Q&A zum Nagelsmann-Rücktritt
Das Nagelsmann-Aus beim DFB: Die zentralen Fragen und Antworten
Die Zeit von Julian Nagelsmann als Bundestrainer beim DFB ist vorbei. Wie wurde er DFB-Trainer, was waren seine Erfolge, wie hoch war sein Gehalt? Wir klären die zentralen Fragen.
Nicht mal eine Woche dauerte es bis zum endgültigen Aus von Julian Nagelsmann als Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Mit der Sekunde des Abpfiffs gegen Paraguay in der Nacht auf Dienstag deutscher Zeit wurden die Rücktrittsforderungen laut und ebbten bis zur finalen Entscheidung Nagelsmanns nicht mehr ab. Wir klären die zentralen Fragen rund um den Rücktritt des 38-Jährigen.
Warum beendete Julian Nagelsmann seine Spielerkarriere so früh? – Nagelsmann absolvierte mehrere Spiele in der A-Junioren-Bundesliga, war dort auch Kapitän bei 1860 München und spielte bei der Zweitvertretung des FC Augsburg und Thomas Tuchel. Wegen eines Knorpelschadens beendete er im Alter von gerade einmal 20 Jahren seine Spielerkarriere.
Vom Spieler zum jüngsten Cheftrainer der Bundesliga: Nagelsmanns rasanter Aufstieg
Was waren Nagelsmanns erste Schritte im Trainerberuf? – Tuchel setzte seinen Schützling dann als Spielbeobachter ein. Nagelsmanns Analysen waren derart überzeugend, dass der heutige Trainer Englands Nagelsmann in sein Trainerteam aufnahm. Die weiteren Stationen des späteren DFB-Coachs: Ab 2016 für die TSG Hoffenheim Cheftrainer in der Bundesliga, von 2019 bis 2021 bei RB Leipzig, anschließend noch bis 2023 beim FC Bayern.
Was sind die größten Erfolge von Nagelsmann als Trainer? – An erster Stelle sind sicherlich die Meisterschaft mit den Bayern im Jahr 2022 und die beiden Supercup-Gewinne 2021 und 2022 zu nennen. Doch auch bei seinen anderen Trainerstationen war er erfolgreich: Hoffenheim führte er von einem Abstiegskandidaten bis in die Champions League, mit RB Leipzig schaffte er es sogar bis ins Halbfinale der Königsklasse.
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Wie wurde Julian Nagelsmann Bundestrainer? – Deutlicher Sieg gegen PSG im Achtelfinale der Champions League, immer noch im Pokal dabei und nur einen Punkt hinter der Bundesligaspitze – das alles war der Führungsspitze des FC Bayern im März 2023 zu wenig, Nagelsmann wurde freigestellt. Zeitgleich startet sein Vorgänger beim FCB und damaliger Bundestrainer Hansi Flick eine Sieglos-Serie von fünf Spielen und wird der erste DFB-Coach der Geschichte, der freigestellt wird. Am 15. September 2023 wird Nagelsmann dann neuer Bundestrainer.
Was sind die finanziellen Folgen von Nagelsmanns Rücktritt? – Offizielle Zahlen gibt es nicht. Übereinstimmend wird berichtet, dass Nagelsmann beim DFB etwa sieben Millionen Euro pro Jahr verdient hat. Es gilt als wahrscheinlich, dass man ihm den Rücktritt finanziell versüßt hat, bei einer Beurlaubung hätte Nagelsmann weiterhin sein normales Gehalt bezogen. Auf welche Summe sich beide Parteien geeinigt haben, ist nicht bekannt.
Wie erfolgreich war Julian Nagelsmann als Bundestrainer? – Den großen Tönen, die er regelmäßig spuckte, wurde er bei der EM 2024 und der WM 2026 nicht gerecht. Mit einem Punkteschnitt von 2,03 reiht er sich auf Platz 6 von 12 in der Geschichte der DFB-Trainer ein (Bestwert Berti Vogts 2,20). 37 Spiele als Bundestrainer bedeuten Platz 9 (Bestwert Jogi Löw mit 198 Spielen).
Entlassung als Bundestrainer- und jetzt?
Wie geht es jetzt weiter für Julian Nagelsmann? – Durch seinen Rücktritt ist der 38-Jährige jetzt wieder frei auf dem Trainermarkt verfügbar. Das wäre bei einer Beurlaubung durch den DFB nicht der Fall gewesen. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass Nagelsmann sich direkt eine Anschlussstelle sucht, auch wenn zuletzt mehrfach Interesse aus der Premier League bekundet wurde. Vermutlich gönnt sich der Trainer erst einmal eine Ruhepause.
Wie geht es weiter beim DFB? – In der Pressemitteilung, die Nagelsmanns Rücktritt bestätigte, gab es auch gleich die Bestätigung, dass mit Jürgen Klopp Gespräche über eine Nachfolge geführt würden. Der ehemalige BVB- und Liverpool-Coach bestätigte diese in der darauffolgenden Nacht selbst. Allerdings gab Klopp auch zu, dass intensive Gespräche über die Zukunft des DFB nötig seien – der Ausstieg aus seinem laufenden Red Bull-Vertrag stellt in seinen Augen das kleinere Problem dar. (phm)
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