Ärger am Flughafen
Irak-Spieler bei WM-Einreise in die USA wohl sieben Stunden festgehalten
Kurz vor dem Start der WM sorgt ein Vorfall bei der Einreise in die USA für Aufsehen. Ein irakischer Nationalspieler wurde stundenlang befragt.
Die irakische Nationalmannschaft war am Samstag am Flughafen Chicago O‘Hare angekommen, als es bei den Einreisekontrollen zu Problemen kam. Besonders betroffen war Torjäger Aymen Hussein, der von den US-Behörden ganze sieben Stunden überprüft worden sein soll und deutlich länger am Flughafen verbringen musste, als geplant.
Der 30-Jährige ist eine der Säulen der irakischen Auswahl und erzielte das entscheidende Tor auf dem Weg zur WM-Endrunde. Wie der Guardian und ABC News berichten, durfte Hussein nach der Befragung und der Kontrolle seines Handys schließlich in die USA einreisen. Offizielle Stellungnahmen des irakischen Fußballverbands oder des Spielers selbst liegen nach aktuellem Stand nicht vor.
Teamfotograf durfte nicht in die USA einreisen
Noch deutlich härter traf es aber offenbar ein anderes Mitglied der Delegation. Teamfotograf Talal Salah wurde laut den Berichten nach mehr als zehn Stunden Kontrolle die Einreise verweigert. Demnach soll auch sein Mobiltelefon überprüft worden sein.
Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP bestätigte später, dass zwei Personen aus dem Umfeld der Mannschaft einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen wurden. Hussein durfte schließlich einreisen, der Fotograf sei als „nicht einreiseberechtigt“ eingestuft worden. Weitere Details nannten die Behörden nicht und verwiesen auf vertrauliche Informationen.
Die finalen Teilnehmer der WM 2026 – Mehrere Debütanten und historische Türkei




Nach Angaben der Behörde gehören zusätzliche Kontrollen zum regulären Verfahren bei der Einreise in die Vereinigten Staaten. Alle Reisenden würden unabhängig von ihrer Funktion überprüft. Die Entscheidung über eine Einreise erfolge jeweils auf Grundlage von Sicherheits-, Strafverfolgungs- und Einwanderungsinformationen.
Der Irak steht vor seiner ersten Weltmeisterschaft seit 1986. In Gruppe I trifft das Team auf Frankreich, Senegal und Norwegen. Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko beginnt in dieser Woche. Für Hussein und seine Mannschaft dürften die Ereignisse am Flughafen damit hoffentlich die letzte große Hürde vor dem WM-Start gewesen sein.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt der Vorfall auch deshalb, weil es erst vor wenigen Tagen schon Probleme bei der WM-Ankunft eines anderen Profis gegeben hatte. Der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo konnte zunächst nicht mit seiner Mannschaft in die USA reisen, nachdem es Schwierigkeiten mit seinen Dokumenten gegeben hatte. Erst nach einem zusätzlichen Visumsverfahren erhielt der Angreifer die Freigabe. (luh)
Rubriklistenbild: © IMAGO / AFLOSPORT
