Tragischer Tod mit 28

Nachruf auf Liverpool-Star Diogo Jota: Er war mehr als ein Künstler am Ball

Diogo Jota stirbt mit nur 28 Jahren. Damit verlässt uns nicht nur ein Künstler am Ball, sondern auch ein Familienvater, der soeben geheiratet hatte. Ein Nachruf.

Liverpool/Porto – Die Fußballwelt trauert um einen ihrer brillantesten Künstler. Diogo Jota, Offensivspieler des FC Liverpool und der portugiesischen Seleção, ist im Alter von nur 28 Jahren gemeinsam mit seinem Bruder André Silva bei einem tragischen Autounfall in Spanien ums Leben gekommen.

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Bereits als Spieler war Mário Zagallo Teil einer großen brasilianischen Fußballer-Generation um Pelé und gewann zwei Weltmeisterschaften (1958, 1962). 1970 führte er die Selecao dann als Trainer zum WM-Titel. Der „Professor“ starb am 5. Januar 92-jährig.
Franz  Beckenbauers Tod am 7. Januar 2024 versetzte den Weltfußball in tiefe Trauer. Der Kaiser, der als einer der größten Spieler aller Zeiten gilt, starb im Alter von 78 Jahren. Er führte die deutsche Nationalmannschaft als Kapitän und als Trainer zweimal zum WM-Titel (1974 und 1990) und prägte den FC Bayern entscheidend.
2015 krönte sich der Kanadier Shawnacy „Shawn“ Barber bei der Leichtathletik-WM in Peking zum weltbesten Stabhochspringer. Danach schrieb er unter anderem mit einer Kokain-Kontroverse Schlagzeilen. Am 17. Januar 2024 starb Barber 29-jährig an den Folgen „medizinischer Komplikationen“.
Erst im Oktober 2023 hatte Langstreckenläufer Kelvin Kiptum einen neuen Marathon-Weltrekord aufgestellt, am 11. Februar 2024 starb er überraschend. Mit nur 24 Jahren kam der Kenianer in seiner Heimat bei einem Autounfall ums Leben, sein Trainer ebenfalls.
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Diogo Jota verstarb nur wenige Tage nach seiner Hochzeit, nur wenige Wochen nach dem Gewinn der englischen Meisterschaft mit dem FC Liverpool und dem Gewinn der Nations League mit Portugal.

Diogo Jota: Ein Junge aus Porto schaffte es bis nach ganz oben

Jota war nie der lauteste Spieler auf dem Platz, nie derjenige, der die großen Gesten brauchte. Doch wer Jota spielen sah, erkannte sofort: Hier war mehr als nur ein Fußballer am Werk. Der 1,78 Meter große Angreifer aus Massarelos, einem Ort in Porto, verwandelte jeden Platz in eine Leinwand. Seine Bewegungen waren Poesie in Bewegung, seine Tore kleine Kunstwerke für die Ewigkeit. Dass er nun nicht mehr ist, hinterlässt eine Leere, die weit über die Grenzen des Rasens hinausreicht.

Seine Karriere war ein Lehrstück über Geduld und Beharrlichkeit. Von Paços de Ferreira ging es zu Atlético Madrid. Die Madrilenen verliehen ihn direkt weiter an den FC Porto, ein Jahr später war Jota angekommen im Mutterland des Fußballs.

Bei den Wolverhampton Wanderers begann seine Erfolgsgeschichte in der englischen Premier League, dort entwickelte er sich zu einem der begehrtesten Spieler Europas. Drei Jahre später sollte an der Anfield Road sein wahres Genie aufblühen.

Jürgen Klopp holte Diogo Jota zum FC Liverpool

2020 wechselte Jota für 45 Millionen Euro zum FC Liverpool – eine Investition, die sich vom ersten Tag an auszahlte. Unter Jürgen Klopp avancierte er zum Leistungsträger, auch Klopps Nachfolger Arne Slot wusste bis zuletzt zu schätzen, was er an Jota hat. Seine Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: 65 Tore und 24 Assists in 182 Spielen für die Reds – eine starke Quote.

Jürgen Klopp (l.) holte Diogo Jota (r.) zum FC Liverpool.

Für Portugal bestritt Jota 49 Länderspiele, in denen er 14 Tore erzielte. Aber seine wahre Größe zeigte sich nicht in Statistiken, sondern in Momenten. Wie er 2021 gegen Atalanta Bergamo in der Champions League einen Hattrick erzielte. Wie er in wichtigen Spielen auftauchte, wenn sein Team ihn brauchte. Wie er das Spiel las, als würde er die Gedanken seiner Mitspieler lesen können.

Diogo Jota begeisterte auch abseits des Platzes

Abseits des Platzes war Jota ein Mann der leisen Töne, aber trotzdem der bemerkenswerten Aktionen. Er liebte Videospiele, führte sogar ein eigenes E-Sports-Team namens Luna Galaxy. Eine Leidenschaft, die perfekt zu ihm passte: strategisch denkend, teamorientiert, immer auf der Suche nach dem perfekten Spielzug.

Und als ein Fan eine schwere Zeit durchlebte, munterte Jota ihn mit einer eigens für ihn gewidmeten Video-Botschaft auf.

Darüber hinaus engagierte sich Jota für Gleichberechtigung und die Stärkung der Rolle der Frauen. Anlässlich des internationalen Frauentags sagte er 2024 in einem Interview des FC Liverpool: „Meine Großmutter hat viel dazu beigetragen, uns aufzuziehen. Ich hatte das Gefühl, geliebt zu werden, und es ist etwas Besonderes, diese Verbindung zu seiner Mutter und Großmutter zu haben.“

Als seine sportlichen Vorbilder nannte Jota die brasilianische Fußballspielerin Marta und die ehemalige portugiesische Langstreckenläuferin und Olympiasiegerin Rosa Mota. Bei der Frauen-EM in der Schweiz plant die UEFA eine Schweigeminute für Jota.

„You‘ll Never Walk Alone“ gilt auch für Jota nach dem Tod

Seine Hochzeit vor wenigen Tagen sollte der Beginn eines neuen Kapitels werden. Stattdessen ist es das Ende einer Geschichte, die viel zu früh zu Ende geht. Jota hinterlässt seine Frau Rute und drei kleine Kinder – eine Familie, die nun ohne ihren Mittelpunkt auskommen muss.

Die Fans an der Anfield Road werden Jotas Verdienste als Mensch und Sportler nie vergessen, sondern für immer würdigen. Die Kop wird seinen Namen singen, solange es Liverpool gibt. Wenn am Anfield die Hymne erklingt, wird auch Diogo Jotas Name mitschwingen. „You‘ll Never Walk Alone“ – diese Worte galten für ihn zu Lebzeiten, und sie gelten auch jetzt, da er nicht mehr unter uns weilt.

Und in Portugal wird man sich an den Jungen aus Porto erinnern, der es bis ganz nach oben geschafft hatte.

Mit nur 28 Jahren ist Diogo Jota von uns gegangen – viel zu früh für einen Spieler, einen Ehemann und Vater, der noch so viel zu geben hatte. Der FC Liverpool verliert einen seiner besten Spieler der jüngeren Vergangenheit. Portugal trauert um einen Helden. Und die Fußballwelt nimmt Abschied von einem Künstler, dessen Pinselstriche auf dem grünen Rasen unvergessen bleiben werden.

Diogo José Teixeira da Silva – genannt Jota – ruhe in Frieden. Du warst mehr als nur ein Fußballer.

Rubriklistenbild: © IMAGO

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