Mega-Summe nötig

Bayern-Boss Eberl bei Wirtz-Finanzierung gefordert

Ein Transfer von Florian Wirtz würde dem FC Bayern viel Geld kosten. Mit hohen Verkaufserlösen ist nicht zu rechnen, dafür ist bei der Klub-WM einiges zu verdienen.

München - Als sich der Aufsichtsrat des FC Bayern vor knapp zwei Wochen zu seiner turnusgemäßen Sitzung traf, musste Max Eberl den Anwesenden seinen Finanzplan für den anstehenden Transfersommer präsentieren. Generell wünschen sich Aufsichtsräte in Zeiten des schrumpfenden Festgeldkontos eine stabilere Finanzlage und Einsparungen von 20 Prozent – zumal die Finanzierung des anvisierten Transfers von Florian Wirtz einen finanziellen Kraftakt darstellt.

Bayern-Boss Eberl bei Wirtz-Finanzierung gefordert

Im Hintergrund wird bereits eifrig die Finanzierung des Nationalspielers durchkalkuliert. Wenn es nach Ehrenpräsident Uli Hoeneß geht – der im Verborgenen gemeinsam mit Karl-Heinz Rummenigge die Strippen im Wirtz-Poker zieht – soll der Wechsel noch im Mai final eingetütet werden. Die Münchner Verantwortlichen wissen, dass Bayer Leverkusen eine Ablösesumme von mindestens 120 Millionen Euro vorschwebt. Darüber hinaus muss das Jahresgehalt von geschätzt 20 Millionen Euro gestemmt werden. Das Gesamt-Volumen des Transfers kann also locker die 250-Millionen-Marke sprengen. Eine unglaubliche Summe.

Daher fahren die Münchner beim Finanzierungsmodell zweigleisig: Einerseits muss Sportvorstand Eberl durch Spielerverkäufe Einnahmen generieren. Potenzielle Wechsel-Kandidaten sind Joao Palhinha, dessen Marktwert auf 40 Millionen Euro taxiert wird von dem sich die Verantwortlichen Einnahmen in Höhe von 30 Millionen Euro erhoffen. Sacha Boey könnte die Bayern ebenfalls verlassen, ein realistischer Verkaufspreise liegt im knapp zweistelligen Millionenbereich. An Bryan Zaragoza, der aktuell an Osasuna verliehen ist, soll Villarreal Interesse zeigen. Der Spanier liegt in einer ähnlichen Preisklasse wie Boey.

Titel, Talente und Turbulenzen: Die Bayern-Spielzeit in starken Momenten

Im Juni 2024 übernimmt Vincent Kompany das Traineramt beim FC Bayern München und tritt damit die Nachfolge von Thomas Tuchel an. Der ehemalige Kapitän von Manchester City bringt frischen Wind und neue Impulse in den Verein.
Am 16. August 2024 startet der FC Bayern München erfolgreich in die Saison 2024/25 mit einem 4:0-Auswärtssieg gegen den SSV Ulm in der ersten Runde des DFB-Pokals. Thomas Müller erzielt früh zwei Tore (12. und 14. Minute) und legt später das 4:0 für Harry Kane auf. Kingsley Coman trifft nach Vorlage von Neuzugang Michael Olise zum zwischenzeitlichen 3:0. Trainer Vincent Kompany feiert damit einen gelungenen Einstand.
Am 25. August 2024 startet der FC Bayern München mit einem 3:2-Auswärtssieg gegen den VfL Wolfsburg in die Bundesliga-Saison. Harry Kane bereitet den entscheidenden Treffer von Serge Gnabry in der 82. Minute vor und zeigt seine Klasse als Spielmacher.
Am 17. September 2024 gelingt dem FC Bayern München ein fulminanter Start in die Champions-League-Saison mit einem 9:2-Heimsieg gegen Dinamo Zagreb. Die Offensive zeigt sich in Topform.
Titel, Talente und Turbulenzen: Die Bayern-Spielzeit in starken Momenten

Bayern-Boss Eberl muss sich bei Spielerverkäufen anstrengen

Große Einnahme-Hoffnungen hatten Eberl und Sportdirektor Christoph Freund in Tottenham-Leihgabe Mathys Tel gesetzt. Würde der frisch gebackene Europa-League-Sieger die Kaufklausel ziehen, wären um die 50 Millionen Euro fällig. Angesichts der geringen Spielzeit des Franzosen scheint das jedoch unrealistisch.

Bei den restlichen verliehenen Spielern mit Verkaufspotenzial wie Frans Krätzig (aktuell Heidenheim), Arijon Ibrahimovic (Lazio Rom), Armindo Sieb (Mainz) gilt das Motto: Kleinvieh macht auch Mist. Realistisch gesehen wird der deutsche Rekordmeister in diesem Sommer Verkaufserlöse von maximal 60 Millionen Euro erzielen. Damit wäre gerade einmal die Hälfte der Wirtz-Ablöse refinanziert.

Der Leverkusener Florian Wirtz ist das erklärte Transfer-Wunschziel des FC Bayern im Sommer.

Die Klub-WM kommt dem FC Bayern gerade recht

Da kommt den Bayern die Klub-WM in den USA freilich gerade recht. Alleine für die Teilnahme erhält der deutsche Vorzeigeverein 30 Millionen Dollar, je weiter die Münchner im Turnier kommen, desto mehr Geld winkt: Achtelfinale: 8,5 Millionen, Viertelfinale: 13,1 Millionen, Halbfinale: 21 Millionen, Finale (verloren): 30 Millionen, Finale (gewonnen): 40 Millionen. Sollte die Mannschaft von Cheftrainer Vincent Kompany den Wettbewerb tatsächlich gewinnen, werden von der FIFA umgerechnet ungefähr 99 Millionen Euro auf das Konto des Rekordmeisters überwiesen. Eine ähnlich hohe Summe konnte das bayerische Star-Ensemble durch die UEFA-Prämien der vergangenen Champions-League-Saison einspielen – nämlich 105 Millionen Euro.

Dank der lukrativen Klub-Wettbewerbe mit Gesamt-Einnahmen von knapp 205 Millionen scheint die Wirtz-Finanzierung realistischer – nun kommt es nur noch auf das Verkaufstalent von Eberl an. Manuel Bonke, Philipp Kessler

Rubriklistenbild: © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare