Gerade erst aus England gekauft
BVB-Problem mit Millionen-Flop: Spieler äußert plötzlich Zukunftszweifel
Borussia Dortmund steckt in der Zwickmühle. Ein Millionen-Transfer entpuppt sich bisher als Flop und übt jetzt öffentlich Druck auf den Verein aus.
Dortmund – Die Sommerpause ist im Profifußball die Zeit, in der Gerüchte und Transfer-Spekulationen die Schlagzeilen dominieren. Bei Borussia Dortmund sorgt nun ausgerechnet ein Spieler für Unruhe, der eigentlich ein fester Baustein für die Zukunft sein sollte.
Yan Couto, dessen Kaufpflicht nach einer Leihe gerade erst griff und dem BVB eine stattliche Ablöse von 20 Millionen Euro kostete, stellt seine Zukunft im Verein öffentlich infrage. Eine alarmierende Entwicklung bei einem der teuersten Außenverteidiger der Bundesliga-Historie.
Die Aussagen des Brasilianers, die er schon am Rande der FIFA Klub-WM getätigt hat, aber erst jetzt auch unter Fans in Deutschland kursieren, lassen tief blicken und werfen ein grelles Licht auf ein bislang teures Missverständnis.
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Couto erlitt einen Kulturschock in Dortmund
„Ich habe nicht erwartet, dass der Wechsel nach Deutschland so anders sein würde“, gab Couto vor einigen Wochen bei SporTV offen zu und sprach von einem Kulturschock. Die Kälte, die Mentalität der Menschen – all das sei eine „sehr schwierige Zeit“ für ihn gewesen. Diese Anpassungsprobleme gipfeln nun in seinen jüngsten Aussagen, die auf ein tiefgreifendes Kommunikationsproblem zwischen ihm und dem Verein hindeuten.
„Ich muss noch mit dem Verein sprechen, und wir werden sehen, was in der nächsten Saison passiert“, sagte Couto gegenüber Flashscore und machte unmissverständlich klar, dass er eine größere Rolle erwartet. „Mein Wunsch ist klar, ich möchte in Dortmund bleiben“, fügte er zwar an, doch der erste Satz wiegt schwer.
Es scheint der Versuch zu sein, öffentlichen Druck aufzubauen und eine Garantie für mehr Spielzeit einzufordern, die er sich sportlich bisher nicht verdienen konnte.
Couto ist beim BVB bisher ein teures Missverständnis
Sportlich ist die Bilanz des 23-Jährigen ernüchternd. Als Fehleinkauf muss man ihn bisher bezeichnen, denn die erhoffte Verstärkung für die rechte Außenbahn ist er noch nicht gewesen. Statt mit Dynamik und Offensivdrang fiel Couto vor allem durch erhebliche taktische Mängel in der Defensive und Gelben Karten auf, die er sich oft kurz nach seinen Einwechslungen einhandelte – ein klares Zeichen für fehlendes Timing und bisweilen mangelnde Spielintelligenz.
Ihm fehlte sichtlich das Selbstvertrauen, um in der Bundesliga Fuß zu fassen. Die Vorschusslorbeeren von Sportdirektor Sebastian Kehl, der im Sommer 2024 von Coutos „außergewöhnlicher Dynamik“, „technischer Finesse“ und seinem „ausgeprägten Offensivdrang“ schwärmte, verpufften auf dem Rasen. Die Realität sah anders aus: ein Spieler, der mit dem Tempo und der Härte der Liga fremdelte.
Couto war kein Kovač-Gewinner beim BVB
Selbst die Umstellung auf eine Dreier- bzw. Fünferkette unter dem neuen Trainer Niko Kovač, ein System, das einem offensiven Schienenspieler wie Couto eigentlich entgegenkommen müsste, brachte keine Besserung. Seine Leistungen blieben unauffällig bis fehleranfällig.
Kovač selbst äußerte sich bereits im Februar zurückhaltend: „Yan ist sicherlich eine Alternative hinten rechts, wobei er schon eher ein Wing-Back als ein Full-Back ist“, so der Coach, der durchblicken ließ, dass er den Spieler erst noch „scannen“ müsse, weil er in der Bundesliga noch ein unbeschriebenes Blatt war. Ein klares Bekenntnis klang anders, die Spielanteile für Couto fielen unter dem neuen Trainer entsprechend aus.
Während die sportliche Führung bei der Verpflichtung von seinem „bemerkenswerten Entwicklungspotenzial“ sprach, scheint der Spieler im Alltag des BVB nie wirklich angekommen zu sein. Ein Problem, das nicht nur sportliche, sondern auch menschliche Gründe hat. Die sind durchaus nachvollziehbar, dennoch wirkt die öffentliche Aussage des Brasilianers deplatziert.
Der BVB hat sich in eine Zwickmühle manövriert
Die Causa Couto ist für den BVB damit zu einem Dilemma geworden. Eine schnelle Trennung, ein Ende mit Schrecken statt ein Schrecken ohne Ende, wäre sportlich vielleicht die sauberste Lösung, ist aber finanziell unrealistisch. Nach einer Investition von 20 Millionen Euro würde ein sofortiger Weiterverkauf einen massiven Verlust mit sich bringen. Der BVB hat sich hier in eine Zwickmühle manövriert.
Besonders brisant ist dahingehend der Zeitpunkt der Kaufpflicht, die „zu einem absurd frühen Zeitpunkt“ griff, wie das Portal Spox treffend formuliert. Couto hatte gerade einmal sieben zumeist kurze Einsätze absolviert, als die Investition von 20 Millionen Euro perfekt wurde. Ein enormes Risiko, das sich nun zu einem handfesten Problem für die BVB-Führung auswächst.
Dieser Transfer ist ein mahnendes Beispiel dafür, wie riskant auch zunächst auf Leihbasis erfolgende Transfers sein können. Das Problem ist selbstverschuldet und schränkt nun die Handlungsfähigkeit des Klubs auf dem Transfermarkt erheblich ein, obwohl es massive Baustellen gibt.
Für Yan Couto mag die Zukunft unklar sein – für den BVB ist sie vor allem eines: teuer.
Rubriklistenbild: © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON
