Weltmeister trifft deutliche Prognose
Kohler traut DFB-Elf den WM-Titel zu – und vergleicht Undav mit einer Legende
Deutschland geht durch den 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste als Gruppensieger in die K.o.-Runde. Jürgen Kohler traut dem DFB-Team nun alles zu.
Jürgen Kohler hat Deutschland nach dem 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste als ernsthaften Titelkandidaten bei der WM 2026 eingestuft. Der 60-Jährige bekräftigte in seiner Kolumne beim Kicker eine Einschätzung, die er bereits vor dem Turnier geäußert hatte: „Deutschland kann Weltmeister werden! Denn das war ein starker Gegner.“
Die deutsche Nationalmannschaft hat mit dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde gesichert. Kohler sieht in der Tiefe des deutschen Kaders den zentralen Unterschied zu den Gegnern. „Entscheidend war die Breite im Kader“, schrieb der Weltmeister von 1990.
Kohler sieht WM-Vorteil in Kadertiefe
Bei der Elfenbeinküste habe man das Gegenteil beobachtet: Als Diomande, Bonny und Sangare das Spielfeld verließen, hätten sie gefehlt. „Sie konnten ihre besten Spieler nicht gleichwertig ersetzen“, so Kohler. Deutschland konnte dagegen nachlegen. Nadiem Amiri bereitete ein Tor vor. Deniz Undav erzielte beide Treffer als Einwechselspieler. „Daran sieht man, wie wichtig es für eine Turniermannschaft ist, so gut nachlegen zu können“, schrieb Kohler.
Besonders Doppelpacker Undav beeindruckte den früheren Nationalspieler. Kohler bezeichnete ihn als „unheimlich wertvoll“ und zog einen prominenten Vergleich: „Er erinnert mich mit seinen Bewegungen und seinem Instinkt immer wieder an Gerd Müller.“ Damit stellte Kohler Undav in eine Reihe mit dem deutschen Rekordtorschützen und Weltmeister von 1974.
Joker und Undav retten Deutschland – DFB-Noten gegen die Elfenbeinküste




Die Leistung des Stürmers stellt Bundestrainer Julian Nagelsmann vor eine schwierige Frage. Bleibt Undav Joker oder muss er von Beginn an spielen? „Ich beneide Julian nicht um diese Entscheidung“, schrieb Kohler. Für das letzte Gruppenspiel gegen Ecuador empfahl Kohler dem Bundestrainer dennoch Rotation. Das sei „richtig und wichtig“ – für die „Hygiene im Team“ und um „allen das Gefühl zu geben, wichtig zu sein“.
Den Blick auf das Gesamtturnier bewertet Kohler optimistisch für Deutschland. Er sieht keinen klaren Favoriten: „Ich sehe keine Übermannschaft, sei es Frankreich, Argentinien, Brasilien, England oder Spanien.“ Für Kohler ist das eine Chance. Er zitierte Franz Beckenbauer: „Wenn du Weltmeister werden willst, musst du jeden schlagen.“ (cb)
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