Blick auf die Vertragskonstellation
Für Gladbach-Boss Virkus liegt die Hürde auf dem Transfermarkt hoch
Verkaufen, um zu verbessern. Was gegensätzlich wirkt, ist für Borussia Mönchengladbach unverzichtbar. Die Fohlen stehen im Sommer unter enormem Druck.
Mönchengladbach – Vor dem Ende der Bundesliga-Saison 2024/25 hat Roland Virkus den Fans von Borussia Mönchengladbach zwei Versprechen gegeben.
Gladbach-Boss Virkus gibt Versprechen ab
Einerseits kündigte der Sport-Geschäftsführer Anfang Mai an, eine schlagkräftige Truppe aufzustellen, die den erhofften nächsten Schritt machen soll. Zuvor versprach Virkus im Rahmen der Mitgliederversammlung, es werde in diesem Jahr keine ablösefreien Abgänge geben.
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In letzterer Hinsicht ist Virkus aus den Anfängen seiner Amtszeit gebrandmarkt. Im Sommer 2022 verlor Gladbach Matthias Ginter zum Nulltarif, 2023 brachten Ramy Bensebaini und Marcus Thuram – der mit Inter Mailand 2024 Meister geworden ist und am Samstag das Champions-League-Finale gegen Paris St. Germain bestreitet – kein Geld ein.
Für Jonas Hofmann schlug Virkus per Ausstiegsklausel immerhin zehn Millionen Euro heraus, außerdem konnte er den Vertrag mit Alassane Pléa 2022 vorzeitig verlängern. Der Franzose ist dank einer Klausel über den Sommer hinaus gebunden. Lediglich der Vertrag von Torwart-Oldie Tobias Sippel endet zum 30. Juni 2025, er wird mutmaßlich über seine aktive Karriere heraus bei Borussia bleiben. Einhalten kann Virkus sein Versprechen somit.
Nur ein Verkauf von Ko Itakura ist für Gladbach lukrativ
Mit Blick auf den Sommer 2026 sieht die Lage wieder anders aus, dann laufen die Verträge von Ko Itakura, Marvin Friedrich, Luca Netz, Stefan Lainer, Yvandro Borges Sanches und Pléa aus.
Bei Itakura läuft alles auf einen Verkauf in diesem Jahr hinaus, aber diesen Transfer muss Virkus erst einmal bewältigen. Dem 58-Jährigen sind insofern die Hände gebunden, als dass interessierte Vereine wohl erst dann zuschlagen, wenn sie selbst Verluste erleiden. Nach Informationen von Absolut Fussball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, hat Eintracht Frankfurt den Innenverteidiger auf dem Zettel – weil sich um Tuta und Robin Koch Abschiedsgerüchte kreisen.
Nun will und muss Gladbach wieder ein Verkäuferklub werden, um wirtschaftlich zu wachsen und die sportlichen Ziele nach oben schrauben zu können. Mit Blick auf die 2026er-Gruppe werden aber nur Itakura und Netz interessante Einnahmen generieren. Die Reservisten Friedrich und Lainer werden wenig Geld einspielen, Pléa verfügt laut eigenen Angaben über eine nicht allzu hohe Ausstiegsklausel und Borges Sanches tritt nach vielen Verletzungen auf der Stelle.
Auch unter den Spielern, deren Verträge 2027 enden und die dementsprechend in einem Jahr am Scheideweg stehen, findet sich kein Tafelsilber im Stile von Manu Koné. So laufen dann die Arbeitspapiere von Jonas Omlin, Florian Neuhaus, Kevin Stöger, Fabio Chiarodia, Nico Elvedi, Lukas Ullrich, Joe Scally, Niklas Swider, Nathan Ngoumou und Shio Fukuda aus.
Welche Spieler wird Gladbach im Sommer verkaufen?
Was bedeutet dieser Ausblick für Gladbach? Der Auftrag, Werte zu schaffen, verzeichnet seine ersten Erfolge, die meisten Spieler sind aber längerfristig an den Verein gebunden.
Rocco Reitz, Moritz Nicolas, Robin Hack, Franck Honorat und Tim Kleindienst stehen bis 2028 unter Vertrag. Sie können unter Umständen gutes Geld einbringen, ein Verkauf besitzt aber niedrigere Priorität im Vergleich zu den anderen Mannschaftsteilen. In diesen ragt aber nur Itakura heraus, wenngleich Ullrich in absehbarer Zeit größeres Interesse wecken könnte.
Die Messlatte liegt hoch, weil Borussia Geld erwirtschaften will, das nur bedingt in Aussicht steht – und daher vielleicht Qualitätsspieler abgeben muss, die im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit in der Bundesliga eigentlich bleiben sollen. Und da die Kaderfrage laut Informationen der Bild-Zeitung Auswirkungen auf die Trainerfrage haben wird, steht Virkus wieder einmal vor anspruchsvollen Monaten.
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