Drohungen aus den USA

Wadephul trifft Trumps Minister Rubio: Grönland-Drohungen überschatten Ukraine-Gespräche

Trump droht Grönland. Als Reaktion schlagen europäische Partner eine stärkere NATO-Präsenz in der Arktis vor. Wadephul wird mit Rubio sprechen.

Washington, D.C. – Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) trifft am Montag (12. Januar) in Washington seinen US-Kollegen Marco Rubio. Um 16.30 Uhr deutscher Zeit planen die Minister, zusammenzukommen. Im Zentrum der Gespräche stehen die Bemühungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens dürften die neuerlichen Drohungen von US-Präsident Donald Trump sein, Grönland notfalls mit Gewalt zu übernehmen.

Wadephul wies Trumps Besitzanspruch am Sonntag zurück. „Was mit Grönland geschieht, das entscheiden die Grönländerinnen und Grönländer“, sowie Dänemark, sagte er im ZDF. Zugleich müsse zusammen mit den USA darüber beraten werden, wie die Sicherheitsinteressen der NATO im Nordatlantik gewahrt werden können, „auch gegenüber China, gegenüber Russland“. Nach dem Treffen mit Rubio will Wadephul in New York mit UN-Generalsekretär António Guterres zusammenkommen.

Johann Wadephul (CDU), Bundesaußenminister, kommt mit dem Airbus A350 der Luftwaffe auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen an.

Wadephul in den USA: Fokus auf Ukraine und Grönland

Wadephul hatte bei einem Zwischenstopp in Island grundsätzliche Bereitschaft für einen größeren Beitrag Deutschlands zur militärischen Sicherheit in der Arktis erklärt. Die richtigen Antworten müssten im NATO-Rahmen gefunden werden, sagte der CDU-Politiker. Er reagierte damit auf andauernde Drohungen von Trump, der seine Generäle wohl zur Vorbereitung eines militärischen Invasionsplans angewiesen hatte.

„Der Nordatlantik ist geostrategisch enorm wichtig für unsere Allianz, für die NATO, und Island liegt hier am Knotenpunkt“, sagte Wadephul. Und: „Umso wichtiger ist es, dass wir hier zusammenarbeiten. Auch die Bundeswehr unterstützt bereits bei der Seeraumüberwachung.“ Wenn sich neue Herausforderungen ergäben, werde Deutschland prüfen müssen, was möglich sei.

Trump will Grönland: US-Präsident kümmert sich nicht um Auswirkungen auf NATO

Zuletzt bekräftigte US-Präsident Trump den Anspruch auf Grönland erneut. „Ein Abkommen zu schließen ist das Einfachste, aber wir bekommen Grönland, auf die eine oder die andere Weise“, sagte Trump am Sonntag (Ortszeit) an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. „Grönland sollte das Abkommen abschließen“, weil es nicht wolle, dass Russland oder China die Kontrolle übernähmen, fügte Trump hinzu.

„Wenn wir Grönland nicht nehmen, werden es Russland oder China tun, und das werde ich nicht zulassen“, sagte der Präsident. Mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf die NATO sagte Trump gegenüber Journalisten: „Wenn es sich auf die NATO auswirkt, dann wirkt es sich auf die NATO aus. Aber wissen Sie, sie (Grönland, Anm. d. Red.) brauchen uns mehr als wir sie.“

Trumps Drohungen gegen Grönland: Merz hofft auf Lösung im NATO-Rahmen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich an einer stärkeren NATO-Präsenz zur Verbesserung der Sicherheit Grönlands beteiligen werden. „Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muss“, sagte Merz bei seinem Indien-Besuch in Ahmedabad.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
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Wachsfiguren von Trump und Putin
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
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„Wir wollen einfach die Sicherheitslage für Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen.“ Er hoffe auf eine einvernehmliche Lösung innerhalb der NATO, sagte Merz. In welchem Umfang sich die Amerikaner beteiligen könnten, „das werden die Gespräche der nächsten Tage und Wochen zeigen“. 

Mehrere NATO-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt für einen Ausbau der Bündnispräsenz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen „Arctic Sentry“ (zu deutsch etwa: Wächter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. (Quellen: dpa, eigene Recherche) (bb)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

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