Klopps Vertrauter

DFB-Boss Hans-Joachim Watzke trifft Klopp in den USA – und erwartet eine Gegenleistung

„Aki“ Watzke kann bestens mit dem baldigen Bundestrainer Jürgen Klopp, mit dem er beim BVB große Erfolge feierte.

Es ist ein guter Zufall, dass der Wunschtrainer des Deutschen Fußball-Bundes seit Jahren eng befreundet mit DFB-Vizepräsident und Bundesligaboss Hans-Joachim „Aki“ Watzke ist. Dass der 67-Jährige Jürgen Klopp 2008 von Mainz 05 zu Borussia Dortmund holte, sollte sich als Glücksgriff herausstellen. Klopp führte den BVB zweimal zur Deutschen Meisterschaft und ins Finale im Wembleystadion gegen den FC Bayern, das unglücklich verloren wurde.

Da mögen sich zwei: Hans-Joachim Watzke (links) und Jürgen Klopp.

Seit der gemeinsamen Dortmunder Zeit, die 2015 endete, ehe Klopp bald darauf zum FC Liverpool wechselte, sind sie dicke Kumpels. Das macht das Gespräch, das Watzke gemeinsam mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf diese Woche in den USA mit Klopp führen wird, natürlich einfacher. Zumal Watzke auch mit Klopps Berater Marc Kosicke gut kann.

Keine DFB-Geschenke für Jürgen Klopp

Geschenke werden Klopp und Kosicke deshalb allerdings nicht verteilen, die Angelegenheit wird teuer. Watzke weiß: Klopp ist es gewohnt, zweistellige Millionensummen pro Jahr für seine Arbeit zu kassieren. Aber er erwartet von ihm, sagte Watzke wörtlich, einen „Patriotismus-Abschlag“ als Entgegenkommen. Eine wunderbare Wortschöpfung, die dem DFB ein bisschen Geld sparen soll.

Watzke hat im November als Geschäftsführer der börsennotierten BVB-Aktiengesellschaft, der ebenfalls jahrelang mit Millionengehältern für seine Arbeit bedacht wurde, aufgehört. Der Sauerländer ist seitdem knapp gewählter Präsident des eingetragenen Vereins. Zwar hat der machtbewusste Mann sein Büro in der Borussia-Geschäftsstelle behalten, aber natürlich weniger Arbeit und keine unmittelbaren Befugnisse für den Profifußball mehr. Als Vertreter des Mehrheitsgesellschafters hat er aber noch einiges zu sagen und tut das auch.

Jürgen Klopp soll neuer Bundestrainer werden – falls nicht, stehen diese Alternativen bereit

Jürgen Klopp ist der absolute Top-Favorit auf die Nagelsmann-Nachfolge. Das bestätigte der Verband bereits selbst. Bei der WM ist Klopp aktuell noch als TV-Experte unterwegs.
Bei Borussia Dortmund und zuletzt dem FC Liverpool hat sich Klopp einen Legenden-Status auf der Trainerbank erarbeitet. Besonders mit den Reds hat er mit dem Champions-League-Titel 2019 und der Meisterschaft einem Jahr später seine größten Erfolge gefeiert.
Gibt es eine Hürde? Aktuell ist Klopp noch als „Head of Global Soccer“ bei Red Bull im Amt. Sein Vertrag im Konzern läuft noch bis 2029 – nach Informationen der BILD enthält sein Arbeitspapier keine schriftlich fixierte Ausstiegsklausel.
Christian Streich war mehr als 12 Jahre Trainer beim SC Freiburg. In der Bundesliga hat er sich besonders durch seine sympathische und ehrliche Art in die Herzen der Fans gespielt.
Jürgen Klopp soll neuer Bundestrainer werden – falls nicht, stehen diese Alternativen bereit

Darüber hinaus wurde der Unternehmer im Sommer 2025 wieder zum Präsidenten der Fußball-Bundesliga gewählt, die Amtsperiode endet erst 2029. Er bleibt somit einer der mächtigsten Männer im deutschen Profifußball. Das Verhältnis zu Neuendorf ist gut, deshalb macht es Sinn, dass beide gemeinsam abgestimmt mit Klopp und Kosicke sowie Red Bull verhandeln.

Watzke denkt über Klopp nur das Allerbeste. Er stand Borussia Dortmund von 2005 an zwei volle Jahrzehnte vor, hatte erheblichen Anteil an der erfolgreichen Restrukturierung nach der durch seine Vorgänger zu verantwortenden Fast-Insolvenz. In der Uefa fungiert er als Vizepräsident und Mitglied des mächtigen Exekutivkomitees. Gemeinsam mit Neuendorf möchte Watzke die WM 2038 nach Deutschland holen.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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