Transfermarkt geöffnet
Gladbach-Boss Roland Virkus ist auf neun Baustellen unterwegs
Der 1. Juli ist der wichtigste Stichtag im Fußball. In Gladbach ist der Druck hoch. Roland Virkus erwartet ein arbeitsreicher Sommer.
Mönchengladbach – Für Kevin Diks und Jens Castrop ist der Dienstag ein besonderer Tag. Ab heute stehen beide Profis offiziell bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag.
Die heiße Transferphase beginnt
Diks und Castrop sind bis dato die einzigen beiden Neuzugänge, die Borussia verzeichnet. Der Transfermarkt ruht, weshalb es noch keine Angebote für etwaige Verkaufskandidaten gibt und somit auch kein neues Geld geflossen ist, um einen Ersatz für Tim Kleindienst oder neue Verstärkung für die Abwehr zu verpflichten.
Mit dem Monatswechsel hat die heiße Phase begonnen, bis zum 1. September dürfen die Bundesligisten auf Einkaufstour gehen. Im Hinblick auf den angestrebten nächsten Entwicklungsschritt hat Gladbach neun Aufgaben zu bewältigen, die Absolut Fussball, das Fußball-Portal von Home of Sports, näher beleuchtet.
Gladbach wartet auf Angebote für Itakura
Bisher war anzunehmen, dass alles mit Ko Itakura steht und fällt. Der Abwehrchef will seinen bis 2026 befristeten Vertrag nicht verlängern, ein Verkauf hat somit oberstes Gebot.
Galt im vergangenen Jahr noch die PSV Eindhoven als interessiert, so hielt sich in diesem Jahr ein Gerücht um Eintracht Frankfurt am hartnäckigsten. Mittlerweile gilt es aber nicht mehr als ausgeschlossen, dass die Hessen einen Abgang von Tuta intern auffangen werden.
Wechselt Itakura innerhalb der Bundesliga oder setzt der Innenverteidiger seine Karriere im Ausland fort? Das ist die dringlichste Gladbacher Transferfrage. Das Problem: Je länger beide Seiten auf ein passendes Angebot warten, desto größer wird die Gefahr eines ablösefreien Abgangs 2026. Für Borussia wäre das ein harter Nackenschlag.
Verabschiedet sich Elvedi doch aus Gladbach?
Im dritten aufeinanderfolgenden Jahr steht ein Wechsel von Nico Elvedi im Raum. Bisher gibt es beim Schweizer aber noch keine Anzeichen für einen Tapetenwechsel.
Seit mittlerweile zehn Jahren spielt Elvedi für Gladbach, der Innenverteidiger hat seither sämtliche Höhen und Tiefen miterlebt. Ein Abgang kommt nur infrage, wenn die Perspektive stimmt. Ob das ersehnte Upgrade im Sommer 2025 erfolgt? Offen.
Wofür entscheidet sich Netz?
Zur Gruppe der Spieler, deren Verträge 2026 enden, gehört auch Luca Netz.
Der Linksverteidiger hat in Gladbach seinen Stammplatz an Lukas Ullrich verloren und auch in der deutschen U21-Nationalmannschaft gegen ihn den Kürzeren gezogen. Die Defizite in einer Viererkette sind zu offensichtlich.
Zwischenzeitlich machten Gerüchte über einen Wechsel nach Italien die Runde. Bringt Netz seine Karriere bei einem anderen Klub wieder in Schwung oder geht er in sein letztes Vertragsjahr in Gladbach?
Muss Čvančara am Ende bleiben?
Tomáš Čvančara hat sich ungewollt zum Zehn-Millionen-Grab entwickelt. Zwar hat der Stürmer für Gladbach mehr Spiele absolviert als für seine bisherigen Vereine (54), wirklich glücklich sind aber weder die Fohlen noch er selbst.
Im Mai erläuterte Čvančara, einen Wechsel im Winter angestrebt zu haben und mit Blick auf den Sommer keine Planänderung vorzunehmen. Die Kleindienst-Verletzung könnte jedoch dazu führen, dass der tschechische Nationalspieler mindestens bis zum Jahresende bei Borussia bleiben wird. Die Voraussetzung dafür ist, dass kein neuer Stürmer kommt.
Alassane Pléa muss eine Schlüsselfrage beantworten
Mit elf Bundesliga-Toren avancierte Alassane Pléa zum zweitbesten Torjäger hinter Tim Kleindienst. Der Franzose hat längst Ikonen-Status in Gladbach.
Ob er seine Karriere beim VfL beenden wird, ist ungewiss. Nach dem Saisonende sprach Pléa öffentlich über eine Ausstiegsklausel in seinem Vertrag, die am 30. Juni ausgelaufen sein soll. Dennoch steht eine Rückkehr nach Frankreich im Raum. Ob er in Gladbach verlängern wird oder die Verantwortlichen nach einem Ersatz fahnden müssen, ist eine durchaus spannende Frage.
Scally könnte an Gladbach-Abschied denken
Wird über Veränderungen in der Abwehr gesprochen, fällt auch der Name Joe Scally. Der Rechtsverteidiger wird regelmäßig mit einem Wechsel in Verbindung gebracht, soll angeblich auf einen Top-Klub hoffen.
In einem Jahr findet die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko statt. Scally hat über Gladbach den Sprung in die US-amerikanische Nationalmannschaft gemeistert, doch der 22-Jährige ist in seiner Entwicklung stagniert. Von einem Neustart könnten beide Seiten profitieren.
Was wird eigentlich aus Weigl?
Julian Weigl war in seinen bisherigen Saisons ein Fixpunkt im Gladbacher Mittelfeld. Das könnte sich nach dem schwachen Endspurt jedoch ändern.
Mit Weigl ändert sich die Statik, weil ein zweiter Sechser an seiner Seite unabdingbar ist. Daher kann Rocco Reitz weniger Offensivakzente setzen als in der deutschen U21-Nationalmannschaft.
Vor wenigen Monaten machten Spekulationen über einen Wechsel zu Leeds United die Runde. Dort steht Ex-Gladbach-Trainer Daniel Farke an der Seitenlinie, der ein wichtiger Faktor für die Weigl-Verpflichtung war. Der Sprung nach England wäre für den 29-Jährigen eine große Chance – wenn sie sich eröffnen sollte.
Ranos hat den nächsten Schritt verpasst
Dass Grant-Leon Ranos in Gladbach eine größere Rolle spielen wird, darf indes bezweifelt werden.
Der Stürmer kam 2023 von den FC Bayern Amateuren, absolvierte zwölf Einsätze über 78 Minuten und wurde im Winter an den 1. FC Kaiserslautern verliehen. Die Bilanz beim Zweitligisten fällt mit fünf Kurzeinsätzen dürftig aus.
Eine erneute Leihe wirkt ebenso denkbar wie ein endgültiger Abschied. Noch ist offen, wohin die Reise für Ranos geht.
Gladbach-Herzschmerz wegen Reitz?
Die U21-Europameisterschaft hat Rocco Reitz erstmals auf das internationale Parkett gehoben – und prompt gibt es erste Gerüchte um den Mittelfeldmotor.
Am Montagabend berichtete Sky Sport im „Transfer-Update“ über konkretes Interesse des FC Fulham. Reitz habe darüber hinaus mehrere Anfragen vorliegen.
Im Mai kündigte das Eigengewächs seinen Verbleib in Gladbach an, unter Umständen könnte jedoch ein schmerzvoller Transfer erfolgen. Reitz birgt das größte Ablösepotenzial, ab einer gewissen Größenordnung kommt Borussia auch bei eigentlich Unverzichtbaren ins Grübeln.
Eine große Millionen-Einnahme wäre eine Auszeichnung für die positive Entwicklung des 23-Jährigen. Mit Reitz ginge aber auch eine riesige Identifikationsfigur verloren.
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