Schweizer blickt zurück

Yann Sommer spricht über „extrem wilde Situation“ beim FC Bayern: „Geht nicht spurlos an einem vorbei“

Die interessantesten Einblicke zum Innenleben eines Klubs liefern oft Ex-Spieler. Yann Sommer, inzwischen bei Inter Mailand, spricht über seine Zeit beim FC Bayern.

München – Yann Sommer und der FC Bayern – am Ende war es nur ein kurzes Intermezzo. Der Schweizer unterschrieb im Winter einen Vertrag bis 2025, nachdem Manuel Neuers Bein zu Bruch gegangen war. Schon damals war abzusehen: Findet Neuer wieder zu alter Stärke, ist Sommer nur noch die Nummer zwei.

Yann Sommer
Geboren:17. Dezember 1988 (Alter 34 Jahre), Morges, Schweiz
Verein:Inter Mailand
Position:Torwart
Länderspiele für die Schweiz:84

Yann Sommer wechselte zu Inter Mailand: „Extrem wilde Situation bei Bayern“

Der Ex-Gladbacher erkannte im Sommer nach soliden, aber nicht überragenden Leistungen für die Münchner die Zeichen der Zeit und wechselte zu Inter Mailand. Auch wenn der fünfmalige Welttorhüter Neuer immer noch nicht zwischen den Pfosten steht, war das wohl die richtige Entscheidung. Denn beim italienischen Spitzenklub ist er die unumstrittene Nummer eins.

Im Interview mit dem Schweizer Blick erinnert sich der Nati-Keeper an seine Zeit an der Isar – und offenbart, dass es keine leichte für ihn war. „Wir hatten bei Bayern eine extrem wilde Situation. Entlassungen, Wechsel, viel Unruhe und diverse Themen neben dem Sport“, so der 34-Jährige.

Yann Sommer rekapituliert seine Zeit beim FC Bayern.

Yann Sommer: „Habe gelernt, wie es bei Bayern läuft“

Besonders die mediale Aufmerksamkeit samt Kritik war neu für ihn. „Ich habe gelernt, wie es bei Bayern läuft. Man sucht sich ein, zwei Spieler aus, dann wird medial geschossen. Und dann sucht man sich zwei Neue aus. Und da war ich halt auch an der Reihe.“

Derart im Rampenlicht zu stehen, setzte ihm durchaus zu: „Es geht nicht spurlos an einem vorbei“, macht er deutlich. Es sei „teilweise unangenehm“ gewesen. Kritik gehöre aber dazu, „damit kann ich gut umgehen“. Grundsätzlich negativ beurteilt er sein halbes Jahr in München nicht.

Millionenfresser und Bankwärmer: Die größten Flop-Transfers des FC Bayern München

Breno, von Januar 2008 bis 2012 beim FC Bayern, 12 Millionen Euro Ablöse, 33 Spiele für den FC Bayern. 
Im Winter 2008 kam der hochtalentierte Innenverteidiger für eine beachtliche Ablösesumme vom FC São Paulo nach München. Schwere Knieverletzungen warfen den Brasilianer immer wieder zurück. Nachdem er unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss 2011 sein Haus in Grünwald in Brand setzte, wurde er zu 3 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner frühzeitigen Haftentlassung kehrte Breno zu seinen Jugendverein São Paulo zurück.
Edson Braafheid, von 2009 bis Januar 2011 beim FC Bayern, 2 Millionen Euro Ablöse, 19 Spiele für den FC Bayern.
Als Wunschtransfer von Louis van Gaal an die Säbener Straße gekommen, fand sich der Niederländer meistens auf der Bank wieder. Wurde 2010 für ein halbes Jahr an Celtic Glasgow verliehen und verließ Anfang 2011 München ablösefrei in Richtung Hoffenheim.
Danijel Pranjić, von 2009 bis 2012 beim FC Bayern, 7,7 Millionen Euro Ablöse, 85 Spiele für den FC Bayern. 
Für eine satte Ablöse wechselte der Kroate vom SC Heerenveen an die Säbener Straße. Genauso wie Braafheid ein Wunschtransfer von Louis van Gaal. Kam Pranjić unter dem Niederländer noch regelmäßig zum Einsatz, änderte sich dies in der Saison 2011/12 unter Jupp Heynckes. Der Vertrag wurde nicht verlängert und der Außenverteidiger verließ ablösefrei den Verein zu Sporting Lissabon. Ein sattes Minusgeschäft für den FC Bayern.
Landon Donovan, von Januar bis März 2009 beim FC Bayern, ausgeliehen, 7 Einsätze (kein Tor) für den FC Bayern.
Ausgeliehen von LA Galaxy während der Klinsmann-Ära, konnte der US-Boy auch im zweiten Anlauf in Deutschland nicht durchstarten (zuvor bei Bayer Leverkusen). Die Verantwortlichen in München waren froh, dass sie keiner festen Verpflichtung zugestimmt hatten und so trennten sich die Wege schnell wieder. In den folgenden Jahren wurde Donovan von Los Angeles zweimal zum FC Everton ausgeliehen. Auch hier blieb es bei Kurzbeschäftigungen.
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„Bayern ist hochprofessionell“, lobt Yann Sommer

„Bayern ist hochprofessionell, was das Organisatorische angeht. Die Mitarbeiter sind sehr herzlich und sehr bodenständig.“ In Italien herrsche eine „etwas andere, sehr leidenschaftliche Mentalität“. Einen kleinen Seitenhieb schickte Sommer schon im September nach München, der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin sorgte schon zuvor mit seinem „Drecksschleuder“-Vorwurf an den FC Bayern für Aufsehen. (epp)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Fabrizio Andrea Bertani

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