Saftige Geldstrafe

Iran drohen im Falle eines WM-Boykotts harte Sanktionen

Politische Spannungen im Nahen Osten könnten den Iran zur WM-Absage bewegen. Finanzielle und sportliche Folgen drohen.

Die politische Lage im Nahen Osten hat die Teilnahme des Iran an der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada stark verkompliziert. Der iranische Fußballpräsident Mehdi Taj äußerte sich zuletzt skeptisch über die Teilnahme: „Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken. Das US-Regime hat unser Heimatland angegriffen – das ist ein Vorfall, der nicht unbeantwortet bleiben wird.“

Mehdi Taj, Präsident des iranischen Fußballverbandes.

Nun steht ein möglicher iranischer Boykott des Turniers im Raum. Sollte es wirklich dazu kommen, dass die Nationalmannschaft von der WM zurücktritt, drohen dem Land erhebliche finanzielle und sportliche Konsequenzen. Laut den Regularien der FIFA könnte ein solcher Rückzug den Iran teuer zu stehen kommen.

Im Falle eines iranischen Boykotts: Geldstrafen und WM-Ausschluss drohen

Der Iran müsste im Falle eines Rückzugs spätestens 30 Tage vor dem ersten Spiel mit einer Geldstrafe von mindestens 250.000 Schweizer Franken (ca. 275.000 Euro) rechnen. Erfolgt der Rückzug weniger als 30 Tage vor dem Turnierbeginn, beträgt die Mindeststrafe 500.000 Schweizer Franken (ca. 550.000 Euro).

Darüber hinaus wäre das Land verpflichtet, alle von der FIFA erhaltenen Gelder zurückzuzahlen. Dazu zählen 1,5 Millionen US-Dollar für die Vorbereitungskosten und ein Preisgeld von mindestens neun Millionen US-Dollar, das den Mannschaften zusteht, die bei der WM die Plätze 33 bis 48 belegen.

Rückblick WM 2014 – Was können wir für 2026 lernen?

Zur Vorbereitung auf die WM wurden vier Freundschaftsspiele geplant, davon das letzte als Benefiz-Spiel. Zwischen dem zweiten und dritten Spiel fand vom 21. bis 31. Mai 2014 ein Trainingslager im Passeiertal in Südtirol statt.
Geschlossen, konzentriert, ohne Allüren – so startete Deutschland 2014 ins Turnier. Schon hier war zu spüren, dass Hierarchien klar verteilt waren. 2014 gewann kein Star das Turnier, sondern eine funktionierende Ordnung.
Thomas Müller eröffnete die WM mit brutaler Effizienz. Drei Tore erzielte der damals 24-Jährige im Auftaktspiel gegen Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo. Ein Turnierstart, den wir uns 2026 so auch wünschen würden.
Plötzlich geriet Deutschland ins Wanken. Im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana war das DFB-Team gefordert. Gegen Prince Boateng und Co. kamen die Deutschen nicht über 2:2 hinaus. Ein Spiel, das den Charakter der deutschen Elf testete.
Rückblick WM 2014 – Was können wir für 2026 lernen?

Aber ein Rückzug hätte nicht nur finanzielle, sondern auch sportliche Folgen. Der Iran könnte von der Teilnahme an der WM 2030 ausgeschlossen werden, wie aus dem Regelwerk der FIFA hervorgeht. Dies wäre ein schwerer Schlag für die iranische Fußballgemeinschaft, die sich seit Jahren intensiv auf die Teilnahme an internationalen Turnieren vorbereitet.

Sollte der Iran tatsächlich von der WM zurücktreten, könnte eine andere asiatische Mannschaft den freigewordenen Platz einnehmen. Als mögliche Nachrücker gelten der Irak und die Vereinigten Arabischen Emirate, die beide im Kampf um den letzten WM-Platz in den interkontinentalen Playoffs gegeneinander angetreten sind.

Diese Möglichkeit wird von der FIFA in Erwägung gezogen, um den reibungslosen Ablauf des Turniers zu gewährleisten. Doch noch ist nichts entschlossen. Der Weltverband beobachtet die Lage genau, um die Sicherheit aller qualifizierten Mannschaften zu gewährleisten. Ein Rückzug des Iran wäre jedenfalls historisch und hätte weitreichende Folgen für das Land. (hbr)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Borna News / Saeid Zareian

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