Gibt es bald wieder viele Torjäger?

Klose-Erben im Anmarsch: Kommt jetzt eine goldene Stürmer-Generation?

Erlebt Bundestrainer Julian Nagelsmann bald stürmische Zeiten beim DFB-Team? Deutschland zeigt wieder vielversprechende Anzeichen.

Hoffenheim/Stuttgart – Nach Jahren der Dürre im deutschen Sturm könnte sich endlich wieder Hoffnung am Horizont abzeichnen. Was lange Zeit wie ein unlösbares Problem erschien, nimmt plötzlich konkrete Formen an: Deutschland bekommt wieder echte Torjäger. Es ist mit Blick auf die WM 2026 eine wertvolle Erkenntnis für Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Die neue Generation macht von sich reden

Nick Woltemade ist derzeit das Gesicht dieser Hoffnung. Bei der U21-Europameisterschaft überragt der Stürmer des Pokalsiegers VfB Stuttgart mit seiner Präsenz im Strafraum, seinem Torriecher und Spielverständnis. Seine Auftritte zeigen eindrucksvoll, was dem deutschen Fußball so lange gefehlt hat: einen klassischen Neuner, der weiß, wo das Tor steht.

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Sechs Tore und drei Vorlagen in vier Partien sind eine herausragende Bilanz. Der FC Bayern München will sich nicht ohne Grund die Dienste des 23 Jahre alten Senkrechtstarters sichern. Die Leistungen beim Turnier ließen dessen Marktwert weiter steigen. Woltemade ragt deutlich heraus.

Parallel dazu beeindruckte Max Moerstedt bei der U19-EM mit seiner Vielseitigkeit und seinem Abschluss. Das Juwel der TSG Hoffenheim verkörpert bereits in jungen Jahren jene Qualitäten, die einen modernen Mittelstürmer ausmachen: Beweglichkeit, das richtige Verhalten in der Box und die entscheidende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Beim wilden Halbfinale (5:6 n.V.) gegen Spanien zeigte er mit einem Dreierpack seine Qualitäten. Moerstedt war an sechs Toren beteiligt. Es sind Zahlen, die Lust auf mehr machen. Vom Statistikportal Sofascore wurde Moerstedt mit einer Durchschnittsnote von 8,18 von 10 zum Spieler des Turniers gewählt.

Das Erbe von Miroslav Klose

Doch die Hoffnung ruht nicht allein auf den Schultern der jungen Stürmer. Mit Tim Kleindienst und Niclas Füllkrug stehen zwei gestandene Profis bereit, die bewiesen haben, dass sie auch auf höchstem Niveau treffen können. Kleindienst überzeugt mit seiner Robustheit und seinem Kampfgeist, während Füllkrug mit seiner Erfahrung und seinem Gespür für den richtigen Moment punktet.

Seit Miroslav Klose 2014 seine Nationalmannschaftskarriere beendete, klaffte eine schmerzhafte Lücke in der deutschen Offensive. Der Rekordtorschütze der WM-Geschichte hinterließ nicht nur statistisch eine große Leerstelle – seitdem fehlte auch die Mentalität des geborenen Torjägers, der in entscheidenden Momenten zur Stelle ist.

Max Moerstedt und Nick Woltemade könnten ein DFB-Problem beheben.

Diese Lücke könnte in den kommenden Jahren endlich geschlossen werden. Die Mischung aus hungrigen Nachwuchstalenten wie Woltemade und Moerstedt sowie erfahrenen Kräften wie Kleindienst und Füllkrug verspricht eine neue Ära des deutschen Sturmspiels. Weitere Hoffnungsträger sind unter anderem die beiden Mainzer Nelson Weiper, Jonathan Burkardt oder das Schlitzohr Deniz Undav.

Hoffnungsträger für eine stürmische Zukunft

Was besonders optimistisch stimmt: Die neuen deutschen Stürmer bringen unterschiedliche Qualitäten mit. Während Woltemade mit seiner Physis, Umtriebigkeit und Körpergröße überzeugt, punktet Moerstedt mit seiner Technik, Gradlinigkeit und Beweglichkeit. Kleindienst und Füllkrug ergänzen das Spektrum mit ihrer Bundesliga-Erfahrung und Torgefahr.

Deutschland könnte tatsächlich vor einer goldenen Stürmer-Generation stehen. Nach Jahren des Mangels an echten Torjägern deutet sich eine Wende an, die dem deutschen Fußball neue Perspektiven eröffnet. Die Zeit der improvisierten Lösungen à la Kai Havertz im Sturmzentrum könnte bald der Vergangenheit angehören.

Rubriklistenbild: © Imago/DeFodi Images/Beautiful Sports

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