Bittere Lehre

150-Millionen-Saison beim FC Bayern ist endgültig Geschichte

In der Saison 2022/2023 haben die Bayern fast 150 Millionen für neue Spieler ausgegeben. Positive Gefühle hinterließen höchstens zwei.

München – Der Transfersommer 2022 war voll des Lobes für Hasan Salihamidzic. Sensationstransfers und Verpflichtungen hoffnungsvoller Youngster hielten sich die Waage. Im darauffolgenden Winter war die Stimmung beim FC Bayern dann schon nicht mehr so rosig. Das Team wurde weiter verstärkt, doch so wirklich überzeugen konnte keiner der Spieler.

Mit dem endgültigen Abgang von Mathys Tel ist nun das komplette Transferpaket von 2022 Geschichte. Der französische Youngster war der einzige, der länger als zwei Jahre in München blieb und bei den Fans durchaus beliebt war. Doch auch er konnte sich sportlich nie richtig durchsetzen.

Millionenfresser und Bankwärmer: Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
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Die teure Bayern-Enttäuschung der Saison 2022/23

Der Sommer 2022 sollte für den FC Bayern der Beweis sein, dass man nach dem Lewandowski-Abgang schnell reagieren kann. Sadio Mané für 32 Millionen Euro, Matthijs de Ligt für 67 Millionen Euro und weitere Neuzugänge wie Ryan Gravenberch, Noussair Mazraoui und Mathys Tel kosteten insgesamt rund 137 Millionen Euro. Die Euphorie war besonders nach dem vermeintlichen Königstransfer Mané groß, die Realität ernüchternd.

Bereits in der ersten Saison zeigten sich die Probleme. Mané konnte nie an seine Liverpool-Form anknüpfen und geriet sogar mit Leroy Sané aneinander. De Ligt blieb trotz seiner Qualitäten oft nur zweite Wahl. Die anderen Neuzugänge konnten sich ebenfalls nicht langfristig durchsetzen.

Nach einem Treffer von Mathys Tel im Mai 2023 ließ sich Hasan Salihamidzic noch feiern. Nun ist auch Tel beim FC Bayern Geschichte.

Salihamidzic musste im Winter notgedrungen reagieren

Die 150 Millionen Euro machte dann noch die Winterpause fast voll. Yann Sommer musste wegen des Skiwanderunfalls von Manuel Neuer für neun Millionen von Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach losgeeist werden. Dazu kam der ablösefreie Zugang von Daley Blind und die Leihe von Joao Cancelo.

Was nun, drei Jahre nach dem Beginn der enttäuschenden Saison 2022/23, bleibt, ist die Warnung von großen Heilsversprechungen und übereilten Entscheidungen. Aber es bleiben auch positive Momente – zumindest für die Fans, die Mathys Tel von Anfang an in ihr Herz geschlossen hatten und die mit einer groß angelegten Kampagne versuchten, den Abgang von Matthijs de Ligt zu verhindern. (sch)

Rubriklistenbild: ©  IMAGO/Michael Weber

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