DFB-Stürmer erinnert an Wurzeln
Undav und Rüdiger senden mit Torjubel ein besonderes Zeichen
Nach seinem Tor gegen Curaçao setzt Deniz Undav zum Tänzchen an. Antonio Rüdiger macht mit und sendet ein Zeichen der Solidarität.
Beim WM-Auftakt gegen Curaçao saß Deniz Undav zunächst auf der Bank. Dass er starke Jokerqualitäten hat, zeigte er nach seiner Einwechslung. Das Tor zum 6:1 bejubelte er zunächst mit seinen Teamkameraden, dann legte er ein kleines Tänzchen aufs Parkett. Ein Tanz, der jedoch viel mehr ist als nur ein kleiner Jubel nach einem Tor bei der Weltmeisterschaft.
Das, was Undav nämlich da auf den grünen Rasen in Houston zeigte, ist Teil eines traditionell kurdisch-jesidischen Tanzes, und damit ein Ausdruck tiefer Verbundenheit Undavs mit seinen Wurzeln. Doch dass Undav diesen Tanz nach einem Tor für das deutsche Nationalteam zeigte, darf auch als Zeichen dafür gesehen werden, dass seine Identität nicht im Widerspruch dazu steht, für sein Geburtsland Fußball zu spielen und zu leben.
Undav sendet Zeichen an kurdisch-jesidische Gemeinschaft in Deutschland
Wie es um den Zusammenhalt in der deutschen Nationalmannschaft steht, zeigte sich dann, als Antonio Rüdiger mit Undav mittanzte. Rüdiger sendete damit nicht nur ein emotionales Signal der Solidarität, sondern eines guter Teamchemie. Undav selbst postete kurz nach Abpfiff ein Bild des gemeinsamen Tanzes mit den Worten „Toni Abi hat es drauf“.
Neben dem fußballerischen Gewicht von Deniz Undav für die DFB-Elf war seine Berufung schon von Beginn an ein Zeichen für die kurdisch-jesidische Gemeinschaft in Deutschland, die den Jubel mit Sicherheit wahrgenommen haben wird. Viele Menschen mit jesidischem Glauben und/oder aus dem Gebiet Kurdistans leben nach Flucht und Vertreibung in Deutschland, und haben hier eine neue Heimat gefunden.
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Dass öffentliche Zeichen und Solidarität mit Jesiden und Kurden aber nicht überall gut ankommen, hat Undav schon selbst erlebt. Immer wieder wird er unter anderem von türkischen Nationalisten in Kommentarspalten beleidigt und bedroht. Erkennbar ist das oft an der Verwendung von Wolf-Emojis, die als Symbol für die rechtsextreme Bewegung „Graue Wölfe“ genutzt werden.
Doch auch im direkten Fußballkontext sah sich Undav schon Anfeindungen ausgesetzt. So beim VfB-Spiel gegen Fenerbahçe Istanbul im vergangenen Herbst, wo er nicht nur von Fans, sondern auch von Gegenspielern vermeintlich rassistisch beleidigt wurde. Infolge dessen sahen sich sogar die Informationsstelle Antikurdischer Rassismus (IAKR) und der Zentrale Menschenrechtsrat der Kurd*innen in Deutschland (ZMRK) zu einer Stellungnahme gezwungen. (sch)
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