Die Situation beim Rekordmeister

Hat der FC Bayern die kritische Länderspielphase gut überstanden?

Nicht nur aufgrund der bitteren Erfahrungen aus dem Vorjahr mit den schweren Verletzungen von Davies und Upamecano war der Blick der Bayern auf die März-Länderspiele sorgenvoll.

Nach den grandiosen CL-Achtelfinalspielen gegen Bayer Leverkusen (3:0; 2:0) hatte sich der FC Bayern im März 2025 auf ein grandioses Saisonfinale gefreut – dabei auch das erneute „Finale dahoam“ fest im Auge. Die anschließenden Länderspiele vernichteten diese Euphorie auf fast schon brutale Weise: Dayot Upamecano und vor allem Alphonso Davies kamen mit schweren Knieverletzungen von ihren Nationalteams zurück. Kurze Zeit später fielen auch Jamal Musiala und Hiroki Ito langfristig aus.

Geht´s Harry Kane gut, geht´s dem FC Bayern gut.

Ein Jahr später ist die Stimmung beim Rekordmeister noch optimistischer, was die Titel-Chancen betrifft. Das „Triple-Wort“ ist nur offiziell ein Tabu. Die stets gefürchtete Länderspielperiode wurde bewusst klein geredet: Einerseits sind alle Nationalspieler des FC Bayern längst für die WM qualifiziert und mussten somit nicht in die nerven- und kräftezehrenden Play-off-Partien. Andererseits schien es ein Commitment zwischen Vincent Kompany und den Nationaltrainern zu geben, den Spielern nicht zu hohe Einsatzzeiten aufzubürden.

Kleine Aufreger – und am Schluss der ganz große?

Dies hat ganz offensichtlich bestens funktioniert, denn nach aktuellen Erkenntnissen haben alle 14 eingesetzten FCB-Nationalspieler die Testspiele (Tom Bischof hatte zwei U21-EM-Quali-Spiele) unversehrt überstanden und werden einer nach dem anderen an der Säbener Straße zum Training für die entscheidenden Saisonwochen zurückerwartet.

Zwischenzeitlich gab es kleine Aufreger: Aleksandar Pavlović reiste erst gar nicht zur DFB-Elf an, Jonas Urbig von dieser frühzeitig ab. Konrad Laimer verpasste leicht angeschlagen das erste ÖFB-Spiel gegen Ghana, war aber beim 1:0-Sieg über Südkorea wieder dabei. Michael Olise „überlebte“ die Attacken der Kolumbianer auf seine Gesundheit.

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Von Torhüter Rudolf Fink existieren leider keine Bildaufnahmen, er schafft es aber trotzdem auf diese Liste. Mit 35 Jahren und 29 Tagen hatte er seinen letzten Auftritt im Jahr 1948. Im Bild sieht man Mannschaftskollegen von Fink aus diesem Jahr.
Könnt ihr euch noch an das bittere Last-Minute-Aus der Bayern gegen Real Madrid im Jahr 2024 erinnern? Eric-Maxim Choupo-Moting hatte dort seinen letzten Einsatz für den FC Bayern mit 35 Jahren, einem Monat und 15 Tagen.
Auch Thomas Linke beendete seine Bayern-Karriere mit einer Niederlage. Beim 0:1 gegen Schalke war er 35 Jahre, zwei Monate und 15 Tage alt. Nach der Saison wechselte er zu RB Salzburg.
Ein weiterer von vielen Torhütern auf dieser Liste ist der legendäre Sepp Maier. Beim 2:1-Auswärtssieg beim HSV machte er mit 35 Jahren, drei Monaten und 12 Tagen sein letztes Spiel für die Bayern. Meister wurden an diesem Tag trotzdem die Hamburger.
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Auch beim zuletzt in München angeschlagenen Harry Kane waren sämtliche möglichen Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden: Gegen die raubeinigen Urus durfte er noch aussetzen, er war erst im zweiten Testspiel gegen Japan eingeplant. Soweit kam es aber leider nicht: Der Toptorjäger wurde vorsichtshalber nicht eingesetzt, weil er sich, wie die medizinische Abteilung der Three Lions mitteilte, im Montagstraining eine leichte Blessur zugezogen hatte.

Der 32-Jährige blieb dennoch zur Dienstagabend-Partie in London (Japan siegte mit 1:0), sodass man davon ausgehen kann, dass die Blessur tatsächlich nicht allzu schwerwiegend ist. Aber in solchen Fällen kann man sich nie sicher sein: Nach seiner Rückkehr nach München stehen sofort medizinische Untersuchungen an. Die Anspannung beim FC Bayern dürfte durchaus groß sein. Ist Kane zumindest für die Partie in Madrid am 7. April wieder vollkommen fit, kann man die Frage, ob der FCB die kritische Länderspielphase gut überstanden hat, an der Säbener Straße mit einem erleichterten „ja“ beantworten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/DeFodi.de

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