Kein Einsatz im DFB-Pokal

Kovač verzichtet komplett auf BVB-Star – auch in der Bundesliga?

Niko Kovač verzichtet beim harten DFB-Pokalspiel in Essen komplett auf einen Star. Diese Maßnahme könnte auch zum Start der Bundesliga erfolgen.

Dortmund – Karim Adeyemi trug beim Aufwärmen in Essen ein auffälliges Haarband. Das war aber auch das einzige, womit er auffallen konnte, weil er nicht zum Einsatz kam. 90 Minuten saß der Angreifer auf der Bank, während Borussia Dortmund sich mühsam mit 1:0 im DFB-Pokal bei Rot-Weiss Essen durchsetzte.

Karim Adeyemi saß im DFB-Pokal bei RW Essen 90 Minuten auf der BVB-Bank.

Obwohl die Offensive über weite Strecken abgemeldet war, entschied sich Niko Kovač auch bei der Auswechslung von Maximilian Beier gegen Adeyemi. Eine klare Ansage vor dem Spiel klingelt in den Ohren: „Die ersten drei Pflichtspiele sind die, die den Trainern Kopfschmerzen bereiten. Es gibt keine englischen Wochen, es wird nicht allzu viel rotiert werden“, hatte Kovač in der Pressekonferenz erklärt.

Bankplatz für BVB-Star Adeyemi auch in der Bundesliga?

„Es wird eine Mannschaft, wenn alles gut läuft, die ersten drei Spiele spielen und wir werden dieselben Spieler auf dem Platz sehen“, so der Trainer weiter. Wenn er bei dieser Linie bleibt, ist Adeyemi für den Bundesliga-Start am Samstag auf St. Pauli und acht Tage später daheim gegen Union Berlin außen vor. Das interne Duell scheint Beier für sich entschieden zu haben.

Der 22-Jährige hatte beim letzten Härtetest gegen Juventus mit einem Jokertor eine Duftmarke gesetzt, bei seinem ein Jahr älteren Konkurrenten Adeyemi wechselten sich Licht und Schatten in der Vorbereitung ab. Im 3-5-2-System des BVB ist neben Serhou Guirassy nur Platz für einen weiteren Stürmer. Diesmal bekam Beier den Zuschlag.

Die teuersten BVB-Zugänge der Vereinsgeschichte

Der bis heute teuerste Neuzugang in der Vereinsgeschichte des BVB ist Ousmane Dembélé. Als damals 19-Jähriger kam der Franzose 2016 für 35 Mio. Euro nach Dortmund und mischte die Bundesliga furios auf. Nach 31 Torbeteiligungen und dem DFB-Pokalsieg im Gepäck wechselte Dembélé nach nur einem Jahr für 135 Mio. Euro zum FC Barcelona und ist damit gleichzeitig der teuerste BVB-Abgang jemals.
Satte 31 Mio. Euro zahlte der BVB 2022 an Ajax Amsterdam für die Dienste von Sébastien Haller. Der Ivorer kam als Nachfolger von Erling Haaland, doch seine Zeit beim BVB wurde von der Krebsdiagnose kurz nach seinem Wechsel überschattet.
2016 für 35 Mio. Euro an den FC Bayern verkauft, 2019 für 30,5 Mio. Euro zurückgeholt. Damit ist Mats Hummels der drittteuerste Neuzugang der BVB-Vereinsgeschichte. Insgesamt hat der Weltmeister über 13 Jahre im BVB-Trikot verbracht und 508 Pflichtspiele bestritten. 2024 hat er die Dortmunder als eine der größten Vereinslegenden aller Zeiten verlassen und im Sommer 2025 nach einem einjährigen Intermezzo bei der AS Rom seine Karriere beendet.
Auf Platz vier im Ranking der teuersten BVB-Neuzugänge ist der im Sommer 2025 verpflichtete Jobe Bellingham. Satte 30,5 Mio. Euro ließen sich die Westfalen die Dienste des erst 19-jährigen Mittelfeldspielers kosten. Beim BVB tritt der junge Engländer in sehr große Fußstapfen.
Die teuersten BVB-Zugänge der Vereinsgeschichte

Und als der BVB in Essen über weite Strecken ideenlos agierte und dringend einen Unterschiedsspieler benötigte, griff der Trainer nicht auf Adeyemi zurück. Stattdessen brachte er nach gut einer Stunde Julian Brandt und Jobe Bellingham, stellte um und machte Guirassy zur einzigen Spitze. Diese taktische Anpassung funktionierte letztendlich: Guirassy erzielte den entscheidenden Treffer.

Sportdirektor Sebastian Kehl erklärte die Personalien zuvor pragmatisch: „Der Trainer hat sich so entschieden. Es ist auch gut, dass man die Qualität auf der Bank hat.“ Klar: Mit seinem Tempo kann Adeyemi gerade gegen müde Abwehrreihen viel ausrichten. Seine Eigenschaften kommen vor allem zur Geltung, wenn der BVB Platz hat.

Dass Dortmund beim Drittligisten Essen in Sachen Ballbesitz dominieren würde, lag auf der Hand. Dort war für Kovač der im Kombinationsspiel sicherere Beier, der zudem stets gewissenhaft seiner Arbeit gegen den Ball nachgeht und als erster Pressingspieler fungiert, die bessere Wahl. Das muss man nicht überbewerten.

Kovač kann sich jederzeit umentscheiden. Die Frage ‚Adeyemi oder Beier‘ stellt sich vor jedem Spiel neu. Die kommenden beiden Wochen werden zeigen, ob Kovač tatsächlich bei „denselben Spielern“ für die ersten drei Pflichtspiele bleibt oder ob Adeyemi doch noch seine Chance bekommt, mit mehr als seinem Haarband aufzufallen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/David Inderlied

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