Nach 13 Jahren

Für Gladbach bedeutet die Länderspielpause das Ende einer Tradition

Die Länderspielpause hält für Borussia Mönchengladbach eine Überraschung bereit. Bei den Fohlen endet eine 13-jährige Tradition.

Mönchengladbach – Nach dem 26. Bundesliga-Spieltag haben die Vereine die letzte Möglichkeit, vor dem Saisonfinale eine Pause einzulegen.

Die bevorstehenden Länderspiele unterbrechen das Rennen um die Spitzenplätze in der höchsten deutschen Spielklasse, für die meisten Profis steht aber trotzdem viel auf dem Spiel. Tim Kleindienst von Borussia Mönchengladbach wird beispielsweise mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien um den Einzug ins Nations-League-Halbfinale spielen.

Gladbach verabschiedet mehrere Nationalspieler

Kleindienst gehört zu acht Profis der Borussia, die in der kommenden Woche mit ihren A-Nationalmannschaften unterwegs sein werden. Auch Stefan Lainer und Kevin Stöger (beide Österreich), Ko Itakura (Japan), Joe Scally (USA), Tiago Pereira Cardoso, Yvandro Borges Sanches (beide Luxemburg) und Nathan Ngoumou (Kamerun) werden Gladbach vorübergehend verlassen.

Auffällig ist das Fehlen von Jonas Omlin und Nico Elvedi in dieser Auflistung. Beide spielen für die Schweizer Nationalmannschaft, Elvedi hat etwa seit seinem Debüt im Mai 2016 insgesamt 56 Länderspiele absolviert. Der Innenverteidiger wird jedoch in den Spielen gegen Nordirland und Luxemburg ebenso wenig dabei sein wie Torhüter Omlin.

Jonas Omlin (m.) und Nico Elvedi (r.) sind nicht für den Kader der Schweiz nominiert worden.

Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin setzt im Tor auf Gregor Kobel (Borussia Dortmund), Pascal Loretz (FC Luzern) und Yvon Mvogo (FC Lorient). In der Innenverteidigung werden Auréle Amenda (Eintracht Frankfurt) und Cédric Zesiger (FC Augsburg) aus der Bundesliga sowie Albian Hajdari (FC Lugano), Eray Cömert (Real Valladolid) und Stefan Gartenmann (Ferencváros) um die freien Plätze konkurrieren.

Kein Gladbach-Star im Kader der Schweiz

Mit dem Verzicht auf Omlin und Elvedi endet eine lange Tradition, denn seit 2012 war stets mindestens ein Spieler von Borussia Mönchengladbach im Kader der Schweizer Nationalmannschaft. Lediglich die Ex-Gladbacher Denis Zakaria, Djibril Sow und Breel Embolo sind im Aufgebot.

Hätten Sie‘s gewusst? 20 Fußball-Stars mit überraschenden Karriere-Stationen

Diego Maradona: Der Argentinier (Weltmeister 1978) feierte seine größten Erfolge auf Vereinsebene mit dem SSC Neapel. Für die Süditaliener spielte „die Hand Gottes“ von 1984 bis 1991. Die Erfolgsgeschichte endete unrühmlich. Maradona wurde des Kokain-Konsums überführt und von der italienischen Liga für 15 Monate gesperrt. Danach schaffte er es zurück in den Profi-Fußball. Im Sommer 1992 schloss sich Maradona dem FC Sevilla an.
Rafael van der Vaart: Von seinem Jugend-Verein Ajax Amsterdam kam van der Vaart 2005 zum Hamburger SV. Sechs Jahre spielte der Niederländer an der Elbe. Nach jeweils zwei Jahren bei Real Madrid und Tottenham Hotspur sowie weiteren Stationen schloss sich van der Vaart kurz vor dem Ende seiner Karriere Esbjerg fB in Dänemark an.
Torsten Frings: Bei Werder Bremen wurde der gebürtige Westfale zum Bundesliga-Profi, 1999 gewann Frings mit den Grün-Weißen den DFB-Pokal. Später spielte er für Borussia Dortmund (2002-2004) und den FC Bayern. Frings‘ Herzensclub sollte Bremen werden, nach nur einem Jahr in München kehrte er 2005 an die Weser zurück. Von 2011 bis 2023 ließ Frings seine Karriere beim FC Toronto in Kanada ausklingen.
Ailton im Trikot vom FC Oberneuland
Hätten Sie‘s gewusst? 20 Fußball-Stars mit überraschenden Karriere-Stationen

Diese Tradition begann 2012 mit Granit Xhaka, der bereits im Trikot des FC Basel eine feste Größe in der Nationalmannschaft wurde. In den darauffolgenden Jahren verpflichtete Borussia weitere Nationalspieler wie Yann Sommer, Josip Drmić, Zakaria, Michael Lang, Embolo und Omlin.

Elvedi schaffte am Ende seiner ersten Saison 2015/16 bei Gladbach den Sprung in die Nationalmannschaft, während Sow erst nach seinem Wechsel zu den BSC Young Boys im Sommer 2017 nominiert wurde.

Elvedi-Aus überrascht

Schweizer Spieler und Trainer haben in Gladbach eine lange Historie, doch bereits während der Europameisterschaft deutete sich ein Wandel an. Omlin verzichtete nach einem schwierigen Jahr 2023/24 auf die Teilnahme am Turnier und Elvedi kam bis zum Viertelfinal-Aus nicht zum Einsatz.

Der Innenverteidiger wurde zuletzt im Oktober von Yakin nominiert und spielte die Nations-League-Partien gegen Serbien und Dänemark jeweils über die volle Distanz. Im November fiel Elvedi verletzungsbedingt aus, kehrte jedoch zurück und festigte seinen Platz in der Gladbacher Stammelf. Mit Itakura bildet er das unangefochtene Duo im Abwehrzentrum, weshalb seine Nichtnominierung überrascht.

Hinter Omlin liegt hingegen eine weitere komplizierte Periode. Zuletzt war der 31-Jährige im September im Nati-Kader, fiel dann aber wegen einer Wadenverletzung aus und verlor seinen Stammplatz bei Borussia an Moritz Nicolas. Aufgrund von Nicolas‘ Verletzung im Februar erhielt Omlin eine neue Chance, doch es fehlt ihm noch der Rhythmus, um wieder voll angreifen zu können.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Moritz Mueller

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare