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Müller gegen Inter in der Startelf? Bayern-Legende Lúcio meldet sich zu Wort
Lúcio spielte für den FC Bayern und Inter. Vor dem Viertelfinal-Rückspiel bewertet der Brasilianer die Ausgangslage – und schwärmt von Thomas Müller.
Mailand/München – Wenn Inter Mailand und der FC Bayern am Mittwoch (21 Uhr, alle TV-Infos) im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League aufeinandertreffen, werden sich im San Siro zwei Vereine gegenüberstehen, mit denen Lúcio viel verbindet.
Der brasilianische Weltmeister von 2002 wechselte 2004 von Bayer 04 Leverkusen zum FC Bayern und gewann mit den Münchnern dreimal das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. 2009 verließ der damalige Verteidiger den deutschen Rekordmeister und schloss sich Inter an. Mit den Mailändern gewann er in seiner ersten Saison direkt das Triple, den Champions-League-Titel im Finale ausgerechnet gegen den FC Bayern.
Ex-Bayern- und Inter-Profi Lúcio im Interview
Im Interview mit Absolut Fußball, dem Fußball-Portal von Home of Sports, spricht Lúcio über das Aufeinandertreffen seiner beiden Ex-Klubs, die Chancen von Inter und Bayern sowie Thomas Müllers Rolle.
Lúcio, am Mittwoch spielen Ihre beiden Ex-Klubs Inter Mailand und der FC Bayern im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegeneinander. Hand aufs Herz: Welchem Team werden Sie die Daumen drücken?
Um ehrlich zu sein, ist es schwierig zu entscheiden, welchem Verein ich die Daumen drücken soll. Es sind zwei Klubs, für die ich gespielt und mit denen ich Geschichte geschrieben habe. Daher ist mein Herz geteilt, wenn am Mittwoch Inter gegen Bayern spielt. Der Bessere soll weiterkommen!
Sie haben fünf Jahre beim FC Bayern und drei Jahre bei Inter Mailand verbracht. Wo hatten Sie die schönere Zeit?
Ich hatte bei jedem Verein, für den ich gespielt habe, eine schöne Zeit und will mich daher nicht festlegen. Die fünf Jahre beim FC Bayern haben meine Karriere wirklich geprägt, ich durfte dort viele Titel feiern. Bei Inter habe ich etwas geschafft, wovon ich immer geträumt hatte: die Champions League zu gewinnen. 2010 war mit dem Triple etwas Außergewöhnliches, außerdem haben wir die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft gewonnen.
Inter hat das Hinspiel in München mit 2:1 gewonnen. Zudem sind Jamal Musiala, Dayot Upamecano, Alphonso Davies und Hiroki Ito beim FC Bayern verletzt und auch Manuel Neuer fehlt weiterhin. Glauben Sie, dass der FC Bayern das Ergebnis im Rückspiel trotzdem noch drehen und ins Halbfinale einziehen kann?
Die Ausfälle stellen sicherlich eine Herausforderung für den FC Bayern dar. Ich denke, Bayern wird hart arbeiten und ein tadelloses Spiel abliefern müssen, um sich noch fürs Halbfinale qualifizieren zu können. Es ist aber noch nichts verloren und immer noch alles offen.
Inter spielt zu Hause vor den eigenen Fans. Sie haben das selbst oft miterlebt. Was erwartet den FC Bayern für eine Atmosphäre im San Siro?
Es ist ein großer Vorteil für Inter, das Hinspiel gewonnen zu haben und im Rückspiel zu Hause mit den eigenen Fans im Rücken zu spielen. In solch einem wichtigen Champions-League-Spiel herrscht immer großer Druck. Dementsprechend erwarte ich eine beeindruckende Atmosphäre im San Siro, die für die Spieler zugleich als Ansporn dienen kann.
Im Hinspiel saß Thomas Müller, der den FC Bayern ja zum Saisonende verlassen muss, zunächst auf der Ersatzbank, wurde erst in der zweiten Halbzeit von Trainer Vincent Kompany eingewechselt und erzielte dann das Tor. Wie sehen Sie Müllers Rolle und sollte er im Rückspiel gegen Inter in der Startelf stehen?
Ich hatte die Chance, mit Thomas beim FC Bayern gleich zu Beginn seiner Karriere zu spielen. Er ist immer noch ein großartiger Spieler, der auch im Hinspiel seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat. Es ist auch psychologisch für Bayern wichtig, dass er auf dem Platz steht, da er ein Spieler mit viel Erfahrung und viel Qualität ist. Deshalb denke ich, dass es wichtig wäre, wenn er im Rückspiel gegen Inter spielt.
Der FC Bayern träumt nach wie vor vom Champions-League-Finale im eigenen Stadion. Sie haben den Champions-League-Titel mit Inter gegen den FC Bayern gewonnen. Wie war dieses Gefühl, 2010 in Madrid ausgerechnet gegen Ihren Ex-Klub den Henkelpott zu gewinnen?
Es war die Erfüllung eines Traums und zweifellos etwas, das meine Karriere geprägt hat. Obwohl ich auf der einen Seite sehr glücklich war, war es zugleich eine Situation der gemischten Gefühle. Letztlich war es für mich aber sehr wichtig, in meiner Karriere einen Champions-League-Titel gewonnen zu haben.
Champions-League-Sieger seit 1992/93 – bekommen Sie noch alle zusammen?
Wir haben Sie letztens bei der Infinity League von DAZN gesehen. Eine Szene hat uns dabei besonders beeindruckt: Wie in guten alten Tagen sind Sie zum Ball gesprintet und haben ihn ins Tor geschossen. Ihr habt den Pokal gewonnen und Sie wurden als Spieler des Turniers ausgezeichnet. Wie war das Event für Sie?
Es war ein sehr cooles Event! Immer wenn ich auf dem Platz stehe, gebe ich mein Bestes (lacht). Es war eine tolle Erfahrung, erneut an der Infinity League teilzunehmen, mit ehemaligen Weggefährten auf dem Spielfeld zu stehen und am Ende sogar für den FC Bayern den Titel zu gewinnen. Ich bin sehr glücklich, dass ich immer noch an so anspruchsvollen Spielen und Turnieren teilnehmen kann.
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