Nach WM-Debakel
Der DFB braucht die Weltmeister von 2014 – bevor es zu spät ist
Der DFB steht vor einem gewaltigen Umbruch. Müssen jetzt die Helden von 2014 beim Verband eine führende Rolle einnehmen?
Das Aus im Sechzehntelfinale bei der WM 2026 hat ein gewaltiges Beben ausgelöst beim DFB. Dabei geht es nicht nur um das Ende der Zeit von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Nach Informationen von Absolut Fussball stehen auch die Bosse im Fokus. Sportdirektor Rudi Völler, Geschäftsführer Andreas Rettig und Präsident Bernd Neuendorf sind längst nicht mehr unumstritten.
Sky-Experte Dietmar Hamann hatte bereits gefordert: „Wir haben vor zwei Jahren eine durchschnittliche EM gespielt und eine schlechte Quali. Und trotzdem wird der Vertrag dieses Bundestrainers verlängert. Ich glaube, es ist an der Zeit, die Herren Neuendorf und Rettig zu hinterfragen, wie das passieren konnte.“ Nach dem frühen WM-Aus passiert nun genau das.
Klopp soll als Trainer kommen – und wer noch?
Vor allem Hans-Joachim Watzke könnte nun die Federführung übernehmen. Er steht an der Spitze der Bundesliga und hat einen hervorragenden Draht zu Jürgen Klopp. Watzke soll nach der Blamage gegen Paraguay (4:5 n.E.) getobt haben. Neuendorf kündigte in einer Stellungnahme an: „Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag mit Blick auf die anstehenden Aufgaben nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“
Deutschland hat sich beim globalen Turnier in den USA, Kanada und Mexiko wieder nicht von seiner besten Seite gezeigt. Ob sportlich, marketingtechnisch oder kommunikativ: Der DFB rennt im Konzert der Großen der Musik hinterher. Mit Klopp alleine als Nachfolger von Nagelsmann ist es dabei allerdings nicht getan. Der Umbruch muss mehrere Ebenen betreffen. Und hier kommen die Weltmeister von 2014 ins Spiel.
Neun Fünfen beim WM-Aus! Die Einzelkritik zum DFB-Drama gegen Paraguay




Thomas Müller, Mats Hummels, Philipp Lahm, Per Mertesacker, Christoph Kramer und Bastian Schweinsteiger haben allesamt als TV-Experten geglänzt. Sie fanden in ihren Analysen scharfe Worte, legten den Finger in die Wunde und benannten die Defizite. Lahm hatte bei sich „eine unglaubliche Enttäuschung festgestellt“. Bestenfalls folgen in Zukunft Taten.
Es liegt nun auch an den letzten Weltmeistern, sich dieser Herausforderung anzunehmen. Beim DFB ist vieles verstaubt, ein Neubeginn mit den altbekannten Gesichtern Rettig und Völler ist schwer vorstellbar. Will die Siegergeneration, die von 2006 bis 2016 Fußball-Deutschland begeistert hat, Verantwortung übernehmen? Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt.
Rubriklistenbild: © Tom Weller
