Lebensversicherung verletzt

Eintracht in Sorge: Burkardt-Schock lässt Falten tiefer werden

Als Jonathan Burkardt viel zu früh aufhören muss, verliert Eintracht Frankfurt die Partie gegen Bergamo. Die Diagnose fehlt noch, die Sorgen steigen.

Frankfurt – Es gibt Momente, die können einem ganzen Stadion den Stecker ziehen. Eintracht Frankfurt erlebte einen solchen Schock im Champions-League-Duell gegen Atalanta Bergamo (0:3). Beim Stand von 0:0 kam Jonathan Burkardt nach 55 Minuten auf dem Boden auf und blieb liegen. Er musste an seiner Wade behandelt werden.

Dieses Bild sorgt für große Schmerzen bei Eintracht Frankfurt

Sehr schnell war klar: Burkardt konnte nicht weitermachen. Gestützt von zwei Betreuern, verließ die Lebensversicherung der Eintracht den Platz. Für einige Sekunden war es mucksmäuschenstill in der mit 59.500 Zuschauern ausverkauften Arena. Als Burkardt an der Haupttribüne vorbeikam, gab es aufmunternden Applaus für ihn.

Eintracht verliert das Spiel – und Topstürmer Jonathan Burkardt

Wenige Minuten später lag das Leder gleich dreimal im Netz von Torhüter Michael Zetterer. Die Frankfurter hatten innerhalb kürzester Zeit verloren, sowohl diese Schlüsselpartie als auch ihren Topstürmer. Die Dimension des Ausfalls wurde schnell klar. Zunächst kam Jean-Matteo Bahoya in die Partie – kein gelernter Angreifer. Der Franzose sollte gemeinsam mit Ansgar Knauff wirbeln. Zwei schnelle Flügelspieler als Stoßstürmer?

Dieser Plan ging nicht auf, stattdessen nutzte Bergamo die um sich greifende Verunsicherung nach diesem Burkardt-Schock gnadenlos aus. Später kamen zwar noch die beiden etatmäßigen Stürmer Michy Batshuayi (nach 69 Minuten) und Elye Wahi (nach 78 Minuten) auf den Rasen. Die sprichwörtliche Messe war da allerdings schon gelesen.

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Kapitän Robin Koch sagte nach Abpfiff: „Jeder weiß, dass Jonny für uns sehr wichtig ist. Wir wollen ihn immer auf dem Platz haben. Wenn sich ein Spieler verletzt, dann ist das immer ein Schreckmoment für uns. Ich hoffe, dass er schnell wieder zurück ist.“ Ein MRT soll am Donnerstag für Klarheit sorgen. Ein Burkardt-Ausfall war genau das, was bei Eintracht nicht passieren durfte.

Absolut Fussball, das Fußballportal von Home of Sports, hatte bereits Ende Oktober getitelt: „Burkardt-Tore können Eintracht Frankfurts Sturm-Problem nicht kaschieren!“ Batshuayi und Wahi stehen bei null Treffern, Jessic Ngankam ist nach langer Verletzungspause allerhöchsten eine Notlösung. Mit Can Uzun fällt der treffsicherste Akteur hinter Burkardt mindestens noch eine Partie aus.

Eintracht-Trainer Toppmöller ist „überzeugt von den Jungs“

Toppmöller sagte zwar tapfer: „Wir sind überzeugt von den Jungs, die in unserem Kader stehen. Die Spieler, die in die erste Elf kommen, müssen sich dann aber auch beweisen.“ Der Eintracht-Coach muss möglicherweise kreativ werden. Traut Toppmöller seinen Stürmern Batshuayi, Ngankam oder Wahi noch den Sprung nach vorne zu?

Oder richtet sich der Blick auf den eigenen Nachwuchs? Alexander Staff hat die U19 in der Youth League gegen Bergamo mit einem Dreierpack (3:2) zum Heimsieg geführt. Der Sprung aus dem U-Bereich zu den Profis ist gewaltig. Toppmöller könnte bei einem drohenden Burkardt-Ausfall dennoch auch diesen Gedanken in Betracht ziehen.

Das Ergebnis der MRT-Untersuchung wird darüber entscheiden, wie heftig die Nachwehen von der Bergamo-Pleite sind. Am Sonntag (17.30 Uhr) kommt mit dem VfL Wolfsburg das nächste Bundesliga-Kellerkind in die Mainmetropole. Vor allem in den Duellen gegen diese Gegner machte Burkardt bislang den ganz großen Unterschied aus.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Taisei Iwamoto

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