Abwehrmann überragt beim 3:0 gegen Union
„Wundertüte“ Anselmino erobert BVB-Herzen bei seinem Blitz-Debüt
Borussia Dortmund schlägt Union Berlin mit 3:0. Debütant Aaron Anselmino überzeugt wenige Tage nach seiner Ankunft beim BVB mit einem Top-Einstand.
Dortmund – Unter der Woche war Aaron Anselmino noch ein Unbekannter für die meisten BVB-Fans. Am Sonntag verließ er den Rasen des Signal Iduna Parks unter stehenden Ovationen. Das Debüt des 20-jährigen Argentiniers beim Dortmunder 3:0-Sieg gegen Union Berlin war ein Lehrstück dafür, wie schnell es ihm Profifußball gehen kann.
Anselmino verdiente sich die Bestnote in der BVB-Einzelkritik von Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports. Und Trainer Niko Kovač stimmte da wohl zu. „Sensationell gut“, sagte er nach dem Spiel in der Pressekonferenz zu Anselmino. „Er hat einen sehr, sehr abgeklärten Eindruck hinterlassen, sehr souverän, sehr zweikampfstark.“
BVB-Neuzugang trotz auch der Sprachbarriere
Dabei musste der Neuzugang einen Crashkurs ablegen. Die Leihe von Chelsea war erst am Mittwoch offiziell verkündet worden, die Integration ins Team erfolgte also binnen weniger Trainingseinheiten. Und das trotz Sprachbarrieren. „Mein Spanisch ist schlecht, sein Englisch ist okay“, gab Kovač schmunzelnd zu. „Trotzdem hat er es gut gemacht. Ich muss sagen, da haben wir einen guten Fang gemacht.“
In der Notlage des BVB durch Verletzungen von Emre Can, Nico Schlotterbeck und Niklas Süle sowie die Rotsperre von Filippo Mane vom Bundesliga-Auftakt beim FC St. Pauli erwies sich die kurzfristige Leihe als prompter Glücksgriff. Anselmino, der 2024 für 16,5 Millionen Euro von Boca Juniors zu Chelsea gewechselt war, beeindruckte auch die Teamkollegen.
„Aaron hat ein sehr gutes Debüt gemacht“, sagte Julian Brandt nach der Partie in einer Medienrunde unter anderem gegenüber Absolut Fussball. „Für mich war das ein bisschen eine Wundertüte, da bin ich ehrlich. Aber er macht einen sehr wissbegierigen Eindruck. Er ist sehr giftig in den Zweikämpfen. Was uns guttut, er ist sehr körperlich.“
„Es ist nicht leicht, reinzukommen bei dem fehlenden Spielrhythmus“, erklärte derweil Sportdirektor Sebastian Kehl in der Mixed Zone. „Aber er hat sich schon in der Trainingswoche reingebissen, er war sehr klar. Es ist ihm sehr gut gelungen. Es war ein sehr guter Einstand, er hat dazu beigetragen, dass wir zu null gespielt haben.“
Nach der Länderspielpause, wenn es am 13. September in Heidenheim weitergeht, wird sich zeigen, ob Anselmino seine Leistung bestätigen kann. Dann wird die Konkurrenzsituation verschärft sein. Mane steht nach abgeleisteter Sperre zur Verfügung, Can und Schlotterbeck könnten nach derzeitigem Stand womöglich Ende September hinzustoßen.
Vorerst aber darf sich Anselmino als der Mann fühlen, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort war: Von der Ankunft unter der Woche bis zu den Standing Ovations am Sonntag – schneller kann eine Karriere beim BVB kaum Fahrt aufnehmen. Da scheint schon jetzt ein Wermutstropfen, dass Dortmund keine Kaufoption für den Argentinier hat.
Aus dem Signal Iduna Park berichtet BVB-Reporter Lars Pollmann
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