„Letzter Warnschuss“
EM-Viertelfinal-Euphorie hin oder her - Ex-Nationalspielerin mahnt DFB-Team deutlich
Nach zwei Erfolgen in der Vorrunde hat das DFB-Team das EM-Viertelfinale gesichert. Trotz makelloser Bilanz auf dem Papier gibt es auch Kritik.
Basel – Die EM-Party der DFB-Frauen geht weiter: Über 17.000 deutsche Fans feiern den 2:1-Sieg gegen Dänemark, laute Musik und Gesang begleiten die Rückankunft im Quartier. Was es am Spiel der deutschen Mannschaft trotz zweier Siege aus zwei Spielen zu bemängeln gibt, hat Ex-Nationalspielerin Inka Grings aufgegriffen.
Nach schwieriger erster Hälfte – DFB-Team dreht EM-Spiel gegen Dänemark
Bevor die deutsche Mannschaft den Sieg gegen die Däninnen bejubeln konnte, hinterließ die erste Halbzeit im St. Jakob-Park in Basel viele Fragen. Viel Kleinklein vor dem gegnerischen Tor und Unordnung nach eigenen Ballverlusten – folgerichtig ging es mit einem 0:1-Rückstand in die Pause.
Danach drehte die Mannschaft von Christian Wück zwar das Spiel, jedoch unter Zuhilfenahme dänischer Defensivaussetzer. Was gegen einen Gegner, der auf dem Papier geschlagen werden muss, noch ausreichen mag, könnte gegen die schwierigeren Gegnerinnen im Viertelfinale nach hinten losgehen.
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Für den EM-Traum – Ex-Natinalspielerin Grings fordert Präzision ein
Zu diesem Ergebnis kam auch Ex-Nationalspielerin und Expertin Inka Grings. In ihrer kicker-Kolumne resümiert sie: „Zum wiederholten Mal brauchte das Team eine Halbzeit, um ins Spiel zu kommen.“ Für den Aufstieg in die Weltklasse und zur Bestätigung ihrer Rolle im erweiterten Favoritenkreis bräuchte es laut der 46-Jährigen noch mehr Präzision vor dem Tor. Zu viele Aktionen würden über die unermüdliche Klara Bühl laufen.
Positiv hob sie zudem Ann-Katrin Berger im Tor hervor, die durch ihre Ausstrahlung die nötige Gelassenheit und Ruhe auf das Feld überträgt. Nichtsdestotrotz: Mit Blick auf die Zeit nach der Vorrunde spricht Grings beim Spiel gegen Dänemark von „einem letzten Warnschuss“, um die noch vorhandenen Mängel in den Griff zu bekommen.
Nach dem Sieg gegen Dänemark – DFB-Präsident lobt „Stärke und Mentalität“
Auch der DFB-Präsident Bernd Neuendorf betrieb nach dem Spiel keine Schönmalerei: „Es ist gut, dass alle selbstkritisch sind und nicht versuchen, Dinge positiv darzustellen“, zog Neuendorf sein Fazit. Gleichzeitig lobte er „Kraft, Stärke und Mentalität“, mit der das Spiel gegen Dänemark gedreht wurde.
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Im Viertelfinale in der kommenden Woche ist also eine Steigerung vonnöten, um bei der Fußball-EM der Frauen eine gewichtige Rolle zu spielen. An breiter Unterstützung für ihren weiteren Weg wird es dem Team jedoch nicht mangeln. In den letzten Wochen hat dieses DFB-Team breite Sympathien aufgebaut – trotz mancher Unvollkommenheit auf dem Rasen. (nki)
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