FCB-Star zögert mit Unterschrift

Bayern-Patron Uli Hoeneß reißt im Upamecano-Poker der Geduldsfaden

Uli Hoeneß meldet sich deutlich zu Wort. Der Bayern-Ehrenpräsident ist entsetzt über das Verhalten der Upamecano-Berater. Die Deadline läuft wohl ab.

Der Geduldsfaden beim FC Bayern ist wohl gerissen. Seit Monaten zieht sich der Poker um eine Vertragsverlängerung von Dayot Upamecano hin, nun hat sich Ehrenpräsident Uli Hoeneß mit deutlichen Aussagen zu Wort gemeldet. „Über dieses Verhalten bin ich entsetzt“, sagte der 74-Jährige dem Kicker am Sonntagvormittag am Telefon. Seine Kritik richtet sich dabei nicht gegen den Spieler selbst, sondern gegen dessen Berater.

Uli Hoeneß spricht im Upamecano-Poker Klartext.

Der französische Innenverteidiger steht vor einer Grundsatzentscheidung. Sein Vertrag beim deutschen Rekordmeister läuft im Sommer 2026 aus, ein Angebot zur Verlängerung liegt seit Wochen vor. Doch Upamecano zögert noch mit seiner Unterschrift. Nach Informationen der Bild gilt das Angebot der Bayern nur noch bis zum 1. Februar – also bis zum heutigen Sonntag. Danach ziehen die Münchner ihr Angebot offenbar zurück.

Bayern-Patron Uli Hoeneß ist entsetzt von Upamecano-Beratern

Hoeneß äußerte gegenüber dem Kicker die Befürchtung, dass die Berater des 27-Jährigen andere Pläne verfolgen. „Ich weiß, dass er und seine Familie sich in München sehr wohfühlen. Ich fürchte jedoch, dass seine Berater alles tun werden, um ihn aus München wegzulotsen“, so der Ehrenpräsident. Laut Hoeneß überlasse Upamecano, der vor kurzem umgezogen ist, den Beratern die Verhandlungen komplett und sei bei den Gesprächen selbst nicht anwesend.

Dabei haben sich die Bayern nach Informationen mehrerer Medien wirtschaftlich deutlich gestreckt. Das Angebot soll ein Jahresgehalt von bis zu 20 Millionen Euro inklusive Boni beinhalten, dazu ein Handgeld in gleicher Höhe. Auch eine von der Spielerseite geforderte Ausstiegsklausel in Höhe von 65 Millionen Euro soll enthalten sein. Zudem würde ein üppiges Beraterhonorar fällig werden.

Matthäus nur der Letzte: Fehden von Uli Hoeneß haben beim FC Bayern lange Tradition

Uli Hoeneß leitet seit Jahrzehnten die Geschicke des FC Bayern München. In dieser Zeit hat der Bayern-Patron schon häufig mit seinen Äußerungen für Ärger gesorgt.
Jüngstes Beispiel ist die Fehde mit TV-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Die Wurzeln des Streits liegen im Bayern-Transferpoker um Nick Woltemade.
Matthäus hatte dem ehemaligen VfB-Stürmer einen Marktwert von 80 bis 100 Millionen Euro attestiert. Hoeneß reagierte daraufhin mit der Beleidigung, Matthäus habe „nicht alle Tassen im Schrank“. Kurze Zeit später legte er nach: „Wir haben uns wenig zu sagen, weil ich festgestellt habe, dass er noch keine neue Tasse gefunden hat“.
Das konnte Matthäus wiederum nicht auf sich sitzen lassen. In seiner Sky-Kolumne erwiderte er:  „Das meiste von dem, was Uli gesagt hat, habe ich als peinlich empfunden.“
Matthäus nur der Letzte: Fehden von Uli Hoeneß haben beim FC Bayern lange Tradition

Sportvorstand Max Eberl machte nach dem 2:2 beim Hamburger SV deutlich, dass nun eine Entscheidung fallen muss. „Dass irgendwann eine Entscheidung kommen muss, das ist auch ein Thema“, sagte der 52-Jährige bei Sky. Die Bayern-Verantwortlichen wollen laut Kicker in den kommenden Tagen das direkte Gespräch mit dem Spieler suchen, um eine finale Klärung herbeizuführen.

Kapitän Manuel Neuer äußerte sich hoffnungsvoll im Vertrags-Zoff um die Upamecano-Verlängerung: „Ich hoffe, dass es gute Nachrichten gibt. Grundsätzlich ist er so hoch angesehen bei uns, bei den Spielern. Er weiß, dass wir ihn sehr schätzen und um seine Qualität wissen und dass wir ihn brauchen.“ Auch Hoeneß, der bereits überraschend klare Worte zur Upamecano-Verlängerung wählte, betonte: „Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn Dayot Upamecano sich für einen Verbleib beim FC Bayern entscheiden würde.“

Upamecano wechselte 2021 für rund 42 Millionen Euro von RB Leipzig nach München. Unter Trainer Vincent Kompany hat sich der Franzose in dieser Saison zum unverzichtbaren Abwehrchef entwickelt. Ein ablösefreier Abgang wäre für die Bayern umso bitterer – ähnlich wie einst bei Leroy Sané, der ebenfalls für viel Geld kam. Nun liegt es an Upamecano, eine Entscheidung zu treffen. Die Uhr tickt – und die Geduld der Bayern-Bosse scheint aufgebraucht. (ck)

Rubriklistenbild: © Jan Huebner/Imago/Sven Hoppe/dpa

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