Leistungssteigerung
Abschiedskandidat? Die überraschende Wende von Sacha Boey beim FC Bayern
Rechtsverteidiger Sacha Boey galt beim FC Bayern lange Zeit als Verkaufskandidat. Nun scheint bei den Verantwortlichen ein Umdenken stattgefunden zu haben.
München - Der 25-jährige Franzose Sacha Boey wurde vom FC Bayern im Januar 2024 noch unter Trainer Thomas Tuchel und den Vorgängern des heutigen Sportvorstands Max Eberl verpflichtet. Der Grund für den teuren Wintertransfer - der Rekordmeister überwies eine stolze Ablösesumme von 30 Millionen Euro am Galatasaray Istanbul - waren erhebliche verletzungsbedingte Personalsorgen in der Defensive, die durch Afrikacup und Asienmeisterschaft noch verschärft wurden.
Boey hatte sich zuvor in den beiden Champions-League-Gruppenspielen mit seinem alten Verein gegen den FCB empfohlen. An der Säbener Straße angekommen verlief aber nichts mehr rund für den Rasta Man im Münchner Team. Sei es, dass ihn Tuchel bei seinem Startelf-Debüt beim desaströsen 0:3 beim späteren Meister Bayer Leverkusen auf der ungewohnten Linksverteidiger-Position auflaufen ließ, sei es, dass er sich von einer hartnäckigen Verletzung zur nächsten quälte.
Vom Abschiedskandidaten zur zuverlässigen Kraft
Eine Halbserie zum Vergessen. Aber auch unter Tuchels Nachfolger Vincent Kompany lief es lange Zeit in der vergangenen Spielzeit nur unwesentlich besser, auch wenn ihm der Belgier mehr Vertrauen zu schenken schien. Im verlorenen Klub-WM-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain (0:2) deutete Boey zum ersten Mal an, dass er tatsächlich das für den FC Bayern notwendige Niveau haben könnte.
Dennoch wurde er medial während der gesamten Sommertransferperiode als potenzieller Abschiedskandidat von der Säbener Straße gehandelt. Einen Wechsel soll lediglich das nicht Vorhandensein von Interessenten verhindert haben. In der laufenden Saison sieht es für den Franzosen jedoch wesentlich besser aus.
Vereinzelte Coups und viele Flops: Max Eberls Transferbilanz spricht Bände




Die anhaltenden Verletzungsprobleme im FCB-Defensivverbund konnte er mit durchaus ansprechenden Leistungen für sich nutzen, speziell nach seiner Einwechslung in der CL-Auftaktpartie gegen Klubweltmeister Chelsea (3:1) zeigte er offensiv wie defensiv eine sehr engagierte Leistung, verlor dabei quasi keinen Zweikampf.
Boeys Vertrag beim FC Bayern läuft noch bis 2028. Max Eberl zeigte sich nach dem souveränen 3:0-Sieg bei Eintracht Frankfurt am Wochenende äußerst zufrieden mit ihm: „Jetzt kommt Sacha in seine Spiele, macht sein Ding und erfüllt seine Rolle im Kollektiv. Es hilft jedem Spieler, der reinkommt, dass wir gerade wissen, was wir wollen, die Abläufe kennen. Und dann bringt er seine Leistung.“
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Definitiv keine Beurteilung eines Abschiedskandidaten. Die Beharrlichkeit von Kompany, selbst in schwierigen Phasen an die Fähigkeiten des Franzosen zu glauben, scheint sich auch in diesem Fall für alle Beteiligten auszuzahlen. Boey hat plötzlich wieder die Chance, unverzichtbar für den FCB zu werden.
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