CL-Playoff-Hinspiel in Glasgow

Bayern-Noten bei knappem Sieg gegen Celtic: Ganz viel Durchschnitt, aber ein Lichtblick

Ohrenbetäubender Lärm im Celtic Parc – doch der FC Bayern München hielt der „grünen Hölle“ stand. Die Einzelkritik zum Champions-League-Spiel.

Glasgow – Der FC Bayern hat die Tür zum Champions-League-Achtelfinale ein gutes Stück aufgestoßen. Im Hexenkessel Celtic Park kam der deutsche Rekordmeister zu einem knappen 2:1-Erfolg über den schottischen Tabellenführer Celtic Glasgow.

Champions League: FC Bayern gewinnt knapp bei Celtic Glasgow

In der Anfangsphase taten sich die Münchner noch schwer und hatten direkt in der ersten Spielminute Glück, als ein Treffer von Ex-FCB-Talent Nicolas Kühn nicht gegeben wurde. Sturmkollege Adam Idah stand im Abseits und verdeckte Manuel Neuer die Sicht.

Mit fortwährender Spieldauer steigerte sich die Elf von Trainer Vincent Kompany und übernahm immer die Kontrolle, Michael Olise belohnte den FCB unmittelbar vor dem Pausenpfiff mit dem 1:0. Der zweite Durchgang war erst fünf Minuten alt, als Harry Kane eine Ecke aus kurzer Distanz artistisch zum 2:0 über die Linie drückte.

Durften in Glasgow jubeln: Harry Kane (li.) und Leon Goretzka (re.).

Bei Bayern-Sieg in Glasgow: Sommer-Neuzugang Ito gibt Debüt

Die Schlussphase hatte es dann aber nochmal in sich. Ebenfalls nach einer Ecke war Daizen Maeda zur Stelle (79. Minute) und stellte auf 1:2. Letztlich brachte der FC Bayern, bei denen Sommer-Neuzugang Hiroki Ito seine ersten Pflichtspiel-Minuten absolvierte, den Vorsprung aber über die Zeit und durfte am Ende jubeln.

Die Noten der Bayern-Stars beim Sieg gegen Celtic Glasgow:

Manuel Neuer

Anders als sein Gegenüber Kasper Schmeichel hatte Neuer nicht wirklich viel Gelegenheiten, sich auszuzeichnen. Note: 3

Konrad Laimer

Zwar ließ der Österreicher seine fußballerischen Defizite in einigen Aktionen wieder durchblitzen, dafür ackerte er als Rechtsverteidiger unermüdlich die Außenlinie rauf und runter. Note: 3

Dayot Upamecano

Defensiv ließ „Upa“ gegen die quirligen Schotten wenig anbrennen, seine beste Aktion hatte er jedoch in der Vorwärtsbewegung: Der Innenverteidiger war es nämlich, der Olise vor seinem Treffer steil schickte und dadurch als Vorbereiter glänzte. Note: 3

Eric Dier

In den meisten Situationen präsentierte sich der Engländer beim Gastspiel auf der Insel hellwach, die eine oder andere Unsicherheit ließ sich aufgrund der mangelnden Spielpraxis jedoch nicht vermeiden. Dier durfte statt Minjae Kim ran, den seine Achillessehne aktuell zu sehr plagt. Note: 3

Raphael Guerreiro

Häufig in seinen Aktionen zu lässig und verspielt. Eine verlässliche Konstante wird der Portugiese auf dieser Position wohl nie werden. Note: 4

Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Vincent Kompany (ab 1. Juli 2024): Offiziell wird Vincent Kompany den FCB erst ab der Saison 24/25 übernehmen, vorgestellt wurde der Tuchel-Nachfolger aber schon Ende Mai. Zuvor coachte der langjährige Weltklasse-Innenverteidiger den FC Burnley und RSC Anderlecht.
Thomas Tuchel (24.03.2023 bis 30.06.2024): Im März 2023 wurde Thomas Tuchel überraschend während einer Länderspielpause als Trainer des FC Bayern verpflichtet. Er folgte auf den zuvor beurlaubten Julian Nagelsmann.
Julian Nagelsmann (01.07.2021 bis 23.03.2023): Mit gerade mal 33 Jahren übernimmt der Trainer-Emporkömmling den deutschen Rekordmeister. Zwei Super-Cup Siege und eine Meisterschaft reichen in der Summe jedoch nicht aus, die Arbeit weiter fortsetzen zu können. Im März 2023 wird er während einer Länderspielpause überraschend freigestellt.
Hansi Flick (03.11.2019 bis 30.06.2021): Unter Flick gewinnt der FC Bayern wieder alles, was es zu gewinnen gibt. Champions-League, Klub-WM, UEFA-Super-Cup, zwei Meisterschaften, einen Pokal- und einen Super-Cup-Sieg hinterließ Flick dem Klub, bevor es ihn zum DFB zog.
Kompany folgt auf Tuchel: Alle Bundesliga-Trainer des FC Bayern

Joshua Kimmich

Ließ sich im Spielaufbau häufig zwischen die Innenverteidiger fallen und war auch sonst fast überall auf dem Spielfeld zu finden. So richtig konnte er dem Spiel in Glasgow seinen Stempel jedoch nicht aufdrücken. Note: 3

Leon Goretzka

Der Sommer-Verkaufskandidat Nummer eins des FC Bayern erhielt in Glasgow mal wieder den Vorzug vor Youngster Aleksandar Pavlovic im Mittelfeld. Einen wirklichen Mehrwert bot Goretzka den Münchner mit seiner Spielweise jedoch nicht. Note: 4

Michael Olise

Wenn der junge Franzose mal mit Tempo ins Dribbling kam, war er nur schwer zu bremsen. Wie bei seinem Treffer zum 1:0, als Olise nicht lange fackelte und abzog. Allerdings gelingen ihm solche Aktionen noch zu selten. Note: 2

Jamal Musiala

Gegen die giftigen und körperlich resoluten Schotten hatte der Ausnahmedribbler einen schweren Stand. Trotzdem schaffte er es immer wieder, mit seinen Drehungen Räume zu kreieren und den einen oder anderen Angriff dadurch einzuleiten. Note: 3

Leroy Sané

Engagierter Auftritt des Linksfuß – sowohl in der Vorwärts- als auch in der Rückwärtsbewegung. Sané ging keinem Zweikampf aus dem Weg und war auch so gut wie immer anspielbar. Er hatte deutlich mehr Aktionen als Flügel-Kollege Olise. Note: 3

Harry Kane

So eiskalt wie sich der Kapitän der englischen Nationalmannschaft bisher vom Elfmeterpunkt präsentiert, so häufig zeigt er beim „gewöhnlichen“ Torabschluss Nerven. Gegen Celtic ließ der Stürmer einige Hochkaräter liegen, der Knoten platzte erst mit seinem Tor zum 2:0. Note: 3

(Manuel Bonke)

Rubriklistenbild: © Crystal Pix / Imago Images

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