Langwierige Verhandlungen in Aussicht

Droht dem FC Bayern schon wieder eine „Upamecano-Situation“?

Vertragsverhandlungen im Profifußball werden zunehmend komplexer. Das musste der FC Bayern bei Alphonso Davies und zuletzt Dayot Upamecano erfahren. Nun droht wieder ein derartiges Szenario.

In der laufenden Saison zählt Konrad Laimer zu den Leistungsträgern beim FC Bayern. Der 28-jährige Österreicher zeigt Lauf- und Zweikampfstärke und ist dabei flexibel einsetzbar: 2023 als Mittelfeldspieler von RB Leipzig verpflichtet, ist er derzeit der Stamm-Rechtsverteidiger des Rekordmeisters und kann, wenn Not am Mann ist, diese Position auch auf der anderen Seite der Abwehr-Viererkette ausfüllen.

Dayot Upamecano und Konrad Laimer beim FCB-Auswärtssieg in Stuttgart.

Sein Vertrag an der Säbener Straße läuft noch bis 2027, die Vertragsverhandlungen stocken aktuell. So ist es wenig verwunderlich, dass Laimer im Fokus zahlreicher Transfergerüchte steht. Selbst Real Madrid wurde hier jüngst erwähnt. Auch im aktuellen BILD-Podcast „Bayern Insider“ ist die Zukunft des 55-fachen Nationalspielers (sieben Tore) ein Thema.

Kein Kontakt zu Real Madrid

BILD-Fußballchef Christian Falk bestätigt hier zwar, dass die Vertragsverhandlungen „momentan an Eis liegen“, dennoch soll sich der Österreicher keineswegs mit einem Abschied von der Säbener Straße beschäftigen. Ein bekanntes Szenario beim Rekordmeister. In einem persönlichen Gespräch mit Falk teilte der FCB-Profi unter anderem klipp und klar mit, dass Real Madrid sich definitiv nicht bei ihm gemeldet hat. Dabei ist ihm absolut bewusst ist, dass die derzeitige Situation zu zahlreichen Transfergerüchten führt. Laimer selbst sei aber aktuell ganz „entspannt“ und mache sich „da nicht verrückt“.

Aus Sicht des Vereins mahnt der BILD-Fußballchef dennoch zur Vorsicht und erinnert an die aktuelle Entwicklung im modernen Fußball, die er als „Upamecano-Situation“ bezeichnet. Die Verantwortlichen des FC Bayern sollten bei Laimer dementsprechend nicht zu lange warten und dem Spieler dadurch zusätzliche Optionen bieten.

Die größten Wintertransferflops der Bundesliga: Zwischen Weltklassestürmern und Totalausfällen

Einer, der wie kaum ein zweiter für die chaotische Wintertransferflops steht, ist der Brasilianer Ze Roberto II. Für drei Millionen Euro kam der Mittelfeldmann 2008 aus Rio de Janeiro von Botafogo, legte ein Traumdebüt mit einem Tor in seiner ersten Einsatzminute hin und spielte bis zu seinem endgültigen Abschied 2010 nur zwei weitere Male für die Knappen. Der Name, der Hype und die Ablösesumme versprachen viel. Am Ende waren alle Beteiligten enttäuscht.
2011 sorgte die TSG Hoffenheim für einen vermeintlichen Transfercoup. Für sieben Millionen Euro schnappte man sich im Winter den niederländischen Nationalspieler Ryan Babel vom FC Liverpool. Fünf Tore und anderthalb Jahre später zog es ihn zurück in seinem Herzensklub Ajax Amsterdam. Der Transfer war ein großer Fail.
Auch der FC Bayern hat einige schlechte Erinnerungen an vergangene Wintertransferfenster. Zur Jahrtausendwende kam Slawomir Wojciechowski für 700.000 Euro aus Aarau. In anderthalb Jahren reichte es nur für drei Spiele und immerhin einen Treffer. Für 600.000 ging es dann wieder zurück in die Schweiz. Dennoch hat der Pole durch sein zeitgenaues Engagement einen Champions-League-Titel und zwei deutsche Meisterschaften in seiner Vita stehen.
Sascha Boey 23 (FC Bayern Muenchen), FC Bayern Muenchen vs. Borussia Moenchengladbach, Fussball, 1. Bundesliga, 20. Spie
Die größten Wintertransferflops der Bundesliga: Zwischen Weltklassestürmern und Totalausfällen

FCB-Sportvorstand Max Eberl hatte sich in diesem Kontext vor knapp zwei Wochen im Interview mit SPORT1-Reporter Stefan Kumberger geäußert und erklärt, dass es durch das Bosman-Urteil 1995 zwangsläufig immer wieder zu derartigen Situationen bei Vertragsverhandlungen kommen könne: „Mittlerweile gehen viele Spieler einfach das Risiko ein, ins letzte Vertragsjahr zu gehen, und schauen dann, was passiert.“ Um den Spieler zu halten, kommen die Vereine oft nicht darum herum, hohe Handgelder („Signing fees“) zu zahlen.

Das Jahresgehalt als Maßstab für die Wertschätzung

Falks BILD-Kollege Heiko Niedderer betont dabei Laimers sportlichen Wert für die Mannschaft von Vincent Kompany: „Sehr, sehr wertvoll“, aber zugleich „ein bisschen underrated“, weil der Arbeitsbiene schlichtweg das Spektakuläre fehle. Entscheidend im Gehaltsgefüge einer Mannschaft sei aber, dass es „ja immer um das Verhältnis in der Kabine, um die Wertschätzung“ gehe. Und die wird nun einmal als Jahressalär ausgewiesen.

Laimer soll laut Medienangaben derzeit zwischen sieben und acht Millionen Euro verdienen – und damit deutlich weniger als andere Stammspieler oder gar die Topstars des Rekordmeisters. Dass ein Leistungsträger wie er dann bei Verhandlungsergebnissen wie bei Davies und Upamecano ganz genau hinschaut, ist absolut nachvollziehbar.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Markus Ulmer

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