Ärger vor Turnierstart
US-Justiz ermittelt wegen astronomischer Ticketpreise gegen die FIFA
Die Vorfreude auf die WM ist groß. Die Ticketpreise der FIFA jedoch trüben die Euphorie. Nun wird sogar gegen den Fußball-Weltverband ermittelt.
Am 11. Juni rollt endlich der Ball. Die WM 2026 in Mexiko, Kanada und den USA kommt im XXL-Format daher, noch nie nahmen so viele Mannschaften an einem interkontinentalen Turnier der FIFA teil. Während sich die drei gastgebenden Nationen für den Startschuss rüsten und das DFB-Team hofft, zu den Titelfavoriten zu gehören, rollt auf die FIFA neuer Ärger zu. Der Grund: Die unzureichende Preispolitik der WM-Tickets.
Schon seit Monaten steht die FIFA in der Kritik, denn die aufgerufenen Preise gleichen astronomischen Summen. Zudem prangern die Fans die enormen Kosten der öffentlichen Verkehrsmittel in den USA an, die eine Fahrt zu den Spielorten unglaublich teuer macht. Auch falsche Versprechungen bezüglich angeblicher Sitzplatzkategorien stoßen den Anhängern sauer auf.
US-Justiz ermittelt wegen WM-Ticketpreisen gegen die FIFA
Die Generalstaatsanwaltschaften von New York und New Jersey kündigten am Mittwoch an, eine Untersuchung „zu den Ticketverkaufspraktiken des Fußball-Weltverbands“ durchzuführen. Die Staatsanwältinnen Letitia James und Jennifer Davenport teilten mit: Neben „explodierenden Preisen“ geht es in der Untersuchung auch um getäuschte Fans, die nicht die angekündigten Sitzplätze erhalten hätten.
Davenport will „eine gründliche Untersuchung des Verhaltens der FIFA durchführen“, da sich der Ticketverkauf der FIFA in „einen Spießrutenlauf aus Verwirrung, künstlicher Verknappung und unmöglich hohen Preisen verwandelt hat“. Steigende Verkaufszahlen haben in den letzten Wochen und Monaten dafür gesorgt, dass auch die Ticketpreise nach oben geschnellt sind.
Die Influencer-Garde übernimmt – die Spielerfrauen unserer DFB-Stars bei der WM 2026




Das Finale im MetLife-Stadion in New Jersey steht im Mittelpunkt, denn: Wer von New York aus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion gelangen möchte, zahlt mehr als 100 Dollar. Ein Parkplatz kostet mindestens 225 Dollar. James, Generalstaatsanwältin des Bundesstaates Florida, will sich zur Wehr setzen.
„Niemand sollte dazu manipuliert werden, horrend hohe Preise für Sitzplätze zu zahlen, und Fans sollten darauf vertrauen können, dass sie die Tickets erhalten, die sie gekauft haben“, fordert sie. FIFA-Präsident Gianni Infantino sah zuletzt keinen Grund zur Beunruhigung. Auch den Ärger über die Ticketpreise kann er nicht nachvollziehen.
„Wir müssen den Markt betrachten – wir befinden uns in dem Markt, in dem die Unterhaltungsbranche weltweit am weitesten entwickelt ist. Deshalb müssen wir Marktpreise anwenden.“ So groß die sportliche Vorfreude auf das Turnier also auch ist: Einige Fragen sind offen, auf die die FIFA vermutlich keine zufriedenstellende Antwort geben kann. (is)
Rubriklistenbild: © Imago / HochZwei Syndication
