Ein Jahr nach der Diagnose
Leben mit Lungenkrebs: Wie es Christoph Daum aktuell geht
Christoph Daum machte vor knapp einem Jahr seine Krebserkrankung öffentlich. Der Ex-Bundesliga-Trainer glaubt weiterhin an eine Genesung.
Update vom 22. Oktober, 13.45 Uhr: Am Sonntagvormittag (22. Oktober) war der langjährige Bundesliga-Trainer Christoph Daum im „Doppelpass“ von Sport 1 zu Gast und hat dort offen über seine Krebserkrankung gesprochen.
„Den Umständen entsprechend geht es mir gut. Ich habe immer gelernt, zu kämpfen. Der Krebs hat sich den falschen Körper ausgesucht“, so Daum, der vor ziemlich genau einem Jahr die Diagnose öffentlich machte.
Aufgeben ist für den 69-Jährigen auf jeden Fall keine Option: „Ich gehe mit Überzeugung daran und vertraue den Ärzten und der Forschung, die Fortschritte macht. Ich muss nur ein bisschen durchhalten, in zwei Jahren haben wir vielleicht das Medikament, dass mir helfen kann.“
Erstmeldung vom 21. Oktober, 21.37 Uhr: Köln – Er war eines der Gesichter der Bundesliga in den 1990ern. Nun wird Christoph Daum 70 Jahre. Das Leben des Jubilars wird aber schon seit einiger Zeit nicht mehr primär vom Fußball geprägt. Im Oktober 2022 gab der nie um klare Worte verlegene Daum sein Lungenkrebsleiden selbst bekannt. In einem Interview mit dem Express gab er jetzt einen Einblick in sein Leben mit der Erkrankung.
| Christoph Daum | |
|---|---|
| Geboren: | 24. Oktober 1953 (Alter: 69 Jahre), Zwickau, damalige DDR |
| Trainerstationen (u. a.): | 1. FC Köln, VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen, Besiktas Istanbul, Fenerbahce Istanbul, Eintracht Frankfurt |
| Größte Erfolge: | Deutscher Meister (1991/92 mit Stuttgart), dreimal Türkischer Meister (1994/95 mit Besiktas, 2003/04 und 04/05 mit Fenerbahce) |
Daum über die Zeit nach der Diagnose und Gedanken über den Tod
Als er seine Erkrankung bekannt gab, bat Christoph Daum darum, seine Privatsphäre zu respektieren. Wasserstandsmeldungen über seinen Gesundheitszustand und den Verlauf der Krebstherapie gab der Kulttrainer selbst in verschiedenen Interviews. So wie während eines Krankenhausaufenthalts in New York und auch jetzt kurz vor seinem 70. Geburtstag. Neben einer aktuellen Einordnung spricht Daum auch über seine Gedanken kurz nach der Diagnose.
Er hätte den „Schock“, der zunächst „wie ein Todesurteil“ gewirkt habe, „erst mal vernünftig einordnen“ müssen. In der Folge habe sich Daum Gedanken darüber gemacht, ob er noch Vorkehrungen treffen müsse, sollte er „im nächsten halben Jahr“ sterben. Nach der mental harten Anfangszeit habe er sich jedoch entspannt, auch wenn die Chemotherapie ihm anfangs physisch einiges abverlangt habe.
Wie geht es Christoph Daum aktuell? Weitere Krebsbehandlungen sind unumgänglich
Ganz ohne Behandlungen wird Daum aller Voraussicht ohnehin nicht mehr auskommen. Das aktuelle Ziel sei es, die Krebszellen so weit zurückzudrängen, um einen chronischen Zustand zu erreichen. In diesem könnte eine reine Medikamentenbehandlung zur Kontrolle ausreichen, dies scheint derzeit noch nicht möglich. Eine Evaluation des aktuellen Zustandes stünde jedoch zeitnah an.
Eines ist sicher: Geschlagen gibt sich Daum nicht. Und so arbeitet er auch aktiv an einem möglichst guten Gesundheitszustand. Trotz laufender Krebsbehandlung beginne er jeden Morgen mit einer Atem- und Entspannungseinheit, die bis zu 45 Minuten dauern kann. Danach geht es auf die Laufstrecke. „Ganz gemütlich“ absolviere er entweder eine kurze Runde mit „knapp fünf Kilometern“ oder „die große mit siebeneinhalb Kilometern“.
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Nach Diagnose Lungenkrebs: Kämpferischer Daum hat noch Pläne für die Zukunft
Daum selbst sagt über eine Situation, dass es ihm „den Umständen entsprechend gut geht“, aber „fühlen tue ich mich nicht gut“. Da müsse er durch, so der kämpferische Ansatz Daums‘, der weiterhin Pläne für die Zukunft schmiedet. Zwar habe er schon viele der 100 Dinge, die er vor 20 Jahren auf einer To-do-Liste notiert hat, abgearbeitet, doch ein paar kleine Dinge bleiben noch.
So würde Daum gerne noch Kochkurse besuchen und mit der Malerei eine alte Leidenschaft neu aufleben lassen. Dieser ist er schon bis 2010 nachgegangen. Dabei sollen einige seiner Werke gar von Markus Lüpertz, einem der bekanntesten deutschen Gegenwartskünstler, als „richtig gut“ befunden worden sein. (sch)
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