Gehaltsbudget vor Korrektur
BVB-Zukunft der Spitzenverdiener nach Kursänderung unsicher
Borussia Dortmunds Plan, den FC Bayern mit routinierten Spielern anzugreifen, ist gescheitert. Nun steht eine Revision des Gehaltsbudgets bevor.
Dortmund – Bei Borussia Dortmund war in den letzten Jahren ein Strategiewechsel auf dem Transfermarkt zu beobachten. Nachdem sich inzwischen auch die Elite aus England und Spanien in den Kampf um die besten Talente eingeschaltet hat, griff der BVB immer wieder zu gestandenen Spielern, mit denen der Kampf gegen den FC Bayern aufgenommen werden sollte.
Abseits einer herausragenden Halbserie unter Edin Terzić, die 2023 um ein Haar zur Meisterschaft geführt hätte, geht der Trend des BVB in der Bundesliga in die falsche Richtung. Auch in der laufenden Saison wird sich das Team von Nuri Şahin mächtig strecken müssen, um wenigstens das Minimalziel der Qualifikation zur Champions League zu erreichen.
Im Hintergrund vollzieht der Klub dabei einen neuerlichen Kurswechsel, dem einige Top-Verdiener zum sprichwörtlichen Opfer fallen könnten. Eine Aufgabe der Führungsetage muss es sein, das Gehaltsbudget zu korrigieren.
Bei Emre Can deutet nichts auf eine BVB-Verlängerung
Spannend wird es dabei nicht zuletzt mit Blick auf das Jahr 2026, in dem nach aktuellem Stand etwa die Verträge von Julian Brandt, Emre Can und Niklas Süle auslaufen. Während Brandt nach dem Abgang von Marco Reus zum Gesicht des Klubs aufgebaut wird, unter anderem dokumentiert durch die neue Rückennummer 10 und eine Beförderung zum Vizekapitän, müssen Can und Süle deutlich um ihre Zukunft beim BVB zittern.
Auf eine Verlängerung mit dem aktuellen Spielführer Can und dem 2022 ablösefrei vom FC Bayern als designierten Abwehrchef geholten Süle deutet derzeit überhaupt nichts hin. Can ist längst eine absolute Reizfigur im BVB-Umfeld geworden. Das geht teils so weit, dass Sportchef Lars Ricken sich im Herbst dazu veranlasst sah, bei Hetze im Internet mit rechtlichen Schritten zu drohen.
Niklas Süle müsste wohl zu massivem Gehaltsverzicht bereit sein
Bei Süle indes ist die Hoffnung auf eine Wende zum Guten schnell verpufft, nachdem der Abwehrmann im Sommer in erstaunlich gutem körperlichen Zustand in die Saisonvorbereitung gegangen war. Trotzdem reichte es in der bisherigen Spielzeit nur zu zehn Einsätzen, aktuell fällt Süle mit Syndesmosebandriss wohl noch bis März aus.
Wie Sport Bild berichtet, müsste Süle auf etwa 50 Prozent seines Gehalts verzichten, um eine Zukunft beim BVB über den Sommer 2026 hinaus zu haben. Ein Abschied bereits zuvor wird sich kaum realisieren lassen, weil es für den Großverdiener keinen Markt gibt – jedenfalls nicht zu Konditionen, die mit dem fürstlichen Salär in Dortmund mithalten können.
Brandt und Schlotterbeck, vielleicht Adeyemi, als neue BVB-Gesichter
Durch den sich abzeichnenden Abgang von Can und Süle im Sommer 2026 wird perspektivisch viel Platz im Gehaltsbudget frei, zumal dann unter anderem auch die Verträge von Sébastien Haller und Youssoufa Moukoko auslaufen, die der BVB schon vor der laufenden Saison am liebsten endgültig abgegeben hätte, dann aber nur verleihen konnte.
Ein Nutznießer soll neben Brandt sein DFB-Kollege Nico Schlotterbeck werden, dem beim BVB als Publikumsliebling, Leistungsträger und Nationalspieler mit vorbildlicher Mentalität das Potenzial zur absoluten Führungskraft beschieden wird. Eine vorzeitige Verlängerung seines bis 2027 gültigen Vertrags zu verbesserten Konditionen wäre in den kommenden Monaten keine Überraschung.
Auch bei Karim Adeyemi, der ebenfalls bis 2027 gebunden ist, könnte eine solche Entscheidung perspektivisch auf den Tisch kommen, wenn sich seine positive sportliche Entwicklung der letzten Monate (bis zu einer Verletzungspause zwischen Oktober und Dezember) fortsetzt. Adeyemi gehört allerdings auch zu den wenigen Profis mit hohem Ablösepotenzial beim BVB – ein Umstand, der künftig wieder verstärkt in den Fokus der Transferbemühungen rücken soll.
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