Achterbahnfahrt des Keepers

Erst Neuer, dann Urbig, jetzt Ulreich: Bayerns Keeper-Drama geht weiter – 16-Jähriger könnte CL-Debüt feiern

Durch die Verletzung von Manuel Neuer und den Ausfall von Jonas Urbig kehrte Sven Ulreich zurück in den Bayern-Kasten – und fällt nun ebenfalls aus.

Diesen Moment hatte sich Sven Ulreich redlich verdient: Nach dem 1:1 in Leverkusen wurde der Torwart von der Mannschaft noch mal alleine vor die mitgereisten Fans geschoben, damit er sich den Sonder-Applaus der FCB-Anhänger abholen konnte.

Ulreich glänzte gegen Leverkusen mit starken Paraden.

Es wirkte, als wäre es Ulreich fast unangenehm, derart im Fokus zu stehen, dabei war es der Keeper, der mit zahlreichen starken Paraden zuvor den Münchnern den Punkt gesichert hatte. Für den Torwart war es der erste Einsatz im Bayerntor seit September 2024 – und die erste Partie nach dem Tod seines Sohnes im vergangenen Jahr, den Ulreich und seine Ehefrau im August öffentlich gemacht hatten.

Sven Ulreich wird den Bayern verletzungsbedingt fehlen

Sein Mitspieler Josip Stanisic fand daher nach der Partie berührende Worte: „Ein großes Kompliment an Ulle. Jeder, der seinen Weg kennt, weiß, dass er nicht nur als Fußballer überragend ist. Er ist ein Wahnsinnstyp, dem ich nichts mehr gönne als einfach nur Glück in seinem Leben“, erklärte der Abwehrspieler. „Jeder, der Kinder zu Hause hat, weiß, wie schwer das sein muss, was er und seine Familie da durchleben. Dass er dann heute so für uns da ist, ist einfach nur unglaublich.“ Max Eberl ergänzte: „Nach dem, was er erlebt hat, und dann ein paar Jahre nicht gespielt hat: Ulle, man of the match. Die Mannschaft hat Ulle gefeiert, berechtigterweise.“

Ulreich selbst sprach von einem „besonderen Spiel“ für ihn und wurde – so wie es im modernen Fußball üblich ist – prompt auch nach seiner eigenen Zukunft gefragt. Schließlich läuft der Vertrag des Keepers im Sommer aus, Ulreich und der Rekordmeister würden aber beide gern ein Jahr dranhängen.

Wie Jonas Urbig den steilen Aufstieg zum Neuer-Nachfolger im Bayern-Tor schaffte

Jonas Urbig: Vom 1. FC Köln zum FC Bayern – und weiter in die Nationalmannschaft?
Kurz vor seinem neunten Geburtstag wechselt Jonas Urbig 2012 in die Jugendabteilung des 1. FC Köln. Hier wird er später zum Profi reifen. Sein Talent fällt früh auf.
Schon bei einem Jugendturnier in der Halle trifft Urbig 2019 mit den Nachwuchs-Geißböcken auf seinen späteren Arbeitgeber, den FC Bayern.
Schon mit 17 Jahren beginnt Urbig, regelmäßig mit der ersten Mannschaft zu trainieren. Seine schnellen Reflexe und mutiges Strafraumspiel heben ihn hervor.
Wie Jonas Urbig den steilen Aufstieg zum Neuer-Nachfolger im Bayern-Tor schaffte

„Ich kann mir gut vorstellen, dass ich noch ein Jahr mache. Die Aufgabe, die ich im Torwart-Team habe, passt für mich und die macht mir auch Spaß“, erklärte Ulreich. Je nachdem, ob Manuel Neuer ebenfalls verlängert, würde sich bei den Münchnern im Sommer höchstens auf der Position des Stammtorwarts und der etatmäßigen Nummer zwei etwas tun. Ulreich ist als Nummer drei aber intern sehr geschätzt.

Einen Wermutstropfen hatte sein Comeback in Leverkusen allerdings: Der Torwart zog sich einen Muskelbündelriss in den rechten Adduktoren zu und verpasst nun einen zweiten Einsatz im Achtelfinalrückspiel gegen Bergamo am Mittwoch (21 Uhr, DAZN). Sollte Jonas Urbig nach seiner Gehirnerschütterung nicht rechtzeitig fit werden, könnte der erst 16-Jährige Leonard Prescott zu seinem Profi-Debüt kommen.

Rubriklistenbild: © CHRISTOPHER NEUNDORF

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