„Die ideale FCB-Lösung“

FC Liverpool die falsche Wahl? Bayern-Boss kritisiert Wirtz-Entscheidung deutlich

Der FCB-Transferpoker um Florian Wirtz war im Frühjahr ein großer Aufreger. Ex-CEO Karl-Heinz Rummenigge äußert sich nun zum gescheiterten Deal.

München / Liverpool - Der deutsche Nationalspieler Florian Wirtz war bereits im vergangenen Winter von den Vereinsgranden des FC Bayern, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge, zum großen Transferziel ausgerufen worden. Der 22-Jährige entschied sich letztendlich gegen einen Wechsel zum Rekordmeister und schloss sich stattdessen dem FC Liverpool an. Der frühere Vorstandsvorsitzende und heutige Aufsichtsrat Rummenigge hat nun im Gespräch mit der SportBild eingeräumt, dass ihn die verpasste Verpflichtung weiterhin schmerzt, unterstellt dem Spieler dabei aber auch, eine falsche Vereinswahl getroffen zu haben.

Florian Wirtz selbst unzufrieden mit seinen Leistungen in Liverpool.

125 Millionen Euro hat der amtierende englische Meister schließlich im vergangenen Sommer an Bayer Leverkusen überwiesen, um sich die Dienste des 33-fachen deutschen Nationalspielers zu sichern. Dieser ist damit nach Ousmane Dembélé (2017 für 148 Millionen von Borussia Dortmund zum FC Barcelona) der zweitteuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte.

Rummenigge: FCB-Handeln seriös und solide

Der FC Bayern hatte zuvor lange und intensiv, aber eben erfolglos, um den Offensivspieler geworben. „Ich muss ehrlich sagen, dass es im Fall von Florian Wirtz immer noch wehtut, denn ich glaube, dass der Spieler beim FC Bayern besser aufgehoben gewesen wäre als bei Liverpool“, so Rummenigge, der am 25. September seinen 70. Geburtstag feiert, gegenüber der SportBILD.

Nach Meinung des Europameisters von 1980 wäre Bayern finanziell durchaus in der Lage gewesen, mit dem Angebot aus England zu konkurrieren. Aber man hätte sich an der Säbener Straße bewusst dagegen entschieden: „Der FC Bayern ist klug genug, sich nicht auf jede Art von finanziellem Wahnsinn einzulassen. Ich habe immer gesagt: Wir wollen sportlichen Erfolg, aber bitte auf seriöse und finanziell solide Weise.“

Matthäus nur der Letzte: Fehden von Uli Hoeneß haben beim FC Bayern lange Tradition

Uli Hoeneß leitet seit Jahrzehnten die Geschicke des FC Bayern München. In dieser Zeit hat der Bayern-Patron schon häufig mit seinen Äußerungen für Ärger gesorgt.
Jüngstes Beispiel ist die Fehde mit TV-Experte und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Die Wurzeln des Streits liegen im Bayern-Transferpoker um Nick Woltemade.
Matthäus hatte dem ehemaligen VfB-Stürmer einen Marktwert von 80 bis 100 Millionen Euro attestiert. Hoeneß reagierte daraufhin mit der Beleidigung, Matthäus habe „nicht alle Tassen im Schrank“. Kurze Zeit später legte er nach: „Wir haben uns wenig zu sagen, weil ich festgestellt habe, dass er noch keine neue Tasse gefunden hat“.
Das konnte Matthäus wiederum nicht auf sich sitzen lassen. In seiner Sky-Kolumne erwiderte er:  „Das meiste von dem, was Uli gesagt hat, habe ich als peinlich empfunden.“
Matthäus nur der Letzte: Fehden von Uli Hoeneß haben beim FC Bayern lange Tradition

Bislang hat Rummenigge zudem anscheinend mit seiner Einschätzung, dass Wirtz besser zum FC Bayern als nach Liverpool gepasst hätte, recht behalten: Der deutsche Nationalspieler hat bei den Reds noch nicht gezündet. In sieben Pflichtspielen für den englischen Meister gelang ihm lediglich ein Assist im Supercup und noch kein einziger eigener Treffer. Die Sportpresse auf der Insel kritisiert ihn bereits nach kurzer Zeit scharf und spricht von einem „Fehlstart“ des 22-Jährigen. Dagegen wäre für den FCB-Boss Wirtz „die ideale Lösung“ für die Münchner gewesen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd

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