Umbruch bei der Squadra Azzurra
Italien-Trainer Gattuso zieht nach WM-Fiasko persönliche Konsequenzen
Gennaro Gattuso macht Schluss. Nach dem Tiefschlag mit der verpassten WM-Qualifikation Italiens zieht die Fußball-Legende die Reißleine.
Erst fällt die Mannschaft, dann kippt das ganze Gerüst. Nach dem nächsten schweren Rückschlag steht Italiens Fußball vor einem Scherbenhaufen, der weit über einen Trainerwechsel hinausreicht. Gennaro Gattuso hat seinen Posten als Nationaltrainer geräumt und damit auf das verpasste Ticket für die WM 2026 reagiert.
Auslöser war das bittere 1:4 im Elfmeterschießen des Playoff-Duells gegen Bosnien-Herzegowina am vergangenen Dienstagabend (31. März). Für den viermaligen Weltmeister Italien ist es bereits das dritte verpasste WM-Turnier nacheinander – ein historischer Tiefpunkt für die einst so stolze Squadra Azzurra.
Gennaro Gattuso tritt als italienischer Nationaltrainer zurück
Gattuso war nicht einmal ein Jahr im Amt, doch das jüngste Qualifikations-Debakel ließ ihm am Ende keinen Spielraum mehr – über die Trennung wurde seit Tagen spekuliert. Nun ist sie offiziell. „Schweren Herzens, da wir unser gestecktes Ziel nicht erreicht haben, betrachte ich meine Zeit als Nationaltrainer als beendet“, erklärte der 48-Jährige in einer Mitteilung am Karfreitag. „Das Trikot der Azzurri ist das wertvollste Gut im Fußball, weshalb es richtig ist, von Anfang an die Weichen für zukünftige Beurteilungen zu stellen.“
Mit Gattuso zog ausgerechnet jene italienische Fußball-Legende die persönliche Konsequenz, die bei der WM 2006 in Deutschland beim bislang letzten italienischen WM-Triumph als Spieler auf dem Platz stand. Seine Karriere als Kämpfer und Antreiber passte einst perfekt zum Selbstbild der Squadra Azzurra – als Nationaltrainer aber konnte auch er den sportlichen Absturz nicht stoppen.
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Der Rücktritt von Gattuso ist bereits der dritte Rücktritt beim italienischen Fußballverband innerhalb weniger Tage. Bereits zuvor hatten Verbandschef Gabriele Gravina und Sportdirektor Gianluigi Buffon ihre Ämter niedergelegt. Die Führung des italienischen Verbandes soll nun am 22. Juni neu geregelt werden – also während der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko, bei der Italien wieder nur Zuschauer sein wird.
Entsprechend heftig läuft bereits die Debatte über den Nachfolger. Gehandelt werden mehrere prominente Namen, darunter Roberto Mancini, Simone Inzaghi, Antonio Conte und Massimiliano Allegri. Eine weitere Hiobsbotschaft: Erst kürzlich erhöhte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin den Druck auf Italien hinsichtlich der geplanten EM 2032 und drohte dabei sogar mit dem Entzug des Turniers. (kus)
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