Aufruhr im DFB-Team

Folgen des Wagner-Bebens – wie reagiert Nagelsmann jetzt?

Sandro Wagner wird seinen Posten als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft im Sommer verlassen. Wie geht es beim DFB weiter?

Frankfurt – Das kam unerwartet: Am Freitag verkündete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das baldige Ausscheiden von Co-Trainer Sandro Wagner aus seiner aktuellen Funktion. Der Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann wird seiner Tätigkeit nur noch beim Final Four der Nations League vom 4. bis zum 8. Juni nachkommen – und anschließend neue Wege gehen.

Wagner besonders bei den DFB-Stars beliebt

Für das unter der Regie von Nagelsmann wiedererstarkte Fußball-Deutschland ist die Nachricht vom Rücktritt Wagners ein herber Rückschlag. Das Duo ergänzte sich an der Seitenlinie und in der Kabine super. Wagner gilt nicht nur als meinungsstarker Typ, sondern soll besonders bei den Spielern beliebt sein. Für seine persönliche Zukunft will er sich nun aber neu orientieren und selber die Cheftrainer-Laufbahn einschlagen.

„Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, irgendwann selbst Cheftrainer zu werden. Eigentlich erst nach der WM 2026, aber mit dem Start meiner Fußballlehrer-Ausbildung im Januar ist mir dieses Ziel immer klarer geworden. Es wäre nicht fair gewesen, den DFB darüber im Dunkeln zu lassen“, begründete Wagner seine Entscheidung bei LinkedIn.

Sandro Wagner (li.) gibt seinen Posten als Assistent von Bundestrainer Julian Nagelsmann ab.

Wer wird die Nachfolge von Wagner antreten?

Besonders überrascht dürfte Nagelsmann über die Entscheidung nicht gewesen sein. Nach seiner eigenen Vertragsverlängerung bis 2028 hatte er über seinen Co-Trainer gesagt: „Jeder, der Sandro kennt, weiß, dass er danach strebt, selbst Cheftrainer zu werden. Das ist ja auch gut so, dass man große Ziele hat.“

Für den 37-Jährigen geht es nun darum, den anstehenden Verlust möglichst adäquat aufzufangen. Als Kandidaten auf die Nachfolge gelten laut Bild unter anderem Alfred Schreuder, Moritz Volz und Eugen Polanski. Auf wen auch immer die Wahl fällt: Das Duo Nagelsmann/Wagner wird so einfach nicht zu ersetzen sein. Gut, dass bis zum nächsten großen Event – der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko – noch ein wenig Zeit ist.

Neuner, Vettel & Co.: Was machen Deutschlands zurückgezogene Sport-Helden?

Magdalena Neuner, Sebastian Vettel und Franziska von Almsick leben heute ein zurückgezogenes Leben.
Magdalena Neuner legte eine unfassbare Biathlon-Karriere hin. Zwölfmal wurde sie Weltmeisterin, zweimal Olympiasiegerin und dreimal holte sie den Gesamtweltcup. Sie ist zwar nicht mehr dauerhaft präsent, tritt aber immer noch vereinzelt in Fernsehshows auf. Außerdem machte sie eine Ausbildung zur Stress- und Resilienztrainerin.
Auch Michael Greiss war ein echtes Biathlon-Ass. Vor allem die drei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen von Turin 2006 werden immer in Erinnerung bleiben. Ab und zu sieht man Greiss noch als Experten bei Eurosport. Außerdem ist er Botschafter des Vereins Athletes for Ukraine.
Sie wird immer zu den größten Fußballerinnen aller Zeiten zählen: Birgit Prinz. Die Rekordnationalspielerin erzielte für die deutsche Nationalmannschaft unfassbare 128 Tore und führte sie in den Jahren 2003 und 2007 zum WM-Titel. Mittlerweile ist die Ex-Stürmerin als Sportpsychologin für die Frauen der TSG Hoffenheim tätig und hatte bis 2023 die gleiche Position im DFB-Team.
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Zunächst steht für das DFB-Team nach dem Ende der Klubwettbewerbe das Final Four auf dem Programm. Das Finalturnier der Nations League wird in Deutschland ausgetragen. Im Halbfinale geht es für Nagelsmann, Wagner und Co. in der Münchner Allianz Arena gegen Portugal (4. Juni). Am 8. Juni findet dann das Endspiel statt. Die deutsche Nationalmannschaft hat den 2019 ins Leben gerufenen Wettbewerb noch nie gewonnen – winkt für Wagner damit der perfekte Abschied? (mbo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

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