Trumps Kampf gegen „Wokeness“

Trump mischt in Debatte um Schauspielerin Sweeney mit: „Heißeste Werbung von allen“

Donald Trump schaltet sich zur umstrittenen Jeans-Werbung ein. Der US-Präsident feiert Sydney Sweeney, hetzt gegen Taylor Swift und stellt eine fragwürdige Rechnung auf.

Washington D.C. – „Sydney Sweeney Has Great Jeans“: Mit dieser Kampagne sorgt die US-Jeansmarke American Eagle für Aufruhr – US-Präsident Donald Trump will in der aktuellen Debatte offenbar nicht außen vor bleiben. Die Schauspielerin Sydney Sweeney habe „die ‚HEISSESTE‘ Werbung auf dem Markt“ urteilte der US-Präsident in einem Post auf seiner Online-Plattform Truth Social. „Hol sie dir, Sydney!“, feuerte der Republikaner hinterher.

Kritik an Jeans-Werbung mit Sweeney – Trump-freundliche Medien starten Gegenkampagne

Auf Social-Media-Plattformen hatte der Slogan der Werbung Aufsehen erregt – explizit ging es dabei um das Wortspiel mit dem englischen Wort für Gene – genes – und dem Wort Jeans. Beide Wörter werden im Englischen nahezu gleich ausgesprochen. In einem Clip sagt Sweeney: „Gene werden von den Eltern an ihre Nachkommen weitergegeben und bestimmen oft Merkmale wie Haarfarbe, Persönlichkeit und sogar Augenfarbe. Meine Jeans ist blau.“

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Donald Trump
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Für dieses Wortspiel, aber auch für die Art, wie sich die Schauspielerin in Szene setzt, wurden Sweeney und die Jeans-Marke in den vergangenen Tagen von Internet-Usern scharf kritisiert. „Vielleicht bin ich einfach zu woke. Aber eine blauäugige, blonde, weiße Frau zu nehmen und deine Kampagne darauf zu konzentrieren, dass sie perfekte Gene hat, fühlt sich seltsam an“, schrieb ein User zu dem Clip auf X. Einige unterstellten der Kampagne einen eugenischen und rassistischen Unterton. Konservative US-Medien starteten wiederum eine Gegenkampagne – gegen den „woken Mob“.

Donald Trump mischt in Debatte um Jeans-Werbung mit und greift Taylor Swift an

Eben diese „Wokeness“ ist es, an der sich nun auch der US-Präsident in seinem Post abarbeitet – mit einer äußerst zweifelhaften Darstellung eines angeblichen Erfolgsrezepts. So leitet Trump den Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen, aber auch von Prominenten, davon ab, ob diese in seinen Augen „woke“ sind oder nicht. Um seine These zu belegen, führt Donald Trump die Sängerin Taylor Swift an. Dass die Sängerin weltberühmt ist, eine riesige Fan-Base hat und laut Forbes die reichste Musikerin der Welt ist, scheint ihn dabei nicht zu interessieren.

Taylor Swift hatte im Wahlkampf die Demokratin Kamala Harris unterstützt. Trump reagierte darauf trotzig und postete: „Ich hasse Taylor Swift!“ Er habe die Welt darauf aufmerksam gemacht, dass er sie nicht leiden kann, schrieb der US-Präsident. Nun, sei Taylor Swift „NICHT MEHR HEISS“. Trump schlussfolgerte: „WOKE zu sein ist etwas für Verlierer, Republikaner zu sein ist das, was man sein will.“

Donald Trump: „Sydney Sweeney eine Republikanerin? Jetzt liebe ich ihre Werbung“

Als Beispiel hierfür sieht Donald Trump offenbar Sydney Sweeney. Nicht zum ersten Mal wird die US-Schauspielerin von rechtskonservativen Kräften in den USA aufgrund ihres Aussehens als eine Art Gegenbewegung zur vermeintlichen „Wokeness“ interpretiert. Sweeney selbst äußerte sich bislang nicht zu der Kritik an der Jeans-Kampagne.

US-Präsident Donald Trump meldet sich in der Debatte um die Jeans-Werbung der Marke American Eagle zu Wort. (Symbolbild)

Die Debatte um die Schauspielerin nahm noch einmal an Fahrt auf, als US-Medien veröffentlichten, dass Sweeney im öffentlich einsehbaren Wahlregister als Republikanerin registriert ist. Die Registrierung fand im Juni 2024 statt und damit vor der Wahl von Trump zum Präsidenten – ob Sweeney Trump gewählt hat, lässt sich daraus jedoch nicht schlussfolgern. Donald Trump feierte die Parteineigung dennoch: „Sydney Sweeney eine Republikanerin? Jetzt liebe ich ihre Werbung“, sagte der US-Präsident angesprochen auf die Berichte.

Donald Trumps Kampf gegen Wokeness: US-Präsident stampft DEI-Programme ein

Das Weiße Haus hatte sich bereits vor Tagen in die Debatte um die umstrittene Jeans-Werbung eingeschaltet. Kommunikationsdirektor Steven Cheung schrieb: „Die Cancel Culture läuft Amok.“ Dieses „verdrehte“ liberale Denken sei der Grund, warum die Amerikaner bei der Präsidentschaftswahl 2024 so gewählt haben, wie sie gewählt haben. Der Republikaner teilte dabei einen Kommentar des US-Senders MSNBC, in dem es hieß, die Werbung zeige eine „ungezügelte kulturelle Verschiebung hin zum Weißsein“. Auch Trumps Sohn, Donald Trump Jr., schaltete sich in Sachen Jeans-Werbung ein. Auf Instagram postete er ein KI-generiertes Bild des Präsidenten im Jeans-Outfit: „Donald is so hot right now!!!“

Donald Trumps Kampf gegen das, was er als woke definiert, ist nicht neu. „Unser Land wird nicht länger woke sein“, kündigte der US-Präsident im März bei einer Rede im US-Kongress an. Auf die Ankündigung folgten Taten: In den ersten 100 Tagen im Amt nutzte Trump seine Macht, um DEI-Programme (Diversity, Equity, Inclusion) auszumerzen und gegen Universitäten vorzugehen. (pav)

Rubriklistenbild: © IMAGO / UPI Photo, IMAGO / Middle East Images

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