Arbeitsteilung beim Rekordmeister

Brisante E-Mail-Posse um Eberl: Spielte der FCB-Sportvorstand auch bei Diaz-Deal nur Nebenrolle?

Die Díaz-Verpflichtung sorgt für mehr als sportliche Diskussionen. Nimmt Eberl bei den Top-Transfers des FC Bayern etwa nur eine Nebenposition ein?

München – Der spektakuläre Transfer von Luis Díaz vom FC Liverpool zum FC Bayern München für bis zu 75 Millionen Euro war aus sportlicher Sicht ein Coup. Doch intern hat der Deal erneut Debatten entfacht – vor allem um die Rolle von Sportvorstand Max Eberl. Wie die Sport Bild berichtet, sei Eberl bei zentralen Schritten rund um den Transfer nur am Rande involviert gewesen. Hauptverantwortlich soll Vorstandschef Jan-Christian Dreesen gewesen sein.

Max Eberl unter Druck: Welche Rolle spielt der Bayern-Sportvorstand wirklich bei Top-Transfers wie Luis Díaz?

Diese Berichterstattung erinnert an einen vorherigen Vorfall, bei dem Eberl in einer E-Mail bezüglich eines Angebots für Nick Woltemade lediglich in den CC gesetzt worden sein soll. Auch in diesem Fall hatte Dreesen den Ton angegeben. Beim Diaz-Transfer soll laut Sport Bild nun ähnlich vorgegangen worden sein. Auch hier soll Eberl bei wichtigen Mails lediglich in CC gesetzt worden sein. Ist Eberl im Bayern-Management also nur noch Statist?

FCB-Sportvorstand Eberl im Schatten von Dreesen?

In der offiziellen Pressemitteilung zum Díaz-Transfer betonten sowohl Dreesen als auch Eberl, dass es sich um eine Teamleistung gehandelt habe. Auf Nachfragen erklärte Dreesen am Mittwoch in der Allianz Arena: „Vielleicht haben wir es auch betont, weil in einem anderen Kontext eine E-Mail mit einem CC zitiert wurde und da etwas dargestellt wurde, was Nonsens ist. Es ging damals um gemeinsame Transparenz.“

Max Eberl selbst äußerte sich einen Tag später bei der Vorstellung von Luis Díaz an der Säbener Straße. Er stellte klar: „Ich habe gelernt, dass Fußball auf und neben dem Platz ein Mannschaftssport ist. Dinge funktionieren, wenn alle zusammenarbeiten.“ Kritik an seiner Rolle wies er deutlich zurück: „Das ist ein bisschen despektierlich, was darüber geschrieben wird und auch nicht die Wahrheit.“

Spätstart, Fanliebling und Familiendrama – das Leben von Bayern-Königstransfer Luis Diaz

Luis Diaz stammt aus dem indigenen Volk der Wayuu und wurde erst 2015 im Alter von 18 Jahren bei einem Turnier von Scouts entdeckt. Er unterschrieb seinen ersten Vertrag beim kolumbianischen Zweitligisten Barranquilla FC.
Wie viele kolumbianische Fußballer war James Rodríguez auch für Luis Diaz ein großes Vorbild. Auf Instagram postete er stolz ein Bild von ihm und dem Superstar des Landes.
Nach nur einer Saison folgte der Wechsel zu Atletico Junior. Da Barranquilla FC sowieso nur das Farm-Team des Klubs war, gab es keine Hürden für den Aufstieg von Diaz in die erste kolumbianische Liga. Diaz entwickelte sich langsam zum Stammspieler und zeigte, warum die Scouts in damals so interessant fanden.
Diaz im Kolumbien-Trikot.
Spätstart, Fanliebling und Familiendrama – das Leben von Bayern-Königstransfer Luis Diaz

Klare Rollenverteilung hinter den Kulissen beim Transfer von Luis Díaz

Laut Sport Bild soll es beim Díaz-Transfer eine klare Arbeitsteilung gegeben haben: Während Dreesen mit dem FC Liverpool verhandelte, kümmerte sich Eberl um die Gespräche mit Spielerberater Christian Wein und finalisierte die vertraglichen Details. „Wer der Entscheidende war, wer die Unterschrift gesetzt hat oder den Durchbruch geschafft hat – das ist mir am langen Ende egal. Hauptsache, Lucho ist hier. Das steht über allem“, sagte Eberl dazu.

Die Bayern-Bosse bemühen sich derzeit sichtbar darum, Geschlossenheit zu demonstrieren. Doch die Vorgänge rund um Díaz und andere Transfers zeigen, dass es intern durchaus Spannungen gibt – insbesondere, wenn es um Eberls tatsächliche Entscheidungsbefugnisse geht. Obwohl der FC Bayern zuletzt nach außen hin Geschlossenheit signalisierte, bleibt Eberls Rolle innerhalb des Vereins hinterfragt. (BenHot)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Mladen Lackovic

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