Zu viel Euphorie vor Real-Kracher?

Karl-Heinz Rummenigge gefällt „Hype“ um den FC Bayern nicht

Der FC Bayern will unbedingt ins Halbfinale der Champions League. Die Ausgangssituation vor dem Rückspiel gegen Real Madrid ist positiv.

Ob dem FC Bayern die vergebenen Großchancen noch zum Verhängnis werden? Vier Tage nach dem Bundesliga-Match beim FC St. Pauli (alle TV-Infos hier) steht der Kracher gegen Real Madrid auf dem Programm. Das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League hatten die Münchner ja mit 2:1 gewonnen, es aber verpasst, ein, zwei Tore nachzulegen. Grund genug für Karl-Heinz Rummenigge, seine Stars eindringlich zu warnen.

Karl-Heinz Rummenigge hofft auf einen Halbfinal-Einzug in der Champions League.

Im DAZN-Interview mahnte der 70-Jährige zur Vorsicht. Der Grund: Der Vorsprung ist denkbar knapp. Die Stimmung an der Isar ist glänzend, auch der Geburtstag von Vincent Kompany wurde gebührend gefeiert. Niemand rechnet mit einem Aus im Viertelfinale. „Man darf jetzt nicht den Fehler machen, zu viel Euphorie aufkommen zu lassen. Ich nehme im Moment einen kleinen Hype wahr, und der gefällt mir ehrlich gesagt nicht“, stellt Rummenigge fest.

Rummenigge schickt Warnung an FC Bayern und erinnert an CR7

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des FCB möchte aber natürlich nicht grundlos den Spielverderber geben. Vielmehr hat er einen triftigen Grund für seine Warnung. „Real Madrid hat uns auch hier in München schon oft genug geärgert, daran möchte ich erinnern.“ Besonders das Jahr 2014 ist Rummenigge noch gut in Erinnerung – wenn auch nicht in positiver Hinsicht.

Im damaligen Halbfinale wollte der FC Bayern nach der knappen 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel in der Allianz Arena zurückschlagen, doch daraus wurde nichts. Die Mannschaft von Pep Guardiola kam mit 0:4 unter die Räder, Sergio Ramos und Cristiano Ronaldo glänzten jeweils mit einem Doppelpack. Schon nach Halbzeit eins war die Messe gelesen.

Jüngste Schiri-Skandale überschatten legendäre Duelle des FC Bayern mit Real Madrid

Real Madrid und der FC Bayern zählen zu den größten Klubs aller Zeiten. Das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften liegt weit zurück. Im Europapokal der Landesmeister 75/76 trafen beide Klubs im Halbfinale aufeinander.
Nach einem 1:1 im Hinspiel konnten die Bayern das Rückspiel im Olympiastadion durch einen Doppelpack von Gerd Müller mit 2:0 für sich entscheiden. Am Ende konten die Münchner auch den Henkelpott bejubeln.
Auch in den 80ern trafen beide Teams aufeinander. In der Saison 86/87 setzten sich die Bayern wieder durch, 87/88 konnten die Madrilenen den Rekordmeister erstmals herauskegeln.
Erst im Jahr 2000 sahen sich beide Teams wieder – und das ganze viermal. Denn damals gab es in der Champions League noch eine Zwischenrunde, bei der beide Teams aufeinandertrafen. Dort triumphierten die Bayern klar und deutlich, doch im Halbfinale flog man gegen Anelka und Co. unglücklich raus. Die Madrilenen setzten sich am Ende auch die Krone auf.
Jüngste Schiri-Skandale überschatten legendäre Duelle des FC Bayern mit Real Madrid

Rummenigge erinnert sich: „Das Rückspiel haben wir dann verloren. Sergio Ramos hat nach 15 Minuten zwei Tore nach Standards gemacht, und das Spiel war praktisch entschieden.“ Entsprechend fordert er von der aktuellen Bayern-Mannschaft, sich nicht auf dem knappen Vorsprung auszuruhen, sondern eine tadellose Leistung zu zeigen.

„Genau deshalb sage ich: Wir müssen am Mittwoch nächste Woche noch einmal eine absolute Top-Leistung abrufen. Hochkonzentriert, sehr klug spielen – und versuchen, das, was wir am Dienstag gezeigt haben, zu wiederholen.“ Die Euphorie, die derzeit an der Isar herrscht, versteht der Ex-FCB-Boss nur zu gut.

Er spricht aus, was sich viele Fans sehnlichst wünschen: „Die Stimmung im Klub erinnert mich an 2020, als wir die Champions League gewonnen haben.“ Sollten die Münchner das Halbfinale erreichen, geht es in der Runde der besten vier gegen Paris St. Germain oder den FC Liverpool. Eine keinesfalls einfachere Aufgabe – doch der Herausforderung wäre sich auch ohne Rummenigge-Warnung jeder bewusst. (is)

Rubriklistenbild: © Imago / LaPresse / Ulrich Hufnagel

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