„Wollen nicht in Tagesordnung übergehen“
Eine DFB-Person senkte wohl den Daumen bei Nagelsmann
Die Trennung von Julian Nagelsmann steht wohl unmittelbar bevor. Intern soll der DFB die Entscheidung bereits getroffen haben. Besonders eine Person sprach sich wohl für eine Entlassung aus.
Die sportliche Aufarbeitung des deutschen WM-Debakels ist offenbar längst zu einer Personalentscheidung ausgeartet. Während offiziell noch von einer gemeinsamen Analyse die Rede war, liefen im Hintergrund bereits die Vorbereitungen für das Ende der Amtszeit von Julian Nagelsmann. Eine Schlüsselrolle soll dabei DFB-Präsident Bernd Neuendorf eingenommen haben. Nach Informationen von Absolut Fussball fand bereits am Donnerstag (2. Juli) ein persönliches Gespräch mit Nagelsmann statt.
Dem (Noch-)Bundestrainer soll dabei mitgeteilt worden sein, dass er aus seinem ursprünglich bis zur EM 2028 laufenden Vertrag beurlaubt werden soll. Im Verband habe man den direkten Austausch als Frage der Fairness gegenüber dem 38-Jährigen verstanden, der die Nationalmannschaft im Herbst 2023 übernommen hatte.
Neuendorf zeigte sich negativ gegenüber weiterem Nagelsmann-Engagement
Grundsätzlich soll Neuendorf intern bereits symbolisch den Daumen gesenkt haben. Bevor die Trennung offiziell vollzogen werden kann, müssen allerdings noch die zuständigen DFB-Gremien zustimmen. Zudem sind die finanziellen Modalitäten zu klären, da aufgrund der Vertragslaufzeit eine Millionensumme im Raum steht.
Nach außen gibt sich der DFB-Präsident weiterhin zurückhaltend. In seinem offiziellen Statement unmittelbar nach dem WM-Aus erklärte Neuendorf: „Wir sind uns einig, dass das Abschneiden bei der WM nicht unseren Ansprüchen genügt. In den kommenden Tagen werden wir gemeinsam und in Ruhe die Gründe erörtern, weshalb die Mannschaft ihr vorhandenes Potenzial nicht hat abrufen können.“
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Eine Rückkehr zum Alltag schloss er dabei ausdrücklich aus: „Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag mit Blick auf die anstehenden Aufgaben nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“ Intern soll die Bewertung der vergangenen Monate allerdings deutlich klarer ausfallen. Im DFB wird dem Vernehmen nach zunehmend die Auffassung vertreten, dass Nagelsmann die Aufgabe als Bundestrainer in seinem Alter noch zu früh übernommen habe.
Der 38-Jährige habe sich zuletzt sichtbar schwergetan, mit dem enormen Druck umzugehen. Beobachter nahmen ihn in Pressekonferenzen zunehmend gereizt und angespannt wahr – Eigenschaften, die sich deutlich von seinem sonst als mutig, locker und schlagfertig beschriebenen Auftreten unterschieden haben. (LF)
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