Gemeinsame Zukunft unwahrscheinlich

Das Kapitel zwischen Gladbach und Cvancara lässt nur ein Ende zu

Die Vorwürfe, die Tomáš Čvančara gegen Borussia Mönchengladbach erhebt, sind tiefgreifend. Es gibt nur eine Art, wie dieses Kapitel enden kann.

Mönchengladbach – Am Stammtisch hätte es nach dem Instagram-Beitrag von Tomáš Čvančara geheißen: Da hat aber jemand die Nase voll!

Der Stürmer von Borussia Mönchengladbach bekundete am Mittwoch Unmut über seine sportliche Situation. Aufgrund seiner Verletzungshistorie habe er sich im Winter verleihen lassen wollen, auch für den Sommer strebe er eine Luftveränderung an. Der Borussia warf Čvančara falsche Versprechungen vor.

Abschied von Gladbach-Star wirkt unausweichlich

Hinzu kommt ein Bericht von Sport Bild, in dem von einer Revolte der eigenen Mannschaftskollegen gegen den Tschechen vor dem indiskutablen Auswärtsspiel bei Holstein Kiel (3:4) am 31. Bundesliga-Spieltag die Rede war. Der Abschluss seines Postings lässt darauf hindeuten, dass Čvančara die unangenehme Kirsche auf der Sahnetorte nur mit Galgenhumor nehmen konnte.

Was seit Monaten als Konsens im Fan-Umfeld gilt, wirkt spätestens jetzt unausweichlich – Borussia und Čvančara haben wohl keine gemeinsame Zukunft. Alles andere wäre nach der Entwicklung in dieser Woche eine große Überraschung.

Tomáš Čvančara wird in Gladbach kaum noch eine Zukunft haben.

Wenn das Tischtuch zwischen Klub und Spieler noch nicht zerschnitten war, dann ist das spätestens jetzt der Fall. In den beiden letzten Saisonspielen könnte Čvančara noch einmal eingesetzt werden, wenn Franck Honorat keine 90 Minuten im Tank hat. Das käme dann aber eher einer Abschiedstour gleich.

Čvančara wurde bei Borussia zum Sorgenkind

Einerseits sind die Worte des Angreifers auf Instagram Wasser auf den Mühlen der Kritiker, die neben dem sportlichen Absturz seit April auch die Verantwortlichen kritisieren. Läuft es schlecht, gerät vor allem Sport-Geschäftsführer Roland Virkus ins Kreuzfeuer der Kritik – und in den sozialen Netzwerken wird der Vereinsführung aktuell vorgeworfen, plötzlich Zustände wie beim permanent unruhigen FC Schalke 04 zu haben.

Andererseits hat sich die Ablösesumme in Höhe von 10,5 Millionen Euro für Čvančara nie über den Sommer 2023 hinaus ausgezahlt. Nach einer ordentlichen Vorbereitung erzielte er beim 4:4-Remis gegen den FC Augsburg am ersten Spieltag der vergangenen Saison einen Doppelpack – danach folgten bis dato nur vier weitere Treffer im deutschen Oberhaus.

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Infolge vieler Verletzungen bekam Čvančara mit Tim Kleindienst einen Führungsspieler vor die Nase gesetzt und sah sich daher gezwungen, auf den rechten Flügel auszuweichen. Eine Rolle, die ihn kaum zufriedengestellt hat. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der 24-Jährige sein Potenzial selten hat aufblitzen lassen. Die meiste Aufmerksamkeit erregte Čvančara in dieser Saison im Hinrundenspiel gegen Borussia Dortmund, als er nach 89 Minuten für Kleindienst eingewechselt und in der fünften Minute der Nachspielzeit mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde.

Es rumort wieder in Gladbach

Das Čvančara-Drama ist auch abseits des Sportlichen ein Problem für Borussia. Der Klub brüstete sich in der jüngeren Vergangenheit damit, dass wenige Sachen nach außen dringen. Ein Beispiel: Nach Bekanntgabe des Abschieds von Geschäftsführer Stephan Schippers im August 2024 wurde in der Öffentlichkeit über die Nachfolge nur gemutmaßt, bis Gladbach im September die Amtsübernahme von Dr. Stefan Stegemann kommunizierte.

Auch aus der Mannschaft wurde wenig in die Öffentlichkeit getragen. Die beiden letzten Aufreger waren das Frust-Interview von Marvin Friedrich und der Trainingszoff zwischen Jonas Omlin und Marcus Thuram, beides ereignete sich im April 2023. Gut zwei Jahre später rumort es wieder am Niederrhein – doch damit wird im Sommer wohl Schluss sein.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

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