Alarm in der Bundesliga

Arabischer Transfer-Angriff beim BVB: Zwei Stars mit irren Summen umworben

Die Petrodollars fließen Richtung Bundesliga. Auch der BVB ist im Visier. Gleich zwei Stars wurden mit Mega-Angeboten aus Saudi-Arabien gelockt.

Dortmund – Das Aufrüsten im Profifußball auf der arabischen Halbinsel hat die Bundesliga bisher vergleichsweise kaltgelassen. Zwar erstarkt vor allem in Saudi-Arabien ein Konkurrent, der die Marktlage verkompliziert. Manchen Klubs kam aber gerade recht, dass die dortigen Geldgeber bereit sind, selbst in mittelmäßige oder in die Jahre gekommene Spieler zu investieren.

Zwei BVB-Stars sind im Visier der reichen Wüstenklubs gelandet.

Der FC Bayern freute sich zum Beispiel über al-Nassr als Abnehmer für Sadio Mané nach dessen enttäuschendem Jahr in München. Nun ist aber ein erster spektakulärer Fall anders gelagert: Mit Enzo Millot spült es den ersten jüngeren Leistungsträger nach Saudi-Arabien. Rund 30 Millionen Euro bekommt der VfB Stuttgart von Al-Ahli überwiesen. Und auch auf Borussia Dortmund gab es einen ‚arabischen Angriff‘.

Al-Hilal wollte die BVB-„Lebensversicherung“ holen

Wie Sky-Reporter Patrick Berger berichtet, wollte Al-Hilal Serhou Guirassy mit einem Mega-Angebot locken. Dem Guineer wurde demnach eine Gehaltsverdopplung von neun auf 18 Millionen Euro jährlich angeboten. Parallel dazu liegen Marcel Sabitzer laut Bild-Zeitung lukrative Offerten aus Saudi-Arabien und Katar vor. Beide Profis sollen die Avancen ablehnen und sehen sich in Dortmund.

Die Vermutung liegt nahe, dass der BVB in den beiden Fällen unterschiedlich reagiert hätte. Ein Verlust von Top-Stürmer Guirassy, der gerade erst für den prestigeträchtigen Ballon d‘Or nominiert wurde, wäre für Dortmund kaum aufzufangen gewesen, selbst bei einer irrwitzigen Ablösesumme. Nach 38 Toren in 50 Pflichtspielen ist Guirassy der unumstrittene Fixpunkt in Niko Kovačs System.

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Der Trainer spricht da gerne von der „Lebensversicherung“ des BVB. Sport-Geschäftsführer Lars Ricken hatte bereits im Sommer, als eine Ausstiegsklausel von Guirassy publik wurde, betont: „Er wollte unbedingt nach Dortmund. Und das nicht, um nach einem Jahr wieder abzuhauen.“ Diese Einstellung bewährte sich nun offenbar auch gegen die Verlockung der Petro-Dollars aus der Wüste.

Anders wäre vermutlich die interne BVB-Bewertung bei Sabitzer ausgefallen. Ein Verkauf des Österreichers wäre für die Vereinsführung durchaus interessant gewesen. Sabitzer verdient bis 2027 üppig, ist sportlich aber nicht unumstritten. Zuletzt soll sich der Mittelfeldmann eine deutliche Ansage zu seinem Auftreten in der Kabine seitens Chefcoach Kovač zu Herzen genommen haben.

Für den BVB ist das kolportierte Interesse an zwei Spielern nicht neu. Im Hintergrund gab es auch in der jüngeren Vergangenheit schon die ein oder andere Avance aus Saudi-Arabien oder Katar. Die Frage ist, ob der Fall Millot einen Dammbruch darstellt. Immerhin war sich der Franzose, an dem auch der BVB schonmal Interesse zeigte, eigentlich mit dem europäischen Top-Klub Atlético Madrid einig gewesen sein.

Stattdessen verdient Millot bald in der Wüste Geld, das ihm wahrscheinlich kein anderer Klub geboten hätte. Auch der BVB mit seinem ambitionierten Budget kann keineswegs mithalten, wenn Al-Hilal Guirassy das Doppelte bietet, und ist darauf angewiesen, dass der Spieler seine sportlichen Ambitionen in den Vordergrund stellt.

Der Bundesliga und auch dem BVB steht zunehmend die Herausforderung, bevor, die Klubs aus anderen Topligen bereits kennen. Nach Premier League, LaLiga und Serie A haben die Saudis nun wohl auch Deutschland im Visier. Die erste Attacke auf den BVB haben die Spieler selbst abgewehrt.

Irgendwann aber wird es einen Fall geben, diese Prognose scheint sicher, in dem ein Dortmunder Spieler dem Ruf der Petro-Dollars erliegt. Bei dieser anhaltenden Goldgräberstimmung auf der arabischen Halbinsel wird den BVB wohl nur die Aussicht auf eine hohe Ablöse trösten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer

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