Vorsicht, Markus Krösche!

Die zwei Risiken der Transfer-Taktik für Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt erhält für seine Transferstrategie berechtigtes Lob. Dennoch birgt das Konzept zwei Risiken für die Hessen.

Frankfurt – Randal Kolo Muani für fast 100 Millionen Euro an Paris Saint-Germain verkauft, Omar Marmoush für rund 80 Millionen Euro an Manchester City: Eintracht Frankfurt und Sportchef Markus Krösche werden für diese großartigen Deals gefeiert.

Hinzu kommt trotz der Verkäufe der anhaltende sportliche Erfolg. Die Eintracht mischt in der Regel Pokalwettbewerbe auf und bietet in der Bundesliga spektakulären Fußball.

Schließt Eintracht zum FC Bayern auf?

Wenn die Hessen im nächsten Schritt nun noch mehr Geld in den Kader investieren, ist ihnen sportlich auch der Angriff auf den FC Bayern und Bayer 04 Leverkusen zuzutrauen.

Andererseits birgt die Transferpolitik der Eintracht auch Gefahren. Im Kern gehen die Hessen wie folgt vor: Sie suchen mit einem Top-Datenscouting und gutem Gespür relativ günstig Spieler in Skandinavien und im französischsprachigen Raum. Nach zwei, drei Jahren werden diese Profis dann für ein Vielfaches weiterverkauft.

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche baut den Kader weiter gezielt um.

BVB als mahnendes Beispiel

Die Methode erinnert zunächst mal an Borussia Dortmund. Dort ging dieses System jahrelang gut. Auch Schwarzgelb wurde für Haaland und Co. groß gefeiert. Doch sobald es sportlich ein oder zwei schlechte Jahre gibt, bricht alles ein.

Die potenziellen Verkaufskandidaten haben dann kaum einen Markt mehr. Keiner ist bereit, die gefühlten Mondpreise zu bezahlen. Dadurch kann der Klub nicht in neue Talente investieren und auch die Attraktivität, überhaupt zum Verein zu kommen, sinkt.

Die emotionale Gefahr für Eintracht Frankfurt

Die zweite Gefahr liegt im emotionalen Bereich. Wer in Frankfurt zum Beispiel gerade Omar Marmoush ins Herz geschlossen hatte, musste sich zeitnah wieder von ihm verabschieden. Und nicht immer verläuft ein Abgang so friedlich wie beim Torjäger aus Ägypten.

Kolo Muani streikte sich quasi aus Frankfurt weg und erzeugte viel Ärger. Wenn zahlreiche Spieler nur zwei Jahre in Frankfurt bleiben, fällt es den Fans schwer, sich noch mit Spielern zu identifizieren.

Wo schlägt der FC Bayern zu? Die aktuellen Transfergerüchte im Überblick

Schon im Januar wurde der FC Bayern intensiv mit Christopher Nkunku in Verbindung gebracht. Sportvorstand Max Eberl soll mit dem Spielerlager schon kurz vor einer Einigung gestanden haben. Eines der Hauptprobleme blieb die hohe Preisvorstellung des FC Chelsea. Jüngsten Medienberichten zufolge könnte der Ex-Leipziger im Sommer allerdings deutlich günstiger werden – und womöglich „nur“ 40 bis 45 Millionen Euro kosten.
Dass die Bayern Florian Wirtz (li.) unbedingt verpflichten wollen, ist längst kein Geheimnis mehr. Die Klub-Bosse wollen das Duo Wirtz/Musiala nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch auf Vereinsebene sehen. Die Münchner wären wohl bereit, tief in die Tasche zu greifen, um das Supertalent am liebsten schon in diesem Sommer von Ligakonkurrent Bayer Leverkusen loszueisen.
Nick Woltemade steht bei den Bayern weit oben auf der Stürmer-Wunschliste. Der U21-Nationalspieler wechselte erst im vergangenen Sommer von Werder Bremen zum VfB Stuttgart, überzeugte seitdem die Bayern-Bosse von seinen Fähigkeiten. Sein Vertrag läuft noch bis 2028 – und beinhaltet keine Ausstiegsklausel.
Und noch ein deutscher Stürmer: Mit seiner überragenden Saison bei Mainz 05 spielte Jonathan Burkardt sich bereits in die deutsche Nationalmannschaft. Logisch, dass das auch den Rekordmeister auf den Plan ruft. Ex-Bayern-Profi Nils Petersen riet Burkardt aber jüngst, einen Bayern-Wechsel aufgrund geringer Einsatzchancen gut zu überdenken.
Wo schlägt der FC Bayern zu? Die aktuellen Transfergerüchte im Überblick

Auch dieses Thema könnte bald auf die Eintracht zukommen, zumal Führungspersönlichkeiten wie Sebastian Rode in Fußball-Rente gegangen sind und andere Spieler wie Kapitän Kevin Trapp oder Verteidiger Timothy Chandler bald abdanken wollen oder müssen.

So nimmt Eintracht Frankfurt weiter eine großartige Entwicklung, doch sollte die Klubführung auch darauf achten, dass sich der Wind auch schnell wieder drehen kann.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Harald Bremes

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