Altmeister bei Roma im Aufwind

Abwehrkrise: Hummels-Comeback beim BVB wirklich eine Option?

Im Winter könnte der BVB dazu gedrängt sein, seine Abwehr zu verstärken. Die Spekulationen um eine Rückkehr von Mats Hummels sind hartnäckig.

Dortmund – Borussia Dortmund fliegt zum Abschluss des Fußballjahres 2024 ein Detail in der Kaderplanung um die Ohren: In der Bundesliga wird Trainer Nuri Şahin am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim wohl kein einziger gelernter Innenverteidiger aus dem Profikader zur Verfügung stehen. Unter der Woche verletzte sich in der Champions League nach Waldemar Anton, Nachwuchstalent Filippo Mané und Niklas Süle auch Nico Schlotterbeck.

Sechser Emre Can wird gegen Hoffenheim wie so oft eine Reihe nach hinten rücken, neben ihm könnte der eigentliche Linksverteidiger Ramy Bensebaini aufgeboten werden. Weil Süle auch tief ins Jahr 2025 hinein ausfallen wird und Anton in den ersten Monaten beim BVB schon mehrfach körperliche Probleme hatte, wird über den möglichen Bedarf an einer Verstärkung im Wintertransferfenster diskutiert.

„Sie müssen definitiv handeln“, forderte dieser Tage etwa Dietmar Hamann. Auch unter den BVB-Fans ist diese Ansicht wohl mehrheitsfähig. Und für viele Anhänger ist auch klar, wer das Problem lösen könnte: Mats Hummels, der Dortmund erst im Sommer verlassen hat.

Manche beim BVB sollen sich nach Mats Hummels sehnen

Für den Weltmeister von 2014 wäre es die zweite Rückkehr nach Dortmund, nachdem er bereits 2019 von einem Intermezzo beim FC Bayern zurückgeholt wurde. Wie der TV-Sender Sky berichtet, soll es dabei beim BVB in der Tat Stimmen geben, die aufgrund der Notlage auf Hummels zurückgreifen würden. Auch Trainer Nuri Şahin könnte sich demnach wohl mit der Idee anfreunden, den meinungsstarken Routinier zurückzuholen.

Mats Hummels wurde erst im September beim BVB emotional verabschiedet.

Hummels bewies in der letzten Spielzeit mit einer herausragenden Saison in der Champions League, dass er sportlich immer noch viel geben kann. Allerdings zeigte der Ex-Nationalspieler in der Bundesliga nicht mehr in größter Konstanz hohes Niveau. Zudem gab es wiederholt Nebengeräusche um das mutmaßlich angespannte Verhältnis zum damaligen Trainer Edin Terzić.

Ausgerechnet kurz vor dem Champions-League-Finale gegen Real Madrid sorgten Aussagen in einem Interview von Hummels zu Terzić für viel Wirbel. Hätte der Altmeister nicht eine starke Leistung geboten, wäre das Thema nach der bitteren Niederlage des BVB vermutlich noch heißer gekocht worden.

Hummels wird bei der AS Rom inzwischen gefeiert

Auch vor diesem Hintergrund ist eine neuerliche Rückkehr von Hummels weitgehend auszuschließen. Immerhin hatte Dortmund im Sommer bewusst auf einen Generationswechsel in der Führungsebene der Mannschaft gesetzt und weder Hummels noch Marco Reus einen neuen Vertrag gegeben. Ein halbes Jahr später besteht zwar ein sportlicher Bedarf, eine Verpflichtung von Hummels wäre jedoch auch ein Rückschritt.

Ganz abgesehen davon ist der Weltmeister bei der AS Rom nach sehr zähem Start inzwischen angekommen, unter Trainer-Legende Claudio Ranieri kommt er regelmäßig zum Einsatz und wird von Fans sowie Medien für seine Leistungen gefeiert. „Professor Hummels verleiht der AS Rom Flügel“, hieß es zuletzt etwa in einer Schlagzeile.

Auch für Hummels selbst, der nach dem Ende seines Vertrags in Dortmund lange auf die passende Gelegenheit für das erste Auslandsabenteuer seiner Laufbahn gewartet hat, kommt deshalb wohl kaum infrage, nach sechs Monaten wieder beim BVB aufzuschlagen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Revierfoto

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