„Es war klar“
Hoffenheim-Profi schießt nach Bayern-Debakel gegen eigenen Verein
Nach der vernichtenden 0:5-Niederlage gegen den FC Bayern herrscht bei der TSG Hoffenheim Chaos. Andrej Kramarić hielt eine wütende Ansprache.
München – So haben sich die Verantwortlichen der TSG Hoffenheim den Verlauf der Hinrunde nicht vorgestellt. Gegen den FC Bayern kassierten die Kraichgauer die neunte Niederlage, mit 14 Punkten und einem Torverhältnis von -14 rangieren Christian Ilzer und die Seinen auf dem Relegationsplatz.
Hoffenheim-Star Kramarić tobt nach Abreibung gegen Bayern
Ilzer ist im November von Sturm Graz verpflichtet worden und folgte dem Lockruf von Andreas Schicker, der im Oktober die Nachfolge von Ex-Sport-Geschäftsführer Alexander Rosen angetreten hat. Nach zehn Spielen unter dem neuen Coach, der auf Pellegrino Matarazzo folgte, steht die Bilanz bei einem Sieg, drei Unentschieden, sechs Niederlagen und 7:21 Toren. Der Trend spricht eine eindeutige Sprache, bundesligatauglich wirkt die TSG nur punktuell.
Nach der Abreibung in München war Andrej Kramarić der Frust über die Entwicklung des Klubs, für den er seit 2016 auf Torejagd geht (308 Spiele, 138 Tore), deutlich anzumerken. Im Interview mit ESPN gewährte der 33-Jährige einen Einblick, wie sehr es in ihm brodelte.
„Ich möchte nicht über das Spiel sprechen“, sagte Kramarić und betonte, er habe bereits mit einer deftigen Niederlage gerechnet. „Das ist das Bild der ganzen Saison, das ist eine große Scheißsaison“, echauffierte sich der Stürmer, der sich „immer noch sanft“ äußere: „Wenn ich die Wahrheit sagen würde und einige Dinge, die mir über den Verein und die ganze Situation durch den Kopf gehen, würde ich wahrscheinlich die größte Strafe in der Geschichte der Bundesliga erhalten.“
Kramarić: „Wir investieren so viel Geld für nichts“
Mit der Trennung von Rosen, der Installation von Frank Kramer als Sportdirektor und Schickers Engagement rief die TSG einen Neustart aus, dessen Früchte verborgen bleiben. „Wir investieren so viel Geld für nichts“, sagte Kramarić in Bezug auf die Kaderplanung, „im Moment sind wir in Abstiegsgefahr, mit einem guten Kader und guten Spielern, aber nichts funktioniert, weil sich im Verein etwas verändert hat.“
Über 60 Millionen Euro investierten die Kraichgauer in Spieler wie Adam Hložek (18 Millionen Euro), Alexander Prass (9,5 Millionen Euro), Gift Orban (9 Millionen Euro) oder Valentin Genrey (8,5 Millionen Euro), doch seit dem 4:3 gegen RB Leipzig am 23. November ist die Mannschaft sieglos.
Kramarić fühlt sich in der Verantwortung, das Ruder herumzureißen: „Es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich so fühle. Wenn sich daran nichts ändern lässt, werde ich versuchen, es zu ändern. Wenn ich anfange zu reden, werden alle zuhören.“ Verantwortlich fühlt sich der Stürmer auch für die Fans, die im September harsche Kritik an der Vereinsführung geäußert haben. „Ich denke, die Fans verstehen, was passiert und warum wir so spielen. Es ist kein unglücklicher Moment.“ Vielmehr droht dem Verein der Zerfall, wenn die sportliche Talfahrt weitergeht.
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