Trump verspottet Macron und NATO

„Behandelt ihn extrem schlecht“: Trump lästert über Macrons Frau Brigitte – Weißes Haus löscht Video

US-Präsident Trump scheut sich nicht davor, andere Regierungschefs zu verspotten. Auch Macron dürfte das bestens bekannt sein. Nun legt der Republikaner nach.

US-Präsident Donald Trump ist dafür bekannt, seine Amtskollegen weltweit immer wieder aufs Korn zu nehmen – oder im Weißen Haus vorzuführen, so wie er es im März des Vorjahres mit Wolodymyr Selenskyj getan hatte. Auch Frankreichs Ministerpräsident Emmanuel Macron bekommt Trumps Häme immer wieder zu spüren: So etwa bereits im Januar, als der Republikaner Frankreichs Regierungschef bei einer Rede über Zölle auf biedere Weise nachahmte und so für Spott sorgte. 

Fotomontage Donald Trumps (l.) sowie Emmanuel und Brigitte Macrons (r.)

Nun mokierte sich Trump erneut über Frankreichs Regierungschef. Und lässt gegenseitigen Respekt auf weltpolitischer Führungsebene damit weiter vermissen. 

Trump verspottet Macron – „Er erholt sich noch immer von ihrem rechten Schwinger an den Kiefer“

Während Trumps Seitenhiebe oder direkte Angriffe auf führende Politiker weltweit nach über einem Jahr seiner zweiten Amtszeit längst zu einem rhetorischen Muster geworden sind, setzte der US-Präsident hinsichtlich Macron nun noch eins drauf. Ins Spiel brachte Trump mit seiner neuen Häme gegenüber Macron nämlich auch eine Ebene, die das Privatleben von Frankreichs Ministerpräsident aufgreift.

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In einem Video von einem privaten Mittagessen am Mittwoch (1. April), das für kurze Zeit auf dem offiziellen YouTube-Kanal des Weißen Hauses zu sehen war, spottete Trump über Macron und verknüpfte seine Aussagen mit erneuter Kritik an der NATO. „Wir brauchen sie nicht, aber ich habe dennoch gefragt“, sagte Trump der Nachrichtenagentur AFP zufolge in der Aufnahme, die das Weiße Haus kurz nach Veröffentlichung wieder löschte. 

„Ich rufe also Frankreich an, Macron, dessen Frau ihn extrem schlecht behandelt. Er erholt sich noch immer von ihrem rechten Schwinger an den Kiefer“, legte Trump nach. Damit bezog sich der Republikaner auf eine Aufnahme aus dem Jahr 2025, auf der Brigitte Macron ihren Mann auf einer Vietnam-Reise scheinbar ins Gesicht schlägt. Macron selbst wies jene Interpretation der Aufnahmen von seiner Frau und ihm daraufhin entschieden als Teil einer Desinformationskampagne zurück.

Trump fordert für Iran-Krieg Unterstützung von Macron –„Könntest du bitte sofort Schiffe schicken“

Trump nahm seine an Macron gerichtete Häme anschließend als Ausgangspunkt für erneute Kritik an den NATO-Bündnispartnern, die er seit Beginn des Kriegs im Iran immer wieder heftig angeht. Aus Sicht des Republikaners nämlich gewähren die NATO-Partner den USA nicht die Unterstützung, die den US-Streitkräften aus Trumps Sicht zustünde. Wie die AFP berichtete, fuhr Trump im mittlerweile gelöschten Video des Weißen Hauses fort: „Und ich sagte: ‚Emmanuel, wir hätten gerne ein bisschen Hilfe am Golf, auch wenn wir gerade Rekorde darin brechen, böse Menschen auszuschalten und Raketen auszuschalten‘“, gab sich Trump offensiv. 

Der US-Präsident fuhr fort: „Wenn du es ermöglichen kannst, könntest du bitte sofort Schiffe schicken’“. Anschließend setzte Trump dann dazu an, Macron erneut in gespielt französischem Akzent nachzuahmen: „Nein, nein, nein, wir können das nicht machen, Donald. Wir können es machen, wenn der Krieg gewonnen ist“, spottete der US-Präsident weiter.

Auch die NATO erntet erneut Kritik und Spott von Trump

Doch auch dabei beließ es Trump nicht, sondern fuhr mit erneut heftigen Seitenhieben gegen die NATO und ihren Bündnispartnern fort: „Ich habe das also über die NATO gelernt, die NATO wird nicht da sein, wenn es jemals zu der großen Sache kommt“, sagte Trump. Er fügte an: „Ihr wisst schon, was ich mit ‚der großen Sache‘ meine“, vertiefte seine Ausführungen dazu jedoch nicht. Trump bezeichnete die NATO außerdem zum wiederholten Male als „Papiertiger“ und kritisierte damit das aus seiner Sicht ineffiziente Walten des Bündnisses. 

Erst am Mittwoch (1. April) hatte der britische Telegraph ein Interview mit Trump veröffentlicht, in dem der US-Präsident diesen Begriff für die Militärallianz benutzte. Trump und sein Außenminister Marco Rubio kündigten zudem an, die Nato-Mitgliedschaft der USA nach Beendigung des Iran-Kriegs zu überdenken. (Quellen: AFP, Telegraph)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP Pool | Alex Brandon, picture alliance/dpa/Pool AP | Jean-Francois Badias

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