident Donald Trump die Ausschreibung. Der Einsatz gegen unterirdische Atomanlagen im Iran liegt etwa neun Monate zurück.

Die bunkerbrechende GBU-57-Bombe kann auch sehr tief liegende Anlagen angreifen. Damit droht Donald Trump dem Iran.

Die Bestellung erfolgt in einer Phase erneut zunehmender Spannungen zwischen Washington und Teheran. Trump warnte das Mullah-Regime erst am Donnerstag (12. Februar): „Das wird sehr traumatisch für den Iran, wenn sie keinen Deal machen.“ Gleichzeitig scheint Trump im Streit um das iranische Atomprogramm aktuell auf Verhandlungen zu setzen. Einen härteren Iran-Kurs, wie von Israels Ministerpräsident Netanjahu gewünscht, lehnte er zunächst ab.

GBU-57-Bomben kamen beim US-Angriff auf den Iran im Juni 2025 zum Einsatz

Bei dem US-Angriff auf den Iran im vergangenen Juni wurden insgesamt 14 der gewaltigen Bunkerbrecher eingesetzt, die meisten davon gegen die besonders tief liegende Anlage Fordo. Es handelte sich um den ersten Kampfeinsatz dieser Waffe in der US-Geschichte. Die mit GPS-Systemen präzisionsgelenkten Bomben sind etwa sechs Meter lang und wiegen 13,6 Tonnen. Aufgrund ihrer Dimensionen können sie ausschließlich von Tarnkappenbombern des Typs B-2 abgeworfen werden.

Die GBU-57-Bomben wurden speziell für tief unter Felsgestein, Erdschichten oder Beton liegende Ziele entwickelt. Mit der Wucht ihres eigenen Gewichts rammen sie sich nach dem Abwurf aus großer Höhe tief in den Untergrund, bevor die Sprengladung detoniert. „Die Ummantelung des Sprengkopfs ist aus einer speziellen Hochleistungs-Stahllegierung hergestellt und das Design ermöglicht eine große Sprengladung unter Beibehaltung der Integrität der Bombe während des Einschlags“, erläutert ein Dokument des US-Militärs.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

USA bestellen weitere GBU-57-Bomben: Aktuelle Menge ist nicht bekannt

Aus dem teilweise geschwärzten Ausschreibungsdokument des US-Militärs geht allerdings weder hervor, wie viele der Bunkerbrecher nun beim Hersteller Boeing bestellt werden sollen, noch wann mit der Lieferung zu rechnen ist. Der Wert des Auftrags für die Bomben und damit verbundene Dienstleistungen wird mit der höchsten Kategorie von „mehr als 100 Millionen US-Dollar“ beziffert.

Auch die genaue Anzahl der im US-Arsenal befindlichen GBU-57-Bomben ist nicht öffentlich bekannt. Nach Angaben von 2015 hatte die Luftwaffe 20 Exemplare dieser auch als „Massive Ordnance Penetrator“ (MOP) bekannten Waffen bestellt.

Iran-Konflikt: Trump schickt nächste US-Flugzeugträger in den Nahen Osten

Das US-Militär hat zuletzt massiv Kräfte in der Golfregion zusammengezogen, der Iran-Konflikt droht zu eskalieren. So hat das Pentagon US-Medienberichten zufolge die Entsendung eines zweiten US-Flugzeugträgers in den Nahen Osten angeordnet. Der Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ und seine Begleitschiffe sollen sich demnach dem Verband rund um den Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ anschließen.

Mit Blick auf den Iran hatte Trump schon am Dienstag (10. Februar) in einem Interview mit Axios gesagt, dass er erwäge, einen zweiten US-Flugzeugträger samt der zugehörigen Schiffe in die Region zu verlegen. „Entweder wir schließen ein Abkommen oder wir müssen wie beim letzten Mal sehr harte Maßnahmen ergreifen“, sagte Trump. Es müsse „ein gutes Abkommen“ sein, denn der Iran sei in den vergangenen Jahren „sehr unehrlich“ zu den USA gewesen. (Quellen: dpa, AFP, Axios) (nak)

Rubriklistenbild: © Montage: Uncredited/US Air Force/dpa Evan Vucci/dpa/AP

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