„Klassiker“ beim FC Bayern
Einzelkritik zum BVB-Remis gegen Bayern: Zwei Zweier, Brandt fällt ab
Borussia Dortmund hat im „Klassiker“ beim FC Bayern am Samstag ein 2:2 erzielt. In der Einzelkritik fällt ein Star deutlich ab.
Dortmund – Borussia Dortmund hat im Bundesliga-„Klassiker“ beim FC Bayern am Samstagabend einen wertvollen Punkt mitgenommen (2:2).
In Halbzeit eins konzentrierte sich der BVB fast ausschließlich auf ordentliche Arbeit gegen den Ball und bedankte sich beim aufmerksamen Torhüter Gregor Kobel für das 0:0 zum Pausenpfiff. Mit Beginn des zweiten Durchgangs stellte Maximilian Beier den Spielverlauf auf den Kopf, als er eine Flanke von Julian Ryerson am zweiten Pfosten aus kurzer Distanz einnickte (48.).
Schwache erste, torreiche zweite Hälfte beim „Klassiker“ Bayern gegen BVB
Die Führung sollte nicht allzu lang Bestand haben, weil Joker Serge Gnabry zwei Gegenspieler beschäftigte, auf Thomas Müller legte und der den frei stehenden Raphaël Guerreiro fand. Der ebenfalls eingewechselte Ex-Dortmunder traf mit dem schwachen rechten Fuß zum 1:1 (65.). Dann setzte Gnabry zu einem Solo an, bei dem Julian Brandt, Emre Can und Niklas Süle nur Geleitschutz leisteten – plötzlich stand es 2:1 (69.)
Diesmal antwortete der BVB schnell, als Waldemar Anton nach einer Ecke abstaubte. Zuvor parierte Bayerns Jonas Urbig herausragend gegen einen Fallrückzieher von Serhou Guirassy (75.).
Anschließend gab es auf beiden Seiten Chancen auf den Siegtreffer, der aber nicht mehr gelingen wollte.
Die Einzelkritik und Noten zum Spiel des BVB beim FC Bayern in der Übersicht:
Gregor Kobel
Stand erwartungsgemäß oft im Mittelpunkt, parierte dabei wiederholt stark, zum Beispiel gegen Sané (19.), Olise (40.), und Kane (45.+2, 77.). Verdiente sich so das Glück beim Kopfball von Kane (20.), den er an den Pfosten lenkte. Bei den Gegentoren chancenlos. Note: 2,0
Julian Ryerson
Meist defensiv gebunden, dabei sicherer als sein Gegenüber Svensson. Beim ersten echten Offensivausflug mit feiner Flanke auf Beier für dessen Kopfballtreffer. Ließ Gnabry beim 1:1 im Dribbling zu viel Platz. Note: 3,5
Niklas Süle
Bei seinem Comeback in der BVB-Startelf (zuvor letztmals Mitte Februar) mit ordentlicher Leistung. Herausragend sein Tackling gegen Müller bei einem potenziell gefährlichen Konter (59.), dafür aber zu luftig gegen Gnabry beim 2:1. Note: 3,5 (ab 81.: Ramy Bensebaini, keine Note)
Emre Can
Begann aufmerksam in Duellen mit Kane (6.) oder einem wichtigen Block gegen Goretzka (29.). Schwach jedoch, wie er Gnabry vor dem 2:1 gewähren ließ, wenngleich es ihm zwei Mitspieler gleichtaten. Note: 3,5
Waldemar Anton
Konnte Svensson gegen Olise nicht immer helfen. Mit riesigem Glück bei seinem Fast-Eigentor an die Unterkante der Latte (56.), vorne staubte er nach der starken Parade von Urbig gegen Guirassys Fallrückzieher ab. Note: 3,5
Daniel Svensson
Hatte mit Michael Olise den wohl härtesten Gegenspieler im „Klassiker“, der ihn immer wieder vor Probleme stellte. Der blieb immerhin mental bei der Sache und schaltete zu keinem Zeitpunkt ab. Note: 4,5
Pascal Groß
Wegen des geringen Ballbesitzes mit überschaubarem Einfluss auf das Spiel. Seine Standards ließen einiges zu wünschen übrig. Gegen den Ball mit solidem Handwerk. LIeß die Riesenchance auf das 3:2 per Heber aus (90.). Note: 4,0
Salih Özcan
Spielte im Rahmen seiner Möglichkeiten. Das heißt: Warf sich in Zweikämpfe, nahm jedoch keinerlei Einfluss in den Spielaufbau. Exemplarisch eine Szene, als er sich von Goretzka ablaufen ließ, weil er zu lange überlegte. Note: 4,0 (ab 70.: Felix Nmecha, keine Note)
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Julian Brandt
Abseits einer frühen Chance, die ans Außennetz ging (7.) ein weiterer Auftritt, der Fragezeichen hinterlässt. Leistete sich immer wieder unnötige Ballverluste, bei denen der Nationalspieler gedanklich nicht auf der Höhe wirkte. Steigerte sich nach dem Seitenwechsel kurz, ließ dann aber Guerreiro beim 1:1 im Strafraum völlig blank und Gnabry beim 2:1 ziehen. Note: 5,5 (ab 70.: Carney Chukwuemeka, keine Note)
Serhou Guirassy
In der Kernkompetenz als Stürmer selten gefragt. Als Anspielstation mit dem Rücken zum Tor oft auf verlorenem Posten. Ein undankbares Spiel für den Torjäger, dann herausragender Fallrückzieher vor dem 2:2. Note: 4,0
Maximilian Beier
Beschäftigte die Bayern-Defensive in der ersten Hälfte mit seiner Umtriebigkeit noch am meisten und war teils nur durch Fouls zu stoppen, die für wichtige Entlastung durch ruhende Bälle sorgten. Starke Absetzbewegung bei seinem Treffer gegen Kim, den Kopfball setzte der Stürmer dann sicher. Bei einer weiteren guten Chance noch geblockt. Note: 2,5 (ab 81.: Karim Adeyemi, keine Note)
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